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Bin ich hässlich? Das solltest du wissen, wenn du dir diese Frage stellst

Die eigene Attraktivität

Bin ich hässlich? Das solltest du wissen, wenn du dir diese Frage stellst

Was als schön gilt, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – aber nicht nur! Schönheitsideale sind auch immer geprägt von aktuellen Moden und können je nach Kultur unterschiedlich aussehen. Dabei ist es nur logisch, dass nicht jeder diesen Idealen entsprechen kann. Hast du dich beim Anblick in den Spiegel schon mal gefragt, ob du hässlich bist? Wir zeigen dir, welche Gründe diese Zweifel haben können und wie du selbstbewusst mit vermeintlichen Makeln umgehen kannst.

Bin ich hässlich? Ursachenforschung bei Selbstzweifeln

Eins schon mal vorweg: „Hässlich“ ist wirklich ein sehr hartes Wort, mit dem häufig nicht nur unschöne Dinge oder Personen bezeichnet werden, sondern vor allem auch miese Charakterzüge. In einer perfekten Welt sollte das äußere Erscheinungsbild von Menschen niemals mit diesem heftigen Adjektiv beschrieben werden – und vor allem solltest du dir das selbst nicht antun! Leider leben wir aber nicht in einer perfekten Welt und oft sind wir selbst unsere härtesten Kritiker. Was also tun, wenn du dir trotz aller ermutigenden Body Positivity-Kampagnen und Aufmunterungen von Freunden dennoch die Frage stellst: „Bin ich hässlich“?

Im ersten Schritt kann es helfen, erst mal deine Wortwahl zu überdenken. Denn so lange du kein Massenmörder oder dergleichen bist, können wir dir deine Frage schon mal mit einem klaren Nein beantworten. Du bist nicht hässlich. Streiche dieses Wort am besten aus deinem Wortschatz, wenn du über dein Äußeres urteilst. Fragen wie „Was stört mich an mir selbst?" oder „Bin ich (un)attraktiv?" gehen zwar in eine ähnliche Richtung, klingen aber direkt weniger harsch.

Dysmorphophopie: Die Angst, hässlich zu sein

Plagen dich diese Zweifel jeden Tag und hast du tatsächlich Angst davor, „hässlich“ auszusehen, nur weil du dein Äußeres länger nicht mehr im Spiegel gecheckt hast, kann es sein, dass du an Dysmorphophobie leidest – der Angst, hässlich zu sein. Dahinter steckt eigentlich nie ein tatsächlich unattraktives Aussehen, vielmehr handelt es sich um eine ernstzunehmende Zwangsstörung, die du gemeinsam mit einem Psychotherapeuten aufarbeiten solltest.

Keine Angst vorm Spiegel: Der Weg zur Körperakzeptanz
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Selbstzweifel in jüngeren Jahren

Die Frage, ob man selbst hässlich oder schön ist, stellt sich wohl jeder mal im Laufe seines Lebens. Eine besonders große Rolle spielt sie aber während der Pubertät und auch noch in den Jahren danach, wenn wir zu Erwachsenen heranwachsen und noch herausfinden müssen, wer wir eigentlich sein wollen. Neben körperlichen Veränderungen beschäftigen wir uns in diesem Lebensabschnitt auch vermehrt mit unserer Sexualität und fragen uns, welche sexuelle Ausstrahlung wir auf andere haben. Daher ist es kein Wunder, dass die Pubertät für fast jeden eine Zeit voller Selbstzweifel ist: Wir haben oft Angst, nicht dazuzugehören und von anderen gemobbt zu werden. Das Äußere ist in dieser Zeit leider der einfachste Angriffspunkt: Wohl kaum einer kann so gemein sein, wie gleichaltrige Teenager, die mit einem blöden Spruch zu deiner Figur oder deinen Pickeln manchmal jahrelangen Schaden anrichten können. Auch Erfolglosigkeit beim Daten beziehen wir häufig – fälschlicherweise – auf unsere Attraktivität, ganz nach dem Motto: „Wenn er mich nicht will, muss es daran liegen, dass ich hässlich bin.“

