Spätakne
Katja Gajekam 14.02.2018

Akne bei Jugendlichen wird oft als Pubertätsproblem, was irgendwann von selbst wieder verschwindet, belächelt. Anders sieht es bei Hautproblemen erwachsener Frauen aus: Wieso müssen manche sich mit 30 immer noch mit Pickeln und unreiner Haut herumschlagen? Fest steht: Wenn du die Ursache für deine sogenannte Spätakne kennst, stehen die Chancen gut, dass du sie in den Griff bekommen kannst.

Was ist Spätakne?

Als Spätakne bezeichnet man eine erwachsene Form der Akne, die ab einem Alter von 25 Jahren auftritt. Dabei leiden vor allem Frauen und weniger Männer unter stark fettiger Haut, großen Poren, Rötungen und entzündeten Pickeln im Gesicht, am Hals, am Rücken oder im Dekolleté. Etwa 25 Prozent der Frauen zwischen 25 und 45 Jahren leidet darunter, unabhängig davon, ob sie bereits als Teenie unreine Haut oder einen Porzellanteint hatten. Spätakne, medizinisch auch Akne Tarda genannt, unterscheidet sich zudem von der Akne Vulgaris, die in der Pubertät zur Belastung werden kann. Letztere ist nicht genetisch bedingt, Spätakne kann es jedoch sein. Dementsprechend anders ist auch die Herangehensweise, wenn es um die Behandlung der Hautprobleme geht.

Akne Tarda

Jede vierte Frau soll unter Akne Tarda leiden.

Ursachen für Spätakne

Das Hauptproblem jeder Akne Tarda sind überaktive Talgdrüsen, die zu fettiger Haut und bei Verstopfung der Poren zur Bildung von Unreinheiten führen können. Dahinter können verschiedene Ursachen stecken.

# Hormone

Wie so oft sind es meist die Hormone, die unsere Haut in Schwierigkeiten bringen können. Schauen wir uns die Altersgruppen an, die von Akne Tarda betroffen sind, so wird schnell klar: Zwischen 25 und 35 Jahren setzen viele Frauen die Pille ab, um schwanger zu werden oder um auf eine hormonfreie Verhütungsmethode umzusteigen. Die Folge ist meist ein verwirrter Hormonhaushalt mit einem Überschuss an männlichen Sexualhormonen, die eine erhöhte Talgproduktion anregen können. Auch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre bringen unseren Körper hormonell so stark durcheinander, dass es zu einer Spätakne kommen kann. Leider dauert es in solchen Fällen oft Monate bis Jahre, bis sich die Hormone wieder eingependelt haben.

Tipps: So kannst du Pickel nach dem Absetzen der Pille vorbeugen!

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# Lebensstil

Es ist kein Geheimnis, dass unser Lebensstil auch immer eine gewisse Auswirkung auf unsere Haut hat. Betrachte deinen mal genauer: Hast du viel Stress und schläfst im Moment wenig? Geht dir viel durch den Kopf? Ernährst du dich eher ungesund und rauchst vielleicht sogar? All diese Dinge können einen großen Einfluss auf das Hautbild haben. Stresshormone, Schlafmangel und eine zu einseitige Ernährung spielen dabei eine besonders große Rolle. Vor allem Milchprodukte und zu viel Zucker sollen Unreinheiten und Entzündungen begünstigen. Ob deine Ernährungsweise eine Ursache für deine Spätakne sein kann, erkennst du daran, dass du vor allem um den Mund und am Kinn Pickel hast.

# Vererbung

Bei manchen Frauen ist eine problematische Haut genetisch bedingt und lässt sie im Laufe ihres Lebens immer wieder mit Unreinheiten und Akne kämpfen. Dagegen kann man leider nur bedingt etwas machen: Tausche dich mit deiner Mutter aus, denn höchstwahrscheinlich kann sie dein Problem nachvollziehen und dir wertvolle Tipps geben.

# Weitere mögliche Ursachen

  • Zum Punkt „ungesunde Ernährung“ passt ebenfalls eine aus dem Gleichgewicht gebrachte Darmflora und eine daraus resultierende Akne. Darmprobleme können jedoch auch durch Antibiotika ausgelöst werden.
  • Ebenfalls im Verdacht, Spätakne zu begünstigen, stehen cortisonhaltige Präparate und Antidepressiva.
  • Akne Tarda kann durch die falsche Hautpflege entstehen: Zu aggressive oder für den Hauttyp ungeeignete Produkte bzw. eine Unverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe kann zu Pickeln führen.
Gestresste Frau

Stress ist neben hormonellen Ursachen der Hauptgrund für Akneausbrüche im Erwachsenenalter.

Wie kann man Spätakne behandeln?

