Cerebralparese

Sauerstoffmangel ist eine der Hauptursachen für viele dauerhafte Folgeschäden. Auch für die Cerebralparese ist er in den meisten Fällen verantwortlich. Etwa 1 von 500 Neugeborenen leidet an der Krankheit. Auf welche Symptome sollest Du bei Deinem Kind achten und was kannst Du tun, wenn Deine Familie betroffen ist?

Was ist eine Cerebralparese?

Die Cerebralparese ist eine Bewegungsstörung, die in Folge einer frühkindlichen Hirnschädigung auftritt. Cerebralparese ist dabei ein Sammelbegriff für die Folgen der Gehirnschädigung, die sich in sehr unterschiedlicher Weise auswirken kann. Etwa 1 von 500 Neugeborenen hat die Krankheit, sehr kleine Frühchen trifft es etwa 100 bis 300 Mal häufiger als Babys, die bis zum errechneten Geburtstermin ausgetragen wurden. Sollte Dein Kind an einer Cerebralparese leiden, ist eine möglichst frühe Diagnose und Therapie entscheidend, damit die restlichen Hirnzellen wenigstens teilweise noch die ausgefallenen Funktionen der abgestorbenen Zellen übernehmen können.

Cerebralparese: Was sind die Auslöser?

Meistens führt Sauerstoffmangel zu einem Absterben von Nervenzellen und damit einer Hirnschädigung. Sollte Dein Kind also vor oder während der Geburt an Sauerstoffmangel leiden, ist das ein hohes Risiko für eine Cerebralparese. Auch wenn Du während der Schwangerschaft unter Infektionskrankheiten wie Toxoplasmose oder Röteln leidest, können dadurch Hirnschäden bei Deinem Kind entstehen. Außerdem kann eine Minderversorgung des Gehirns durch eine Fehlbildung des Mutterkuchens oder eine unbehandelte Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Dir und Deinem Baby die Ursache sein. Komplizierte Geburten wie eine Sturzgeburt oder eine verzögerte Geburt sind ebenfalls gefährlich, da Dein Baby dabei Sauerstoffmangel ausgesetzt sein kann. Hirnblutungen bei Frühchen sowie besonders starke Neugeborenengelbsucht sind nach der Geburt häufige Ursachen einer Cerebralparese. Im Kleinkindalter sind ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Hirnhautentzündung die häufigsten Hirnschädigungen, bei denen im Anschluss eine cerebrale Bewegungsstörung auftritt. Die Hirnschädigung wird primär durch äußere Umstände herbeigeführt, genetische Faktoren spielen keine große Rolle. Allerdings ist die Ursache einer Hirnschädigung nicht immer klar bestimmbar.

Cerebralparese entsteht zumeist durch Sauerstoffmangel vor, während oder kurz nach der Geburt.

Mit einer frühzeitigen Therapie können die Auswirkungen der Cerebralparese abgeschwächt werden.


Verschieden Ausprägungsformen der Cerebralparese

Je nach Art der Hirnschädigung können bei einer Cerebralparese unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten. Ist die motorische Bahn vom Gehirn zum Rückenmark geschädigt, leidet Dein Kind an einer Spastik. Dabei sorgt eine erhöhte Muskelspannung für eine Steifheit der Muskulatur; langsame und zähe Bewegungen und eine sehr starre Körperhaltung sind die Folge. Wenn die Kontrollstationen der Nervenleitungen zwischen Hirn- und Rückenmark von der Schädigung betroffen sind, spricht man von einer Athetose. Die Muskelspannung ist wechselnd stark oder schwach, was zu unkontrollierten, schlängelnden Bewegungsabläufen führt. Außerdem hat Dein Baby eine erschwerte Kopfkontrolle, weswegen es sich nur mühsam in erhöhte Position aufrichten kann. Auch beim Essen, Trinken und Sprechen wird Dein Kein durch die wechselnde Muskelspannung behindert. Kinder, die an einer Athetose leiden, haben besonders starke Probleme mit dem Gleichgewichthalten, selbstständiges Gehen ist daher nur bei einer leichten Form möglich. Liegt eine Schädigung des Kleinhirns vor, spricht man von einer Ataxie. Dabei besteht eine niedrige Grundspannung der Muskulatur. Die Bewegungen Deines Kindes sind weniger zielsicher und seine Bewegungsabläufe wirken fahrig und unharmonisch. Dosierung, Abstufung und das rasche Abbremsen von Bewegungen sind durch die niedrige Muskelspannung erschwert. Auch das Gleichgewicht ist erheblich gestört. Zwar ist Laufen lernen möglich, der Gang wirkt aber schwankend. Da meistens mehrere Gehirnareale von der Schädigung betroffen sind, tritt in vielen Fällen eine Mischform der verschiedenen Unterarten der Cerebralparese auf.