Während unter diesem Schönheitsdruck auch schon Generationen vor uns gelitten haben, ist er aktuell dank Social Media stärker denn je. Junge Menschen können erbarmungslos sein, wenn sie die Fotos ihrer Mitschüler kommentieren. Und das Schlimmste: Eine Bemerkung wie „Boah, ist die hässlich!“ wird nicht mehr nur über die Flure geflüstert, sondern online für andere einsehbar gepostet. Sich in dieser Lebensphase ganz den fiesen Urteilen anderer zu entziehen, ist wohl kaum möglich. Eins können wir dir aber versichern: So ziemlich jede Person blickt nach ein paar Jahren auf diesen Lebensabschnitt zurück und würde sein jüngeres Ich gern mal in den Arm nehmen, um ihm zu versichern: „Du bist nicht hässlich!“ In dieser Zeit hilft es meist wirklich nur, sich zu versichern, dass alles besser werden wird und dir Hater und Mobber schon bald völlig egal sein werden.

Unser Tipp: Entferne Profile auf Social Media, mit denen du dich ständig nur vergleichst und folge lieber Personen, die dir ein gutes Gefühl geben. Wir hätten da ein paar Vorschläge parat:

Diese Frauen beweisen, wie vielfältig Schönheit ist!

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Was gilt in unserer Gesellschaft als hässlich?

Wir können alle noch so oft behaupten, dass Schönheit ausschließlich von Innen kommt, es lässt sich aber nicht leugnen, dass es in unserer Welt Schönheitsideale gibt und sich viele auch daran orientieren. Deutlich wird das zum Beispiel in der Arbeitswelt: Mehrere Studien konnten belegen, dass Bewerber*innen, die als attraktiv gelten, auch bei schlechteren Qualifikationen bessere Chancen hatten. Im Umkehrschluss werden also Personen, die als unattraktiv oder „hässlich“ gelten, diskriminiert. Hier spricht man von Lookismus.

Lookismus: Normierte Körper – Diskriminierende Mechanismen – (Self-)Empowerment
Lookismus: Normierte Körper – Diskriminierende Mechanismen – (Self-)Empowerment

Dieser Lookismus ist oft auch verknüpft mit anderen Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus und Ableismus (die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen). In der westlichen Welt gelten weitläufig zum Beispiel eher die Haare und Gesichtszüge von weißen Menschen als „schön“, während breite Nasen und krauses Haar nicht dem Ideal entsprechen. Es mag natürlich auch Ausnahmen geben, analysiert man aber, welche People of Color (nicht weiße Menschen, wie zum Beispiel Schwarze oder Asiaten) beispielsweise für Werbekampagnen gebucht werden, sind es oft eher diejenigen, deren Haut nicht ganz so dunkel oder deren Augen nicht allzu schmal sind. Darüber hinaus haben Frauen auch in der Regel mehr mit Lookismus zu kämpfen als Männer, weil sie von klein auf stärker auf ihr Aussehen reduziert werden. Es ist daher auch kein Wunder, dass Mädchen und Frauen auf Social Media häufiger als „hässlich“ beschimpft werden.

Schönheit und Hässlichkeit sind relativ

Auch wenn gemeinhin das Schönheitsideal eines möglichst symmetrischen Gesichts, einer proportionalen schlanken Figur, großen Augen und glatten Haaren vorzuherrschen scheint, zeigt ein Blick auf die eigenen Vorstellungen und die von Freunden oft ein anderes Bild. Wen wir als hässlich oder schön empfinden, ist fast immer auch abhängig davon, was wir von der Person halten. Bestimmt kennst du auch jemanden, den du überhaupt nicht leiden kannst. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die- oder derjenige in deinen Augen auch weniger schön aussieht. Umgekehrt kann es also gut sein, dass jemand, der dich als „hässlich“ bezeichnet, dich einfach nur nicht leiden kann – man kann eben nicht jedem gefallen! Mach außerdem mal den Test, und frage deine Freund*Innen, welche Schauspieler*Innen sie attraktiv finden. In den seltensten Fällen sind sich alle einig. Wir können darauf wetten, dass sofort eine Diskussion darüber ausbricht, wie man „Person x“ ernsthaft heiß finden kann und „Person y“ nicht. Wenn du feststellst, dass selbst Hollywood-Schönheiten wie Angelina Jolie, Ryan Gosling oder Channing Tatum von manchen als unattraktiv oder gar hässlich empfunden werden, wirst du auch Urteile über dich selbst nicht mehr so ernst nehmen. Wohl keine Person auf der Welt wird von jedem als schön empfunden. Aus diesem Grund fordern immer mehr Menschen, nicht Body Positivity, sondern Body Neutrality zu propagieren.

