Rührender Liebesfilm

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Ob „Harry Potter“, „Twilight“ oder „Die Tribute von Panem“ – in den letzten Jahren haben so einige Werke der Jugendliteratur auch die Kinokassen zum Klingeln gebracht. Dies wird höchstwahrscheinlich auch der Bestsellerverfilmung „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gelingen, die am 12. Juni in Deutschland startet. Dabei ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ so ganz anders als seine erfolgreichen Vorgänger.

Die Bestsellerliste der Jugendliteratur nach geeignetem Filmmaterial zu durchforsten, scheint in den vergangenen Jahren zu einer gängigen Methode der Produktionsfirmen geworden zu sein. Verdenken kann man es ihnen nicht: Schließlich bringen die meist fantasievollen Romane nicht nur einen fertigen Plot, sondern häufig auch eine riesige Fanbase mit, die mit Freuden in die Kinos stürmt. All dies ist auch bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ der Fall. Nicht umsonst verkaufte sich der gleichnamige Jugendroman des Amerikaners John Green seit seinem Erscheinen 2012 unzählige Male und heimste zahlreiche Preise ein. Und doch bekommt der Zuschauer bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ausnahmsweise mal kein actiongeladenes Popcornkino à la „Harry Potter“ zu sehen…

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ lädt zum Weinen und Lachen ein

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ läuft ab sofort im Kino
Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Dass sich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ wohltuend von solchen Bestsellerverfilmungen abhebt, liegt vor allem an seinem äußerst berührenden Plot. In einer Selbsthilfegruppe, in die ihre Eltern sie geschleppt haben, lernt die 16-jährige, an Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge leidende Hazel (gespielt von Hollywood-Durchstarterin Shailene Woodley) den ebenfalls noch sehr jungen Gus („Divergent“-Star Ansel Elgort) kennen, der durch Knochenkrebs ein Bein verloren hat, sich aber scheinbar auf dem Weg der Besserung befindet. Beinahe sofort finden die beiden vom Leben gezeichneten Jugendlichen einen Draht zueinander, der schnell auch zu ersten Schmetterlingen im Bauch führt. Doch Hazel, die sich selbst für eine wandelnde Zeitbombe hält, die durch ihren unvermeidlichen Tod irgendwann all ihre Lieben um sich herum verletzen wird, möchte die entstehenden Gefühle scheinbar nicht zulassen. Dennoch versucht Gus alles, um seiner Freundin ihren großen Wunsch zu erfüllen: ein Treffen mit ihrem Lieblingsautoren Peter van Houten. Mit großer Überredungskunst gegenüber ihren Eltern gelingt es Gus in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ schließlich, sich mit Hazel in einen Flieger nach Amsterdam zu setzen, wo die sehnsüchtig erwartete Zusammenkunft mit van Houten über die Bühne gehen soll. Doch während sich Hazel und Gus in der romantischen Kulisse der niederländischen Hauptstadt immer näher kommen, hält die Reise für das junge Paar auch so manche Enttäuschung parat…

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ überzeugt durch seinen leichten Tiefsinn

So mancher Zuschauer wird bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ mit Sicherheit schlucken müssen. Schließlich ist es in der sonst so schönen Scheinwelt Hollywoods alles andere als üblich, einem jungen, hübschen Mädchen dabei zuzusehen, wie sie beständig eine Sauerstoffflasche hinter sich herziehen muss. Das titelgebende Schicksal hängt nicht nur dadurch in jeder Sekunde des Films spürbar über den beiden Protagonisten und natürlich ist jedem Zuschauer schon relativ schnell klar, dass er in diesem Streifen kein romantisches Hollywood-Happy-End erwarten kann. Stattdessen dreht sich „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ um elementare Fragen: Kann man trotz eines schweren Schicksalsschlags glücklich werden? Oder ist Liebe sogar im Angesicht des Todes möglich? Dass sich der Film bei der Beantwortung dieser Fragen nicht in großer Langeweile verliert, liegt zum einen an den spritzigen – und zeitweise sogar humorvollen – Dialogen und dem frischen Schauspiel noch relativ unverbrauchter Darsteller wie Shailene Woodley und Ansel Elgort, die der Bestsellerverfilmung die nötige Leichtigkeit verleihen. So gelingt es den beiden Jungstars in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ geradezu locker, ihre erfahreneren und ebenfalls brillant aufspielenden Kollegen wie Laura Dern (bekannt aus „Jurassic Park“) und Willem Defoe („Platoon“, „Spider-Man“, „Grand Budapest Hotel“) in den Schatten zu stellen und dem Streifen ihren Stempel aufzudrücken.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ schafft den Spagat

Auf diese Weise ist es vor allem Shailene Woodley und Ansel Elgort zu verdanken, dass „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ die Balance zwischen nachdenklich machendem Tiefsinn und sprudelnder Lebensfreude schafft und sich nicht in rührseligem Kitsch verliert. Gerade dieser Punkt war auch für den Autor John Green, der sich zunächst gegen eine Verfilmung gestemmt hat, von zentraler Bedeutung. „Der Film sollte Spaß machen, er sollte bei den Zuschauern ein gutes Gefühl hinterlassen. Der Film sollte zeigen, dass ein kurzes Leben auch ein ausgefülltes Leben sein kann“, verriet Green in einem offiziellen Statement. Dies ist dem Team von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ definitiv gelungen. Zwar ist der Streifen alles andere als seichtes Sommerkino, doch für einen verregneten Sommerabend mit dem Liebsten an seiner Seite ist er definitiv das Richtige.

Ein paar Taschentücher solltest Du bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ allerdings auf jeden Fall griffbereit haben. Doch nicht nur die traurigen Momente machen den Film sehenswert. Gerade das Zusammenspiel aus Melancholie und großen Glücksmomenten macht den Streifen zum Sommerhit des Jahres, an dem auch Lesemuffel ihre Freude haben werden.

Bildquelle: © 2014 Twentieth Century Fox

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