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Studie

Die Familienplanung und die Vernunft

Die Familienplanung und die Vernunft

Immer weniger junge Frauen entscheiden sich heutzutage für ein Kind, wer Mama wird, wird es immer öfter erst jenseits der 30. Was es mit der verzögerten Familienplanung auf sich hat und warum die „späte“ Schwangerschaft wohl bald normal werden wird, zeigt jetzt eine Studie.

Mami sein oder nicht Mami sein? Das ist hier die Frage! Deutschland wird älter, die Babys bleiben aus. Doch woran liegt es, dass immer weniger junge Frauen auch Mama werden wollen? Sind Kinder nicht mehr die Erfüllung, die sie einmal waren? Stirbt der Kinderwunsch aus? Oder stehen vielleicht doch Zukunftsängste im Weg, die die Familienplanung auf Eis legen? Nur wenige Branchen bieten noch ein Gehalt, das für die Versorgung einer ganzen Familie ausreicht, meistens müssen beide Partner mit anpacken, um die Kosten zu wuppen. Was ist, wenn eine Schwangerschaft den Berufseinstieg noch schwerer macht? Wie kann man befristete Verträge und Elternzeit vereinbaren, ohne dass hinterher der Job weg ist? Und wie kommt man heutzutage noch an einen bezahlbaren Krippenplatz? Fragen über Fragen, die den Wunsch nach dem Elterndasein ganz schön auf die Probe stellen.

Happy family walking with dog in the forest
Familie mit Mitte 20 oder Mitte 30? Immer mehr Paare warten mit der Familienplanung.

Wie hart diese Probe wirklich ist, wollte jetzt die Zeitschrift ELTERN zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa herausfinden. Sie befragten insgesamt 1.012 kinderlose Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren nach den Beweggründen, (noch) keine Kinder zu haben. Dabei bezogen sie in der repräsentativen Umfrage die jeweilige Lebenssituation, die persönlichen Motive und Wünsche zum Thema Familienplanung mit ein.

Erst Sicherheit, dann Familienplanung

Wer jetzt befürchtet, der Kinderwunsch sei ausgestorben, kann beruhigt aufatmen. Ganze 87 Prozent der Befragten gaben an, später einmal eines oder mehrere Kinder haben zu wollen. Später. Es ist also keine Ablehnung gegenüber Kindern, die dafür sorgt, dass junge Familien gar nicht so jung sind, es ist das Vertagen der Familienplanung. Damit sich Paare für ein Kind entscheiden, müssen erst einige Voraussetzungen erfüllt sein: 73 Prozent legen für die Familienplanung eine feste und stabile Partnerschaft zu Grunde, dicht gefolgt von der finanziellen Sicherheit, die der Beruf mit sich bringen sollte. Da meist nur das gemeinsame Gehalt für die Familie ausreicht, besteht der Wunsch nach einer größeren Flexibilität für Eltern im Job sowie eine bessere Bezahlung für Teilzeitmodelle. Und während die Eltern dem Beruf nachgehen, sollte der Sprößling gut in der Kinderbetreuung aufgehoben sein. So wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einem zentralen Faktor in der Familienplanung, denn 60 Prozent der Befragten möchten in der Lage sein, ihrer Familie ausreichend Zeit widmen zu können.

Ü30 Familienplanung: Ein Zukunftsmodell?

Bis die Voraussetzungen für die Umsetzung des Kinderwunsches geschaffen sind, können einige Jahre vergehen. Das gilt besonders für lange Ausbildungszeiten und Studium. Ehe dann die ersten Jahre im Beruf um sind, ist der 30. Geburtstag gefeiert und die Familienplanung immer noch aufgeschoben. Das belegt auch die ELTERN-Studie: 73 Prozent der 27- bis 30-Jährigen verschieben den Kinderwunsch auf den Lebensabschnitt zwischen 30 und 35, Tendenz älter: 37 Prozent gaben an, dass sie es nicht unwahrscheinlich fänden, wenn in 20 Jahren mehr Frauen erst mit 50 Mutter werden. Späte Schwangerschaften haben Dank medizinischer Möglichkeiten wie „Social Freezing“ viel von ihrem Schrecken verloren.

Finanzielle Sicherheit vor Familienplanung: Dieses von Vernunft geleitete Credo sorgt dafür, dass immer mehr Paare ihren Kinderwunsch aufschieben und der erhoffte Anstieg der Geburtenrate weiterhin ausbleibt.

Bildquelle: iStock/vvvita

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