Das kannst du tun, wenn du dich hässlich fühlst

Menschen, die sich selbst als schön empfinden, sind nicht zwingend nur diejenigen, die den gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Oft geht es vielmehr um eine Selbstzufriedenheit und ein gutes Selbstbewusstsein. Mit einer solchen positiven Einstellung redest du dir selbst nicht bloß ein, schön zu sein, du strahlst es auch für andere aus: Selbstbewusste Menschen gelten als attraktiver als solche, die sich ständig selbst fertig machen und sich wie eine graue Maus in den Hintergrund rücken. Manchmal können kleine optische Veränderungen den ersten Push für mehr Selbstbewusstsein geben. Wenn du dich schon lange hässlich fühlst, kann es gut sein, dass du dich in einem Teufelskreis befindest und dich immer mehr vernachlässigst. Wir können dich nur ermuntern, mit etwas Self Care den ersten Schritt zu machen. Je nachdem, was der Teil deines Äußeren ist, der dich stört, können die folgenden Ratgeber dir helfen, dich wohler in deiner Haut zu fühlen:

Mut zur Hässlichkeit: Makel selbstbewusst akzeptieren

Mit manchen vermeintlichen Makeln wird man eben geboren – und das ist auch gut so! Stell dir doch mal eine Welt vor, in der alle die gleiche kleine perfekte Nase hätten oder es nur einen Figurtyp gäbe. Anstatt deine „Makel“ auszubessern oder zu verstecken, kannst du auch einfach die Flucht nach vorne machen und sie selbstbewusst als einen Teil deiner individuellen Persönlichkeit betrachten. Mal davon abgesehen, dass „Makel“ wie hängende Brüste, lange Schamlippen oder Gesichtsbehaarung bei Frauen viel normaler sind, als du vielleicht denkst, können sie dich auch schöner machen. Nicht wenige Menschen empfinden gerade Körpermerkmale, die nicht der Norm entsprechen, als attraktiv, weil sie eben besonders aussehen.

Es gibt auch Menschen, die besser damit leben, sich einfach vom Schönheitsdruck zu befreien. Die Frage danach, ob sie hässlich sind oder nicht, ist für sie einfach irrelevant. So geht es auch Vanessa Münstermann, die Opfer eines Säure-Angriffs wurde, der ihr Gesicht entstellt hat. Im interview erklärte sie uns:

Ich könnte mir auch noch eine Augenbraue tätowieren, ein normales Auge einsetzen und alles rekonstruieren lassen. Dann sähe ich ‚fast wie früher‘ aus. Ich habe aber Angst davor, mich mit Schminke so zu verstellen, dass ich psychisch darunter leide.

Vanessa Münstermann

Eine ähnliche Haltung hat auch Melanie Gaydos. Die amerikanische Schauspielerin hat von Geburt an einen Gen-Defekt, der ihr ein ungewöhnliches Aussehen verleiht. In einem Interview erklärte sie selbstbewusst und ganz ehrlich:

Ich habe mich nie als ‚hübsch‘ angesehen, aber auch nie als ‚hässlich'. Schönheit ist für mich ein Gefühl, das man hat und ausstrahlt.

Melanie Gaydos

Dem können wir nichts weiter hinzufügen. Wir wünschen dir alles Gute auf deinem Weg, dich und deinen Körper lieben zu lernen. Sei dir bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen erfolgen kann. Auf deinem Weg dahin können dir aber diese Body Confidence-Zitate am Spiegel und die folgenden Schritte helfen:

9 Schritte, um dich und deinen Körper lieben zu lernen

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Bildquelle:

Unsplash/Sandra Seitamaa

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