Lincoln

Regisseur Steven Spielberg ist bekannt für seine Blockbuster. Mit „Jurassic Park“, „Minority Report“, „Catch me if you can“ und vielen weiteren Filmen platzierte er in der Vergangenheit regelmäßig Hits an den Kinokassen. Dass er auch ein Händchen für historische Filme hat, bewies Steven Spielberg unter anderem mit „Schindlers Liste“ und „München“ eindrucksvoll. Sein neuer Film „Lincoln“ reiht sich mühelos in die Liste dieser Erfolge ein. Doch warum ging der Favorit bei der diesjährigen Oscarverleihung trotz zwölf Nominierungen nur zwei Mal als Sieger vom Platz?

„Lincoln“ erzählt die Geschichte der letzten Lebensmonate des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Abraham Lincoln. Dieser wurde gerade in seinem Amt bestätigt und kämpft in seiner zweiten Amtszeit nun für sein Prestigeprojekt, die Abschaffung der Sklaverei. Doch auch der Bürgerkrieg, der 1864 noch immer in den USA tobt, fordert größten Einsatz und diplomatisches Geschick von Lincoln. Gerade als er es mit zum Teil unlauteren Mitteln geschafft hat, die nötige Mehrheit im Repräsentantenhaus zur Abschaffung der Sklaverei zusammenzubekommen, und der Bürgerkrieg endlich überwunden ist, wird Abraham Lincoln jedoch ermordet.

„Lincoln“ ist untypisch für Hollywood

Die Story von „Lincoln“ hört sich zunächst nicht unbedingt nach dem Material an, aus dem Blockbuster normalerweise gemacht sind, vor allem weil das Ende der Geschichte bereits im Vorhinein erzählt ist. Trotzdem träumte Steven Spielberg schon seit langem davon, einen Film über Abraham Lincoln zu drehen, doch das Projekt verschob sich immer wieder nach hinten. Als sich das Vorhaben dann doch konkretisierte und der Regisseur schließlich feststellen musste, dass ein Film über das gesamte Lebens des Präsidenten aufgrund der Masse der historischen Ereignisse wohl nicht in die Tat umzusetzen ist, fokussierte sich Spielberg schließlich auf die letzten Monate Lincolns, die zu den wichtigsten seines Lebens gehörten. Aus der Herzensangelegenheit von Steven Spielberg ist nun ein epochaler Film entstanden, der sich – so gar nicht „hollywood-like“ – nicht nur auf die Erfolge des Präsidenten, sondern vor allem auf dessen steinigen Weg zum Erreichen seiner politischen Ziele konzentriert. „Lincoln“ zeichnet ein naturgetreues Bild des großen Präsidenten, ohne sich dabei in den romantischen Details seines Lebens zu verlieren. Steven Spielberg investierte nicht umsonst zwölf Jahre intensive Recherchearbeit in „Lincoln“. Dieser Fleiß zahlt sich nun aus, denn der Zuschauer wird in eine so detailreiche Darstellung des 19. Jahrhunderts mitgenommen, dass er beinahe glaubt, selbst an der Seite Abraham Lincolns gegen die Befürworter der Sklaverei zu kämpfen.

Filmplakat von Lincoln

Daniel Day-Lewis überzeugt als Präsident Lincoln

„Lincoln“: Daniel Day-Lewis in der Rolle seines Lebens

Mit Daniel Day-Lewis holte sich Steven Spielberg einen echten Charakterkopf ans Set von „Lincoln“, der es schafft, dem fast 150 Jahre alten Stoff so viel Leben einzuhauchen, dass es den Anschein macht, als hätte er sich sein Leben lang nur auf diese Rolle vorbereitet. „Lincoln“ schafft es besonders dank der großartigen Leistung von Daniel Day-Lewis als Präsident, die historischen Ereignisse so genau nachzuzeichnen, dass dem Zuschauer gar nichts anderes übrig bleibt, als sich fesseln zu lassen. Daniel Day-Lewis wurde für seine Darstellung des Abraham Lincoln bei den Academy Awards am 24. Februar daher völlig zu Recht mit dem Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ geehrt. Für Daniel Day-Lewis ist es bereits der dritte Oscar. Eine historische Auszeichnung – schließlich war es vor ihm noch niemandem gelungen, die Auszeichnung als „Bester Hauptdarsteller“ drei Mal abzuräumen[/b]. Auch das großartige Szenenbild von „Lincoln“, der vornehmlich in abgedunkelten Räumen spielt und damit die Düsterkeit dieser politisch hochbrisanten Zeit transportiert, bedachte die Jury mit einem Oscar.

„Lincoln“: Für den „besten Film“ reicht es trotzdem nicht

Im Vorfeld der Verleihung galt „Lincoln“ mit seinen zwölf Nominierungen als der große Favorit. Vor allem den Oscar als „Bester Film“ schien „Lincoln“ bereits sicher in der Tasche zu haben. Doch statt Steven Spielberg schnappte sich Ben Affleck mit seinem Meisterwerk „Argo“ den begehrten Goldjungen in der Königsdisziplin. Woran das gelegen habe könnte, darüber kann man nur mutmaßen: „Lincoln“ ist ein Politdrama, das ohne große Effekte eine historische Begebenheit nacherzählt. Der Fokus liegt in der Inszenierung von Steven Spielberg auf den Dialogen zwischen Lincoln und seinen politischen Mitstreitern und Gegenspielern. Den großen Schlachtszenen und heftigen Auseinandersetzungen des Bürgerkriegs räumte Steven Spielberg hingegen kaum Platz ein und konzentrierte sich stattdessen voll und ganz auf die Politik von Abraham Lincoln. Dem Zuschauer dürften die Kriegsszenen nicht fehlen – der Jury, die den Oscar vergab, dagegen vielleicht schon.

Ob mit oder ohne Oscar: Steven Spielberg kreiert mit „Lincoln“ mal wieder einen echten Blockbuster, für den sich der Kinoeintritt lohnt. Dabei gelingt es ihm, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Spielberg verzichtet darauf, das Privatleben von Abraham Lincoln in den Fokus zu zerren, und stellt stattdessen die Dinge in den Mittelpunkt des Films, die der Zuschauer erwartet – die politische Arbeit eines großen Präsidenten.

Bildquelle: 20th Century Fox

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Was denkst du?

  • morningstar77 am 04.03.2013 um 10:59 Uhr

    Der Film ist schon wegen seines geschichtlichen Inhaltes sehenswert. Ich gehe auch ins Kino , um diesen Film zu sehen

    Antworten
  • sabini34 am 26.02.2013 um 17:11 Uhr

    Ich werde mir Lincoln auch auf jeden Fall angucken!

    Antworten
  • erdbeerqueen89 am 26.02.2013 um 16:27 Uhr

    Lincoln will ich unbedingt noch sehen! Soll ja echt gut sein!

    Antworten