Partner beschweren
Nina Rölleram 17.08.2018

Egal, wie sehr du mit deinem Partner harmonierst, hin und wieder wird es Verhaltensweisen geben, die dich stören. Das solltest du auch unbedingt äußern, Paartherapeuten raten aber dazu, dies nicht durch direkte Kritik zu tun. Laut Experten führt dies auf lange Sicht nur zu Streitereien oder gar zu einer Trennung. Ich zeige dir anhand eines Beispiels, wie du deinen Unmut äußern kannst, ohne deinen Liebsten zu kritisieren.

Ich war zunächst skeptisch, als ich den Rat des amerikanischen Paartherapeuten John Gottmann auf seinem Blog las: Wenn einem etwas am Partner stört, solle man ihn nicht kritisieren. Heißt das also, man soll seinen Ärger einfach hinunterschlucken? Wie soll man die Probleme in einer Beziehung lösen, wenn man Kritik nicht offen äußern kann?

Warum Kritik zu Streit führt

Anhand eines Beispiels ist mir jedoch klar geworden, warum direkte Kritik nicht immer der beste Weg ist und schnell zu Streit führt. Um dies zu verdeutlichen, beschreibt der Blogautor Jon Beaty eine klassische Streitsituation mit seiner Frau Tami:

Tami äußerte ihren Ärger darüber, dass er abends nach der Arbeit stets zu Abend essen und danach schweigend auf der Couch sitzen würde, anstatt mit ihr einen Spaziergang zu machen oder zu reden. Er reagierte auf diese Kritik lediglich mit der Aussage: „Ich bin müde“ und wurde richtig sauer, als sie nicht aufhörte, seine Abendgestaltung zu kritisieren.

Nach diesem Streit entschlossen die beiden, zu einer Paartherapie zu gehen, was laut dem Therapeuten Gottmann eine gute Entscheidung war. Ihm zufolge sei derartige Kritik selten konstruktiv, sondern führe langfristig zur Verachtung des Partners und einer konstanten Abwehrhaltung. Zum Glück hat er aber auch Vorschläge, wie man dies vermeiden kann.

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So äußerst du deinen Unmut konstruktiv

Anstatt seinem Partner Kritik an den Kopf zu werfen, empfiehlt Gottmann, schrittweise vorzugehen:

  • Drücke aus, wie du dich fühlst.
  • Benenne eine spezifische Situation, die dich stört.
  • Sag deinem Partner, was deine Bedürfnisse sind.

Angewandt auf die Streitsituation von Tami und Jon könnte dies so aussehen:

Tami: Ich bin traurig darüber, dass wir nach dem Abendessen keine Zeit haben, um miteinander zu reden. Können wir einen Spaziergang machen und für eine halbe Stunde reden?

Jon: Ich bin müde, nachdem ich auf der Arbeit den ganzen Tag Leuten zugehört habe. Bitte lass mich eine Weile ausruhen.

Tami: Ich befürchte, dass du auf der Couch einschlafen wirst und es zu spät sein wird, noch einen Spaziergang zu machen. Ich möchte, dass du dich ausruhst. Du könntest dich eine halbe Stunde lang ausruhen und dann einen Spaziergang mit mir machen. Falls du einschlafen solltest, würde ich dich gerne wecken.

Jon: Das klingt fair, lass es uns so machen.

Ein solch konstruktiver Dialog klappt natürlich nur, wenn beide Seiten sich an die Kommunikationsregeln halten, also von sich und ihren Bedürfnissen sprechen, anstatt den anderen zu kritisieren. Einen ganz ähnlichen Ansatz hat auch Coach und Schauspielerin Adele Landauer. Im Video erklärt sie, warum es wichtig ist, die problematische Verhaltensweise konkret zu benennen, anstatt dem Partner das Gefühl zu geben, er hätte einen schlechten Charakter:

Nimm’s mit Humor!

In vielen Beziehungen gibt es wiederkehrende Konflikte, weil es einfach Verhaltensweisen gibt, die man schwer ablegen kann. Du wirst deinem Partner vielleicht nicht abgewöhnen können, dass er den Klodeckel nie schließt. In solchen Fällen helfe laut dem Paartherapeuten Gottman Akzeptanz und Humor. Auch wenn dich dies noch so stört, sollte eine solche Kleinigkeit nicht zu einer ernsthaften Bedrohung für eure Beziehung werden. Wenn ihr euch gut kennt, werdet ihr bereits wissen, in welchen Situationen ihr unterschiedlicher Meinungen seid. Anstatt allerdings ein klärendes Gespräch über die Sinnhaftigkeit von Klodeckeln zu führen, könnt ihr auch einfach versuchen, über diese Belanglosigkeit zu lachen.

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Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Kommunikations-Tipps bei kleineren Konflikten hilfreich sein können. Allerdings bin ich mir unsicher, ob es nicht auch Situationen gibt, in denen es kontraproduktiv ist, in der Ich-Perspektive zu reden. Ein manipulativer Partner könnte dies ausnutzen und Gaslighting betreiben. Am besten erklärst du daher deinem Liebsten, warum er dich im Gegenzug ebenfalls nicht kritisieren sollte. Glaubst du, dass du diese Kommunikationsregeln anwenden kannst, oder bist du dafür zu impulsiv? Sag mir deine Meinung in den Kommentaren!

Bildquelle:

iStock/Zinkevych


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Was denkst du?

  • HefeVase672 am 17.08.2018 um 20:53 Uhr

    Stimmt..es führt oft zu STREIT...

    Antworten