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Teil 5

dates & desires: Die schlimmste Frage, die Männer beim Sex stellen können

Vielleicht habt ihr das auch schon mal erlebt: Ihr geht mit einem Typen ins Bett, habt mega Lust mit ihm zu schlafen, alles läuft wie es laufen soll und plötzlich fällt ein einziger Satz, der jeden Hauch von erotischer Stimmung zunichte macht. Düdüüüm. Keinen Schimmer, wovon ich spreche? Welche Frage für mich die schlimmste ist, die ein Mann beim Sex stellen kann, verrate ich euch in meiner Kolumne.

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, rede ich unglaublich gern über Dating und Co. Kein Wunder also, dass meine Freundinnen regelmäßig Einblicke in mein Liebesleben bekommen (ob sie wollen oder nicht #sorrynotsorry). So auch im letzten Herbst, als ich zwei meiner Girls vom ersten Sex mit einem Typen berichtete, den ich damals traf. Einen wirklich befriedigenden (haha) Bericht konnte ich ihnen nur leider nicht geben – denn er hatte es geschafft, mit meiner absoluten No-Go-Frage Nr. 1 die Stimmung zu killen. Meine Freundinnen machten sich einen Spaß daraus und versuchten, den verantwortlichen Wortlaut zu erraten, wobei sie ziemlich kreativ wurden: „Muss ich die Socken ausziehen?“, „Unten oder oben?“, „Brauchen wir ein Vorspiel?“, „Sollen wir das Licht ausmachen?“ Nope. „Nimmst du die Pille?“ Warm! „Brauchen wir ein Kondom?“ HEIß! Also heiß im Sinne von richtig geraten. Denn für heiße Stimmung sorgt diese Frage definitiv nicht.

Was ist das mit den Männern und der Verhütung?

Es war tatsächlich nicht das erste Mal, dass mich ein Mann beim Sex gefragt hat, ob wir ein Kondom brauchen oder ob ich die Pille nehme. Es ist sogar schon so oft passiert, dass ich mich mittlerweile darüber freue, wenn mein Sexpartner von selbst und ohne Nachfrage nach einem Gummi greift – und diese Tatsache ist irgendwie ziemlich traurig, oder nicht?

Zugegeben: Auch mein jüngeres Ich war bei dem Thema lange nachlässig. Doch das hat sich mittlerweile geändert und in meiner Naivität bin ich davon ausgegangen, dass jeder und jede mit dem Alter schlauer wird und sich über die Risiken bewusst ist. Doch scheinbar trifft das noch lange nicht bei allen Menschen zu. Es ist ja schön und gut, dass die Pille mich vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Vor Geschlechtskrankheiten tut sie das aber nicht und das wissen wir doch eigentlich alle. Oder doch nicht? Wie kann es sein, dass einige Männer offensichtlich keinen Gedanken an dieses Thema verschwenden? Sind sie so schlecht aufgeklärt? Oder ist es ihnen einfach egal? Ich weiß es wirklich nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass ich das Ganze unglaublich erschreckend finde – immer wieder aufs Neue.

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Verhütung ist Frauensache? Bullshit!

Für mich ist es selbstverständlich, Kondome zu benutzen, wenn ich wechselnde Sexpartner habe. Und genau dieses Selbstverständnis wünsche ich mir auch von Männern. Hört bitte auf, euch auf der Pille auszuruhen, wenn eure Sexpartnerin sie nimmt – sie ist kein Grund, auf ein Kondom zu verzichten. Im Gegenteil: Die Benutzung von Kondomen sollte außerhalb von monogamen Beziehungen nicht zur Debatte stehen.

Wenn wir die ganze Sache mit den Geschlechtskrankheiten mal ausblenden – dafür habe ich nämlich wirklich keine Erklärung parat –, macht dieses nicht vorhandene Verantwortungsbewusstsein eine Sache mehr als deutlich: Verhütung ist in vielen Köpfen immer noch Frauensache. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass es abgesehen vom Kondom nur Methoden für das weibliche Geschlecht gibt. Klar, dass die Männer damit aus dem Schneider sind … nicht. (Grüße an dieser Stelle an meinen Ex-Freund, der nicht eingesehen hat, mir die Hälfte zur Pille dazuzugeben.) Auch Männer können ihren Teil beitragen: Informiert euch, übernehmt Verantwortung und benutzt verdammt nochmal Kondome, wenn es schon das einzige Verhütungsmittel ist, dass es derzeit für euch gibt.

Zeigt endlich Verantwortung, liebe Männer

Schaue ich auf meine Erfahrungen zurück, finde ich es umso überraschender, was der Sextoy-Hersteller We-Vibe in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Forschungseinrichtung YLabs im Rahmen einer weltweiten Studie zur „Zukunft von männlicher Verhütung“ herausgefunden hat: Unter mehr als 3.500 befragten Personen gaben 78 Prozent der Männer an, die Empfängnisverhütung übernehmen und sich die Verantwortung gemeinsam mit ihren Partnerinnen teilen zu wollen, sofern irgendwann entsprechende Medikamente auf dem Markt sind. Es gibt also scheinbar doch noch Hoffnung. Gleichzeitig – und das kann ich sehr gut nachvollziehen – fällt es laut Umfrage vielen Frauen schwer, die Verantwortung abzugeben. Klar, denn am Ende sind immer noch wir diejenigen, die schwanger werden können und die (körperlichen) Konsequenzen tragen

Für mich steht fest, dass ich diese Verantwortung niemals abgeben würde – auch nicht an einen festen Partner, dem ich vertraue. Trotzdem finde ich es wichtig, dass wir alle die Wahl haben, sie abgeben zu können, wenn wir das möchten. Und dass nicht immer alles an uns Frauen hängen bleibt und wir die Entscheidung treffen müssen, ob wir uns jeden Tag eine Hormonbombe einwerfen, einen Fremdkörper einsetzen lassen oder doch auf Kondome vertrauen. Und uns oben drauf auch noch mit Männern rumschlagen müssen, die Kondome nicht für nötig halten oder sich im schlimmsten Fall dagegen wehren, weil ihr Penis zu groß ist oder aus welchem lächerlichen Grund auch immer.

Rica Pahlke
Rica Pahlke, desired-Redakteurin für Social Media, News & Liebe

Größter Abturner? Unreifes Verhalten

Ich will das alles echt nicht mehr hören und kann jetzt schon sagen, dass ich beim nächsten Mann, der mich fragt, ob wir ein Kondom brauchen, definitiv ausflippen werde. Oder ich sage ihm, dass ich eh nie welche benutze und meine Chlamydien gerne mit ihm teile. Das überlege ich mir noch. Nee, mal ehrlich: Für mich gibt es wirklich keinen größeren Abturner als zu merken, dass sich jemand in Sachen Sex unreif verhält und nicht über die möglichen Folgen nachdenkt. Solche Männer möchte ich einfach nur straight aus meinem Bett werfen. Und das werde ich beim nächsten Mal – auch wenn ich mir wirklich wünsche, dass es kein nächstes Mal geben wird – genau so machen. Ich hoffe, ihr auch!

Alle bisher veröffentlichten „dates & desires“-Kolumnen findest du hier:

dates & desires: Die wöchentliche Dating-Kolumne von Lara & Rica

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Bildquelle: Unsplash / Emily Morter

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