Streit per Whatsapp
Nina Rölleram 26.01.2018

Messenger wie WhatsApp, Facebook oder Telegram sind Fluch und Segen zugleich: Zum einen erleichtern sie Telefonmuffeln wie mir die Kommunikation, zum anderen können sie schnell zu Missverständnissen führen. Wer sich schon mal mit seinem Partner in schriftlicher Form gestritten hat, wird wissen, wovon ich spreche. Ich gebe dir drei hilfreiche Tipps, die einen Streit auf WhatsApp nicht eskalieren lassen.

#1 Verlass dich nicht auf Emojis

Wenn man in Schriftform mit jemandem kommuniziert, muss man seine Emotionen, die man sonst mit seiner Mimik ausdrücken würde, anders zeigen. Sonst versteht der Andere überhaupt nicht, wenn etwas ironisch oder einfach nicht ganz so ernst gemeint ist. Natürlich sind Emojis genau zu diesem Zweck erfunden worden und mittlerweile gibt es eine so große Bandbreite, dass man meinen könnte, Missverständnisse gehörten somit der Vergangenheit an.

Emojis Whatsapp

Kannst du selbst überhaupt alle Emojis Gefühlen zuordnen?

Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Viele verwenden Smileys, Herzen oder Äffchen so inflationär, dass diese bei ernsthaften Diskussionen und Streitgesprächen an Bedeutung verlieren. Macht ein Zwinker-Smiley nach einem Vorwurf an deinen Freund wirklich deutlich, dass du diesen eher scherzhaft meinst? Oder wirkt er nicht doch vielmehr passiv-aggressiv? Noch dazu kommt, dass jeder seine eigene Interpretation von Emojis hat. Chattet dein Freund eher wenig, wird er die feinen Unterschiede zwischen dem entsetzten und schockierten Emoji womöglich nicht erkennen. Vielleicht überinterpretiert er deine Aussagen auch, wenn du ein weinendes Emoji hinzufügst, obwohl du in Wirklichkeit nicht weinst, sondern nur etwas enttäuscht bist.

Denk also nicht, dass Emojis schon alles richten werden. Es hat schon einen Grund, warum man wirklich wichtige Gespräche lieber von Angesicht zu Angesicht führen sollte. Wenn du deinen Freund aber trotzdem etwas Emoji-Nachhilfe geben willst, kannst du ihm dieses Stickeralbum schenken* – vergiss aber nicht dabei, ihm zuzuzwinkern.

Was sonst noch auf WhatsApp zu Missverständnissen zwischen dir und deinem Partner führen kann, erfährst du in unserem Video:

#2 Vermeide lange Antworten

Ich muss selbst eingestehen, dass ich nicht selten Diskussionen mit meinen Partnern über WhatsApp oder Facebook geführt habe. Wenn man wirklich aufgebracht ist und man sich gerade nicht mit dem anderen treffen kann, tippt man seine Gedanken schon mal schnell in aller Ausführlichkeit in sein Smartphone. Manchmal dachte ich, dass diese Art der Kommunikation doch eigentlich einem Telefonat oder persönlichem Gespräch überlegen sein müsste. Schließlich kann man sich so alles schwarz auf weiß, ganz in Ruhe zu Gemüte führen und kann einzelne Passagen noch mal lesen. So müssten Missverständnisse doch eigentlich viel leichter aus dem Weg zu räumen sein. Schließlich kann man auf diese Weise auch handfest beweisen, welche Formulierungen man genau verwendet hat.

In einem mündlichen Streit passiert es schnell, dass der Andere einem die Worte verdreht und man nicht mehr glaubhaft machen kann, dass man das so nie gesagt hat. In der Theorie mag sich das zwar schlüssig anhören, in WhatsApp-Chats sind lange Nachrichten eher kontraproduktiv. Richtig verwirrend wird es, wenn dein Partner auf einen Punkt in deinem Roman eingeht, du ihm dann daraufhin eine lange Antwort schreibst und gleichzeitig noch über die fünf anderen Problempunkte diskutieren willst. Irgendwann entsteht ein Wust von Antworten, die man gar nicht mehr zuordnen kann.

Daher mein Rat an dich: Wenn du deine Gedanken lieber in Schriftform packen willst, dann schreib deinem Partner lieber eine ordentlich gegliederte Mail oder auch einen handschriftlichen Brief. So sorgst du für eine übersichtlichere Kommunikation zwischen euch und machst außerdem noch deutlich, dass es dir um etwas Wichtiges geht. So ein schnöder WhatsApp-Chat ist doch einfach nicht das geeignete Mittel, um über die Prinzipien eurer Beziehung zu streiten, oder?

WhatsApp ist zudem nicht die sicherste Art der Kommunikation: Fremde können sich in deine Chats einschleusen!

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#3 Akzeptiere, wenn er nicht mehr schreiben will

Ich mag hier ein Klischee bedienen, aber ich kenne mehr Frauen, die sich auf WhatsApp stundenlang mit ihren Freundinnen austauschen als Männer. Wenn dein Freund auch in die Kategorie der WhatsApp-Muffel gehört, kannst du nicht erwarten, dass er sich auf ein Streitgespräch per Chat einlassen wird. Das Getippe von komplexen Sätzen, wenn man noch dazu in Rage ist, wird so jemandem tierisch auf die Nerven gehen. Nimm es also nicht allzu persönlich, wenn er an einem Punkt das Gespräch beenden und anderweitig fortführen möchte. Wenn er WhatsApp oder andere Messenger auch sonst nicht gerne nutzt, solltet ihr hier niemals einen Streit austragen.

Während man sich bei persönlichen Gesprächen nicht so einfach der Konversation entziehen kann, geht das bei WhatsApp einfacher. Nichts ist schlimmer, als bei einem Streit auf eine Antwort zu warten. Wir helfen dir dabei, diese Zeit konstruktiv zu nutzen:

Du wartest auf seine SMS? Dann tu jetzt das!

Ich hoffe, ich kann diese drei Regeln in Zukunft selbst mehr beherzigen. Das Schwierige ist ja, dass man im aufgebrachten Zustand auf vernünftige Regeln pfeift oder sich so ein WhatsApp-Streit auch schnell aus einer harmlosen Konversation ergeben kann. Wie sieht das in deiner Beziehung aus? Könnt ihr solche Endlos-Chats vermeiden oder kommt es auch häufiger dazu? Erzähl uns mehr darüber in den Kommentaren!

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Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/KristinaJovanovic, iStock/Getty Images Plus/denisgorelkin


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