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Lernen mit System

Schulformen in Deutschland: Zwischen Waldorf und Gymnasium

Für kleine Abc-Schützen beginnt mit dem ersten Schultag ein ganz neuer Lebensabschnitt. Jetzt heißt es: Stolz den Ranzen auf den Rücken, die Schultüte in die Hand und rein ins Klassenzimmer. Doch welche Schulformen gibt es hierzulande eigentlich? Und was zeichnet sie aus? In Deutschland gibt es ein dreiteiliges Schulsystem. Die einzelnen Schulformen in Deutschland unterscheiden sich in ihrer Dauer und den vermittelten Inhalten. Wir haben alles Wichtige rund um die verschiedenen Schulformen für euch zusammengefasst.

Mit welcher Schulform beginnen Kinder in Deutschland?

Endlich ist es so weit und euer Kind kommt in die Schule! Neben Freude bei den kleinen Abc-Schützen sind vor allem Stolz, aber auch etwas Wehmut die beschreibenden Gefühle aller Eltern: Wann ist unser Baby nur so groß geworden? Jetzt beginnt der „Ernst des Lebens“ und diesen Übergang wollt ihr eurem Kind bestimmt so angenehm wie möglich machen, indem ihr euch für die richtige Schulform entscheidet.

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Alles beginnt mit der Grundschule. Hier starten die Kinder frühestens mit fünf, spätestens mit sieben Jahren. Die Grundschule besuchen die Kleinen in der Regel vier Jahre lang, danach müsst ihr als Eltern über die weiterführende Schule entscheiden.

Welche weiterführenden Schulformen gibt es in Deutschland?

  1. Hauptschule: In die Hauptschule gehen die Kinder von der fünften bis zur neunten Klasse und beenden diese nach erfolgreicher Prüfung mit dem Hauptschulabschluss. Dieser ist unter anderem die Eintrittskarte für die Berufsschule, reicht aber auch schon für den Erwerb anderer Ausbildungsplätze.
  2. Gesamtschule: Die Gesamtschule lässt etwas mehr Spielraum für Eltern und Kinder, die sich noch nicht für eine andere Schulform wie etwa Haupt-, Realschule oder Gymnasium entscheiden können. Denn nach der zehnten Klasse kann diese entweder mit dem Realschulabschluss verlassen werden, oder aber die Kinder absolvieren noch die gymnasiale Oberstufe und erlangen hier ihr Abitur.
  3. Realschule: Die Realschule gilt als praxisnahe Alternative zum Gymnasium. Hier können sich die Kinder nach einer allgemeinen Bildung verschiedene Schwerpunkte je nach Begabung und Interesse setzen: wirtschaftliche, sprachliche, sozialwissenschaftliche oder naturwissenschaftliche. Wer schon weiß, dass er nach der Schule eine Ausbildung anstrebt, kann hier schon entscheidende Grundsteine legen. Aber auch der Übergang zum Gymnasium ist mit dem Realschulabschluss kein Problem.
  4. Gymnasium: In der Regel besuchen Kinder acht Jahre das Gymnasium, bevor sie dieses mit dem Abitur verlassen. Als einzige Schulform in Deutschland qualifizieren sich die Schulkinder damit direkt für den Besuch einer Universität – und zwar in ganz Deutschland. Einige Studienfächer sind mit einem „Numerus clausus“ versehen, das heißt, ein bestimmter Abitur-Notendurchschnitt ist Voraussetzung. Mit dem „Abi“ in der Tasche stehen den Absolventen alle Türen für die akademische Weiterbildung offen, und auch als Ausgangspunkt für eine Berufsausbildung ist es eine gute Voraussetzung.

Welche alternativen Schulformen gibt es in Deutschland?

Ihr habt euch umfassend über das Bildungssystem in Deutschland informiert und seid zu dem Entschluss gekommen, dass ihr euch gerne nach alternativen Schulformen umschauen möchtet? Das ist kein Problem, denn vor allem zwei Konzepte finden hierzulande großen Anklang:

  1. Waldorf: Diese alternative Schulform geht zurück auf den Anthroposophen Rudolf Steiner. Er war der Meinung, dass die Schule kein Ort des stupiden Lernens, sondern eher ein Raum zur Entfaltung sein soll. Neben klassischem Schulstoff liegt der Fokus in der Waldorf-Schule vor allem auf der künstlerischen Begabung und Förderung der Kinder. Hier wird viel gesungen, getanzt, gewerkelt und geturnt – alles Dinge, die Kinder sowieso schon gerne machen. Der Leitspruch der Waldorf-Pädagogik lautet: „Das Kind soll in Ehrfurcht aufgenommen, in Liebe erzogen und in Freiheit entlassen werden.“
  2. Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun“, lautet das Motto der Montessori-Pädagogik. Diese sieht in den Erwachsenen Personen, die das Kind in seiner Entwicklung nicht anleiten, sondern begleiten. Das heißt, die Selbstständigkeit der Kleinen wird in einem ganz besonderen Maße gefördert. Mittlerweile gibt es über 400 Montessori-Schulen in ganz Deutschland, rund Dreiviertel davon sind Grundschulen. Gelernt wird in altersübergreifenden Gruppen, feste Klassen gibt es nicht. Neben der „Freiarbeit“, in der ganz auf die Bedürfnisse und Lernschwerpunkte der Kleinen eingegangen wird, findet hier aber auch „Schule nach Lehrplan“ statt. So ist sichergestellt, dass vor allem die Grundschüler nach der vierten Klasse ohne Probleme auf jede andere staatliche Schule wechseln können.

Neben diesen Schulformen gibt es noch einige andere alternative Schulformen wie zum Beispiel:

  • Förderschule: Kinder, die besonderen Bedarf an Förderung haben, können sich für diese Schulform entscheiden.
  • Privatschule: Privatschulen sind zum Teil staatlich anerkannt, zum Teil aber auch nicht. Das Angebot reicht von der Grundschule bis zum Gymnasium, wobei hier die Eltern für den Unterricht bezahlen müssen.
  • Abendschule: Hier kann bei Qualifikation das Abitur im Abendunterricht nachgeholt werden.

Schulformen in Deutschland: Was zeichnet das Internat aus?

Eine besondere Schulform in Deutschland ist das Internat. Dieses verbindet das Lernen mit dem Leben der Kinder, denn im Gegenteil zu anderen Schulformen, endet das Internat nicht nach dem Unterricht. Vielmehr schlafen, essen, leben die Kinder hier. Zu den Eltern geht es meistens nur am Wochenende oder in den Ferien. Ob diese Schulform für euch geeignet ist, hängt sehr stark von eurem Kind ab. Einige Kinder erleben das Internat als riesengroßes Abenteuer, in dem sie Freunde fürs Leben finden, andere können sich nicht vorstellen, so aufzuwachsen.

Ganz gleich, für welche Schulform ihr euch entscheidet: Jede hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass ihr euch als Eltern gut beraten lasst und auch auf die Wünsche und Vorstellungen eures Kindes eingeht. Übrigens: Die Entscheidung für eine bestimmte Schulform in Deutschland ist keine Entscheidung für die Ewigkeit. Solltet ihr merken, dass ihr falschgelegen habt, kann ein Schulwechsel die Lösung sein.

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Bildquelle: GettyImages/Halfpoint

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