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Otter als Haustier: Darf man die Wildtiere in Deutschland halten?

© iStock/bahadir-yeniceri
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Otter sind Wildtiere und somit eigentlich nicht als Haustier geeignet. Trotzdem sind Youtube und die sozialen Medien voll von Videos in denen die Tiere wie Hunde Gassi geführt werden oder im hauseigenen Pool plantschen. Vor allem in Japan und Vietnam gelten Otter mittlerweile als beliebte Haustiere. Aber ist das artgerecht und wäre es in Deutschland überhaupt erlaubt, einen Otter als Haustier zu halten?

Was sind Otter und wie leben sie?

Otter gehören zur Familie der Mader und werden teils auch Wassermader genannt. Es gibt 13 verschiedene Otterarten, die weltweit verbreitet sind und in und an Gewässern leben. Sie können sehr lange tauchen, da sie ihre Ohren und Nasenlöcher unter Wasser schließen können. Otter werden je nach Art bis zu einem Meter lang und wiegen zwischen 25 und 45 kg. Sie ernähren sich von Fisch und haben einen sehr großen Appetit. Ein Seeotter etwa muss bis zu 25 Prozent des eigenen Körpergewichts täglich fressen, um zu überleben. Otter leben in Gruppen von bis zu 15 Tieren, mit denen sie intensive soziale Kontakte pflegen. Ihr natürliches Revier hat meist eine Größe von 25 bis 45 Quadratkilometern. In freier Wildbahn sind sie durch Wasserverschmutzung, Insektizide, Jagd und Überfischung gefährdet, weshalb sie vom Washingtoner Artenschutzabkommen CITES geschützt sind. Otter haben eine Lebenserwartung zwischen 8 und 13 Jahren. Otter in Gefangenschaft können teilweise jedoch deutlich älter werden.

Otter sind hier als Haustier nicht sonderlich verbreitet. Dieses außergewöhnlichen Haustiere dafür schon:

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Darf man Otter als Haustier halten?

Das Artenschutzabkommen regelt den Handel mit den Tieren. Die meisten Otterarten dürfen demnach gar nicht gehandelt werden. Einige wenige gelten jedoch nur als gefährdet und nicht als streng gefährdet und dürfen somit unter bestimmten Regularien verkauft werden. In Deutschland und Europa ist der Fang jeglicher wilder Otter komplett verboten. Die Otterart, die als Haustier besonders beliebt ist, kommt allerdings ohnehin nicht hierzulande vor, sondern vor allem in Indien und Südostasien. Es handelt sich um den indischen Kurzkrallenotter, auch Zwergotter genannt. Mit einer Länge von 40 bis 60 cm und einem Gewicht von 2,7 bis 5,5 kg ist er deutlich kleiner als etwa der hier verbreitete Fischotter. Zwergotter machen Schätzungen zufolge 98 Prozent der als Haustiere gehaltenen Otter aus. Neben der kompakten Größe sind es vor allem auch ihre fingerartigen Vorderkrallen, mit denen sie essen, die sie bei Menschen so beliebt machen.

Wer in Deutschland einen Zwergotter halten möchte, muss strenge Regularien erfüllen. Der Otter muss etwa eine Fläche von mindestens 20 Quadratmetern für sich haben, wovon die Hälfte Wasser sein muss. Auch ist die Haltung eines Otters allein ist nicht empfohlen und es muss eine sehr aufwendige, artgerechte Fütterung mit Fischen stattfinden. Ohnehin ist es jedoch nicht ratsam und legal auch kaum möglich, in Deutschland an einen Otter zu kommen. Der Handel mit jungen Ottern als Haustieren findet zum Großteil illegal über eBay Kleinanzeigen oder andere Plattformen statt. Wie viele Menschen in Deutschland einen Otter halten, ist deshalb nicht bekannt. Wer einen Otter legal halten möchte, braucht dafür eine Genehmigung der jeweiligen Landesbehörde, die je nach Bundesland an strenge Vorschriften geknüpft ist.

Was hat es mit den süßen Ottervideos im Internet auf sich?

Im Internet gibt es zahlreiche süße Videos von Haustier-Ottern, die den Eindruck erwecken, einen Otter zu halten sei nicht schwerer, als eine Katze oder einen Hund. Eines der prominentesten Beispiele sind wohl die Otter Hana und Kotaro vom japanischen Youtube-Channel Kotsumet, der über 1,4 Millionen Abonnenten hat. Hana und Kotara kuscheln mit ihren Besitzern, spielen im Pool und gehen auch mal spazieren. Was süß aussieht, ist aus Sicht von Tierschützer*innen ein Problem. Denn solche Channel erwecken den Eindruck, als könnte jeder und jede ohne weiteres einen Otter domestizieren. Doch gerade, wer einen jungen Otter aus dem Internet kauft, ignoriert oft, dass es sich hier um ein Raubtier mit eigenem Willen handelt. Otter können zwar sehr zahm werden, müssen es aber nicht.

Um den Otter-Hype nicht weiter zu fördern, ruft die Welttierschutzgesellschaft sogar dazu auf, Otterprofile auf Social Media nicht zu unterstützen, also keine Likes oder Kommentare zu hinterlassen und entsprechende Videos oder Bilder, auf denen Otter etwa in Kostüme gesteckt oder anders misshandelt werden, wegen der Zurschaustellung von Tierleid zu melden.

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