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Follikel: So wichtig sind sie bei einem Kinderwunsch

weiblicher Zyklus

Follikel: So wichtig sind sie bei einem Kinderwunsch

Wenn du und dein Partner euch dazu entschlossen habt, ein Kind zu bekommen, ist dies ein wichtiger und sehr schöner Schritt. Doch nicht immer lässt sich der Kinderwunsch so leicht erfüllen. Grundsätzlich gilt: Je besser das Verständnis dafür ist, was in deinem Körper im Zyklus vor sich geht, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass du dieses Wissen für einen Kinderwunsch nutzen kannst. Die Follikel sind hierbei ein wichtiger Faktor, über den du gut Bescheid wissen solltest. Doch was sind Follikel genau und wieso spielen sie beim Kinderwunsch eine Rolle?

Was ist ein Follikel?

Der Begriff Follikel kommt von dem lateinischen Begriff folliculus und bedeutet so viel wie Ledersack oder Hülle. Der Follikel, welcher bei der Entstehung eines Babys eine Rolle spielt, wird auch als Ovarialfollikel oder Eibläschen bezeichnet. Er besteht aus der Eizelle und den umgebenden Hilfszellen im Eierstock. Diese Hilfszellen bestehe aus den Granulosazellen und zwei Bindegewebsschichten. Die Granulosazellen bilden die innere Schicht der Follikelwand und werden in der weiteren Entwicklung des Follikels zum Eihügel, an den die Eizelle haftet. Die Follikel sind am Anfang noch in einem Urstadium und entwickeln sich erst im Laufe der Zeit zu der Größe heran, die beim Eisprung benötigt wird.

Der Follikel in seiner Anfangsphase

Die Follikel einer Frau entstehen bereits vor der Geburt. Ab etwa der 6. Schwangerschaftswoche fängt die Produktion der Ovarialfollikel bei einem Mädchen an. Am Anfang sind dies noch gut 1.000.000, bis zur Geschlechtsreife gehen jedoch viele Follikel zu Grunde, sodass zu Beginn der Pubertät nur noch knapp 400.000 Eibläschen übrig sind. Dieser Vorgang wird auch als Follikelatresie bezeichnet und stellt einen ganz normalen Vorgang in der Entwicklung dar. Weitere Eizellen werden jedoch in dieser Zeit in der Regel nicht gebildet, auch bleiben die Follikel vorerst in ihrem Anfangsstadium bestehen. Erst mit der Pubertät setzt sich ihre Entwicklung fort. Sobald der Zyklus einsetzt und eine Frau geschlechtsreif wird, reifen in jedem Menstruationszyklus in etwa 5 bis 15 Primordialfollikel und erreichen das nächste Stadium der Entwicklung. Hierbei wird durch die Hirnanhangsdrüse das Follikelstimulierende Hormon (FSH) ausgeschüttet, was die Reifung stimuliert. Zur befruchtungsfähigen Eizelle schafft es in der Regel jedoch nur ein Follikel pro Zyklus.

Der Follikel entwickelt sich weiter

Unter dem Einfluss des Follikelstimulierenden Hormons entwickelt sich der Primordialfollikel zu einem Primärfollikel weiter. In dieser Phase bildet der Follikel auch eine kubische Granulosazelle. Im weiteren Verlauf wächst er zu einem Sekundärfollikel heran, wobei die Granulosazelle nun mehrschichtig wird und sich strahlenförmig ausrichtet. Anschließend wird der Follikel zu einem Tertiärfollikel. Nun bildet sich auch eine Follikelhöhle, die sich mit Flüssigkeit füllt. Die Eizelle befindet sich endgültig in ihrem Zellhaus mit ihren Granulosazellen beziehungsweise dem Eihügel. Die umgebende Bindegewebsschicht beginnt nun damit Androgene zu produzieren, die in dem Eihügel zu Östrogenen aromatisiert werden.

Der Follikel nach dem Follikelsprung.
Der Follikel besteht aus der Eizelle und den umgebenden Hilfszellen im Eierstock.

Der Graafsche Follikel

Nun ist das Eibläschen bereits vollständig ausgebildet. Um endgültig sprungreif zu werden, muss es also nur noch weiter wachsen. Im Endstadium nennt sich der Follikel nun Graafscher Follikel. Dieser ist benannt nach dem niederländischen Mediziner Reinier De Graaf, der als Entdecker der Ovarialfollikel im Eierstock gilt. Wenn der Follikel bereit für den Eisprung ist, beginnen Bindegewebsschichten vermehrt Östrogen zu produzieren. Dieser Östrogenanstieg wird von der Hirnanhangdrüse wahrgenommen, welche daraufhin beginnt das Luteinisierende Hormon (LH) zu produzieren. Dieses Hormon ist verantwortlich für das Ausscheiden des Follikels aus dem Eierstock.

Der Follikel springt aus dem Eierstock

Mit dem Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock ausgestoßen und vom Eileiter aufgenommen. Diesen wandert sie nun entlang, in der Erwartung, von einem Spermium befruchtet zu werden. Der Follikel hingegen bleibt ohne die Eizelle in dem Eierstock zurück, aus ihm bildet sich nun der Gelbkörper, welcher das Gelbkörperhormon Progesteron produziert. Das Progesteron sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut, welche bereits aufgebaut wurde, nicht wieder abgebaut wird. Bleibt die Eizelle auf ihrem Weg durch den Eierstock unbefruchtet, fällt der Progesteronspiegel wieder, die Gebärmutterschleimhaut baut sich nach gut neun Tagen nach dem Eisprung wieder ab und es folgt die Menstruation. Sobald die Eizelle jedoch befruchtet wird, beginnt diese damit, das Schwangerschaftshormon HCG auszuschütten. Dieses stimuliert den Gelbkörper weiter, sodass dieser nicht damit aufhört, Progesteron zu produzieren. Der Gelbkörper wächst dann im Laufe der Schwangerschaft weiter an und ist in den ersten zwei Monaten sogar alleine für die Progesteronproduktion zuständig. Erst später beginnt die Plazenta dem Gelbkörper diese Aufgabe langsam abzunehmen und das in dir wachsende Baby von sich aus zu versorgen. Der Follikel ist also nicht nur dafür zuständig, die Eizelle zu behüten, er versorgt dich auch zu Beginn der Schwangerschaft mit Progesteron und sorgt so dafür, dass dein Baby bestens versorgt ist, bis die Plazenta die Versorgung ganz übernehmen kann.

Bist du bereit für ein Baby?
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Der Follikel spielt eine wichtige Rolle bei der Zeugung eines Babys. Er besteht am Anfang unter anderem aus der Eizelle und entwickelt sich nach dem Eisprung zum Gelbkörper. Dieser versorgt deinen Körper in der Anfangszeit der Schwangerschaft mit ausreichend Progesteron, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten.

Bildquelle:

Getty Images/peakSTOCK; alxpin/iStock/Thinkstock

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