Leistungsabfall

Schlafmangel bei Jugendlichen

Schlafmangel bei Jugendlichen

Laut einer Studie leiden Jugendliche häufig unter Schlafmangel. In dieser Lebensphase benötigen die Jugendlichen aber mehr Schlaf als Erwachsene.

Viele Jugendliche leiden an Schlafmangel und gehen übermüdet zur Schule. Das fand jetzt eine Studie des Dillenburger Instituts für Gesundheitsforschung und des schlafmedizinischen Zentrums in Marburg heraus. Dafür wurden 8800 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. Das Ergebnis war, dass Jugendliche im Durchschnitt unter der Woche weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht bekommen, bei jedem Fünften waren es sogar weniger als sechs Stunden pro Nacht.

Studienleiter Manfred Betz erklärte dazu, dass junge Menschen mindestens eine Stunde mehr Schlaf bräuchten und das Schlafbedürfnis in der Pubertät steige. Andererseits sorgen Veränderungen im Gehirn dafür, dass die Jugendlichen nachts länger wach bleiben.

Schlafmangel durch frühe Schulzeiten

Manfred Betz sieht die Gründe für den Schlafmangel einerseits darin, dass Jugendliche die biologischen Voraussetzungen nutzen, um länger wach zu bleiben und sich vor allem durch Medienkonsum vom Schlafen ablenken. Aber auch der frühe Schulstart sei ein Grund für den Schafmangel. Das zu frühe Aufstehen könne zu geringerer Leistungsfähigkeit der Schüler führen. So fühlten sich auch 62 Prozent der Befragten nicht ausgeruht und leistungsfähig. Nur 17 Prozent gaben an, dass sie nach dem Aufstehen fit für den Tag seien.

Viele Jugendliche leiden unter Schlafmangel
Schlafmangel macht vielen Jugendlichen zu schaffen

Schlafmangel kann sich stark auf das körperliche und seelische Wohlbefinden auswirken: Psychische Beschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und daraus resultierende Fehlzeiten können mögliche Folgen für die Jugendlichen sein.

Schlafmangel ausgleichen?

Die Probanden gaben an, selbst gerne bis 8 oder 9 Uhr zu schlafen, wenn sie es sich aussuchen könnten. Viele versuchen, den Schlafmangel durch längeres Schlafen am Wochenende auszugleichen und dann mehr als neun Stunden zu schlafen. Das hat allerdings keine ausgleichende Wirkung und bringt nicht die erhoffte Erholung. Das Forscherteam um Betz zeigte sich besonders überrascht über die Tatsache, dass jeder Fünfte der Befragten angab, im letzten Jahr unter Schlafproblemen gelitten zu haben. Von den Betroffenen habe sich aber nur jeder Zehnte deswegen behandeln lassen.
Die Forscher fordern eine bessere Aufklärung zum Thema Schlafmangel, bislang werde das Thema bei den üblichen Gesundheitsförderungs-maßnahmen kaum berücksichtigt.

Schlafmangel ist ein unterschätztes Problem bei vielen Jugendlichen. Der Schulbeginn liegt für ihren natürlichen Biorhythmus zu früh. Das kann zu psychischen und körperlichen Beschwerden führen.

Bildquelle: Pixattitude/dreamstime.com

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