Was für Auswirkungen hat eine Cerebralparese?

Bei der Cerebralparese ist das Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung der Nervenfunktionen gestört, was keine normale Muskelfunktion zulässt. Dadurch kann Dein Kind Schwierigkeiten in der Bewegung haben oder untypische Bewegungsmuster entwickeln, die es nicht kontrollieren kann. Außerdem wird Dein Kind Reflexe behalten, die bei einer normalen Entwicklung in den ersten Jahren verschwinden, wenn man lernt, sich zu bewegen. Dabei sind in vielen Fällen bei einer Cerebralparese nicht nur die Rumpf-, Arm- und Beinmuskulatur betroffen, sondern auch die mimische Muskulatur und die Mund-, Zungen- und Halsmuskeln. Das kann bei Deinem Kind zu einem verzerrten Gesichtsausdruck, übermäßiger Speichelproduktion, Essschwierigkeiten und Sprachstörungen führen. Je nach Ausprägung der Cerebralparese können verschiedene Körperteile unterschiedlich stark betroffen sein. Manchmal ist eine Körperhälfte stärker beeinträchtigt als die andere, manchmal sind vor allem die Arme oder Beine betroffen. Weil die Hirnschädigungen meistens nicht nur einen Bereich betreffen, wird die Cerebralparese häufig von anderen Krankheitserscheinungen begleitet, die nichts mit dem motorischen Zentrum zu tun haben. So kann auch die geistige Entwicklung Deines Kindes verzögert sein, allerdings hat etwa die Hälfte der Betroffenen eine normale oder nur leicht verminderte Intelligenz. 30 bis 50 Prozent der Patienten leiden unter einer symptomatischen Epilepsie. Je nach Hirnschädigung können auch Augensymptome wie Schielen, Sprachstörungen oder Hörbehinderungen hinzukommen. In seltenen und ausgeprägten Fällen können sogar Minderwuchs und Muskelschwund Begleitphänomene sein.

Therapiemöglichkeiten bei einer Cerebralparese

Die auftretenden Ausfallerscheinungen können nur behandelt, nicht aber behoben werden. Du solltest Dein Kind also dabei unterstützen, mit seinen Einschränkungen ein möglichst normales Leben zu führen. Es ist gut, wenn die Cerebralparese möglichst schnell erkannt und diagnostiziert wird, da nur ein frühzeitiges Training dafür sorgen kann, dass andere Gehirnzellen die Aufgaben der abgestorbenen Bereiche übernehmen. Da die Auswirkung der Cerebralparese von Patient zu Patient unterschiedlich ist, muss ein persönlicher Therapieplan für Dein Kind erstellt werden. Neben Medikamenten zur Muskelentspannung sind Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie eine gute Idee. Auch der Einsatz orthopädischer Hilfsmittel wie Steh-, Geh-, Sitz- und Greifhilfen, Funktionsschienen oder passgenau angefertigte Korsetts zur Unterstützung der Wirbelsäule können effektiv sein. Operative Eingriffe sind eher selten der Fall. Sind die Beine von starken Lähmungserscheinungen betroffen, kann ein Rollstuhl helfen. Alltägliche Dinge wie Essen und Trinken, der Toilettengang oder das An- und Ausziehen können Dein Kind durch die eingeschränkte Grobmotorik vor Probleme stellen. Durch gezieltes und ständiges Training können die motorischen Fähigkeiten aber durchaus verbessert werden, so dass eine Bewältigung des Alltags, eventuell mit unterstützenden Hilfeleistungen, erreicht werden kann.

Cerebralparese ist eine durch Hirnschäden hervorgerufene Bewegungsstörung, bei der die Muskeln Deines Kindes zu stark oder schwach angespannt sind. Eine Heilung ist nicht möglich, aber mit einer richtigen und frühzeitigen Therapie kannst Du Deinem Kind helfen, das Beste aus seiner Krankheit zu machen und gut im Leben zu bestehen.

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