Um deine Akne Tarda zu bekämpfen hast du verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist, dass du zunächst deinen Alltag genauer betrachtest: Könnte der momentane Stress schuld sein oder deine Ernährung? Verwendest du die falsche Hautpflege? An diesen Punkten solltest du zunächst arbeiten, falls es dir möglich ist, bevor du zu „härteren Mitteln“ greifst. Generell können jedoch diese Dinge helfen:

Behandlung von innen

  • Gesunde Ernährung:
    Nimm Milchprodukte und Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten nur in Maßen zu dir und greife stattdessen lieber zu Nahrungsmitteln mit niedrigem glykämischen Index. Trinke zudem immer mindestens anderthalb bis zwei Liter Wasser am Tag.
  • Genug Schlaf:
    Auch wenn du denkst, dass du unter der Woche mit wenig Schlaf auskommst, so geht es deiner Haut anders. Denn diese muss Stress ebenso wie du verarbeiten und sich nachts regenerieren und erholen. Schläfst du zu wenig, werden Pickel nicht richtig bekämpft und es können sogar noch mehr entstehen.
  • Zink:
    Das Spurenelement Zink nehmen wir normalerweise über unsere Nahrung auf, eine zusätzliche Einnahme von Zinktabletten* kann jedoch dazu beitragen, dass Entzündungen der Haut bekämpft werden.
  • Vitamin A:
    Bei starken Entzündungen kann dir dein Hautarzt zunächst ein Antibiotikum verschreiben, später folgt meist eine Weiterbehandlung durch Tabletten mit Retinoid (Vitamin-A-Säure). Vitamin A ist dafür bekannt, das Hautbild feiner zu machen und Akne mildern zu können.
  • Pille:
    Gerade wenn deine Spätakne hormonell bedingt ist, kann es lange dauern, das Problem in den Griff zu bekommen. Wenn du stark darunter leidest und erstmal keinen Kinderwunsch hast, kann die Anti-Baby-Pille den Überschuss an männlichen Hormonen wieder normalisieren. Erste Wirkungen kannst du nach drei bis sechs Monaten erwarten.

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Behandlung von außen

  • Die richtige Pflege:
    Es ist besonders wichtig, dass du keine Produkte für jugendliche Problemhaut verwendest, sondern welche für die Hautpflege ab 25 oder 30. Diese sind weniger aggressiv und trocknen deine Haut nicht so stark aus wie die für Pubertätsakne. Reinige dein Gesicht morgens und abends mit einem milden Waschgel und verwende ein Tonic mit wenig Alkohol. Als Tagescreme solltest du ein leichtes und ölfreies Fluid verwenden, das im Idealfall Salicylsäure enthält. Eine passende Produktserie ist beispielsweise Cleanance von Avène*.
  • Retinol-Serum:
    Ein tolles Retinol-Serum* kann viel für deine Haut tun. Das darin enthaltende Vitamin A kann deine Akne Tarda bekämpfen, Pickelmale reduzieren und die Haut glätten. Einfach morgens und abends wenige Tropfen im Gesicht verteilen und nach ein paar Wochen kannst du vielleicht schon erste Erfolge sehen.
  • Akne-Cremes:
    In der Apotheke gibt es viele Cremes mit teilweise aggressiven, aber wirkungsvollen Inhaltsstoffen. Vor allem Benzoylperoxid und Isotretinoin haben sich hier als wichtige Bestandteile erwiesen. Frage am besten deinen Hautarzt, welche Salbe er dir verschreiben kann oder welche du dir besorgen sollst. Zudem gibt es auch milddosierte antibiotikahaltige Cremes, die verschreibungspflichtig sind.
  • Das richtige Make-up:
    Auf Tipps wie „Trage kein Make-up, sonst verschlimmerst du deine Haut nur noch mehr“ kannst du sicher verzichten, denn viele Akne-Geplagte brauchen eine gute Foundation, um sich überhaupt wohl in ihrer Haut zu fühlen. Auch dafür gibt es die richtigen Produkte: Achte darauf, dass du nicht-komedogenes Make-up verwendest, das frei von Silikonen und Mineralöl ist. Diese verstopfen deine Poren, während Foundations extra für Akne-Haut sogar zu einem besseren Hautbild beitragen können. Diese bekommst du in der Apotheke. Das gründliche Abschminken am Abend nicht vergessen!
  • Kosmetische Behandlungen:
    Der regelmäßige Gang in ein Kosmetikstudio ist zwar nicht ganz billig, kann aber sehr gute Ergebnisse erzielen. Ein Fruchtsäurepeeling alle paar Wochen bekämpft Unreinheiten, schält die Haut und macht sie ebenmäßiger, eine Mikrodermabrasion trägt die oberen Hautschichten ab, so dass Narben ebenmäßiger werden und die Haut sich erneuern kann.

Die Pflege von erwachsener Haut sollte anspruchsvoller sein, als die von Teenager-Haut. Was deinem Gesicht auf Dauer richtig gut tun wird, siehst du hier:

Dinge, die du deiner Haut ab 30 gönnen solltest

Akne im Erwachsenenalter kann schnell zur seelischen Belastung werden. Mit etwas Geduld kann es dir jedoch gelingen, die Unreinheiten in den Griff zu bekommen und nach einer bestimmten Zeit vielleicht sogar wieder Pickel-frei zu sein. Wende dich am besten an einen Dermatologen: Dieser kann die für dich passenden Therapie-Möglichkeiten aufzeigen, um dein Hautbild zu stabilisieren und dir zudem erklären, mit welchen Nebenwirkungen du rechnen musst.

Hast du bereits Erfahrungen mit Spätakne gemacht und hast wertvolle Tipps für Betroffene? Diese freuen sich sicher, in den Kommentaren davon zu lesen.

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/Srisakorn, iStock/Getty Images Plus/studiokovac, iStock/Getty Images Plus/fizkes
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