Skoliose

Das Wort Skoliose leitet sich von dem altgriechischen Wort „skolios“ ab, was so viel bedeutet wie „krumm“ und sich auf die Abweichung der Wirbelsäule zur Seite bezieht. Da eine Skoliose sich bei unzureichender Behandlung im Laufe des Wachstums immer weiter verschlechtert, ist es wichtig, dass Du die Anzeichen einer Erkrankung bei Deinem Kind so früh wie möglich erkennst.

Wie häufig ist eine Skoliose?

Obwohl eine Skoliose ohne Früherkennung und entsprechende Therapie schlimme Ausmaße annehmen kann, tritt sie glücklicherweise recht selten auf. Nur 1,1 Prozent der Bevölkerung leiden demnach an einer Wirbelsäulenkrümmung und nur 0,5 Prozent haben tatsächlich eine Skoliose, die auch behandelt werden muss. Mädchen sind hiervon grundsätzlich vier Mal häufiger betroffen als Jungen, wobei grundsätzlich gilt: Je schwerer die Skoliose, desto mehr Mädchen als Jungen sind betroffen. Als Werkzeug zur Messung der Schwere einer Wirbelsäulenkrümmung gilt der Cobb-Winkel. Erst ab einem Winkel von 10° Cobb wird überhaupt von einer Skoliose gesprochen, eine Operation ist sogar erst ab 50° Cobb erforderlich.

Der Verlauf einer Skoliose

Eine geringe Krümmung der Wirbelsäule tritt relativ häufig auf. Ob sich diese im Verlauf der Entwicklung zu einer ausgeprägten Skoliose entwickelt, kann bei der Feststellung jedoch in der Regel noch nicht gesagt werden. Eine weitere Krümmung folgt meist erst in den stärkeren Wachstumsphasen, also in den ersten fünf Jahren und zwischen dem elften und fünfzehnten Lebensjahr. Aus diesem Grund endet die Skoliose meist auch schlimmer je früher sie auftritt, da der Betroffene noch weitere Wachstumsschübe vor sich hat, bei denen sich die Wirbelsäule weiter krümmt.Tritt die Skoliose bereits früh auf, erfolgt in der Regel eine Verschlechterung von 1 bis 5° Cobb pro Jahr. In der Pubertät erhöht sich dieser Wert auf 5 bis 10° Cobb, wobei auch eine Krümmung um gut 40° Cobb in einem halben Jahr möglich ist. Nach der Pubertät verschlechtert sich die Skoliose in der Regel nicht mehr, sofern bis dahin eine Krümmung von unter 30 oder über 80° Cobb eingetreten ist. Liegt der Wert dazwischen, kann es durchaus noch zu einer Verschlechterung kommen.

Skoliose – Diagnose und Therapie

Geade da eine Skoliose sich im Laufe der Zeit immer weiter verschlechtert, ist die Früherkennung sehr wichtig. Diese ist jedoch meist schwer, da die Krümmung in der Regel nur schleichend und komplett schmerzfrei eintritt. Da eine Vorsorge gegen Skoliose in Deutschland nicht üblich ist, ist in diesem Fall Dein mütterlicher Instinkt gefragt.Insbesondere in den ersten fünf Jahren und mit Beginn der Pubertät solltest Du ganz genau auf die Haltung Deines Kindes achten. Fällt Dir irgendetwas auf, steht der Gang zu einem Arzt an. Die Behandlung einer Skoliose hat nämlich die besten Aussichten auf Erfolg, wenn sie so schnell wie möglich erfolgt. Die häufigste Form der Therapie besteht aus der Krankengymnastik, bei der die Wirbelsäule aufgerichtet und die Muskulatur stabilisiert werden soll. Nur in bereits ausgeprägteren Fällen ist zusätzlich noch ein bestimmtes Korsett nötig, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und die erzielten Korrekturen beizubehalten. Eine Operation ist hingegen nur in Ausnahmefällen nötig. Über 90 Prozent der Fälle können mit konventionellen Therapiemethoden erfolgreich behandelt werden. Nur wenn die Krankengymnastik und das Korsett keinen Erfolg erzielen und erst ab einem Winkel von 40 bis 50° Cobb wird eine Operation überhaupt in Erwägung gezogen. Hierbei wir die Wirbelsäule aufgerichtet und die Korrektur mit Implantaten gefestigt.

Skoliose: Ultraschallbild.

Eine Skoliose entwickelt sich in den Wachstumsphasen besonders schnell.


Wodurch wird eine Skoliose verursacht?

Forscher beschäftigt bereits seit längerem die Frage, durch was eine Skoliose verursacht wird, da durch ein Wissen der Ursache möglicherweise die Diagnose erleichtert werden könnte. Bis jetzt ist allerdings bei gut 90 Prozent aller Wirbelsäulenkrümmungen nicht bekannt, wie sie entstehen. Als eine Möglichkeit werden Hormone vermutet, da die Wachstümsschübe oft stärker ausfallen und betroffene Kinder dadurch auch wesentlich größer sind als Gleichaltrige. Eine genetische Ursache ist jedoch auch nicht auszuschließen, da viele Betroffene auch weitere Skoliosefälle innerhalb der Familie haben. Bei den zehn Prozent, die eine eindeutige Ursache haben, sind häufig Nerven- und Muskelerkrankungen sowie Erbkrankheiten wie die Neurofribromatose die Auslöser.

Skoliose in der Schwangerschaft

Solltest Du an einer Skoliose leiden und einen Kinderwunsch haben, kannst Du unbesorgt sein: Eine Schwangerschaft wird durch eine Skoliose in der Regel nicht beeinflusst. Eine Studie aus Schweden deutet zwar darauf hin, dass eine Verschlechterung eintreten kann, die ist jedoch nur in Extremfällen der Fall bei Frauen, die bereits in den frühen Zwanzigern mehrere Geburten hinter sich haben. Grundsätzlich gilt also: Je älter Du bei der Geburt bist, je unwahrscheinlicher ist es, dass sich Deine Skoliose verschlechtert. Auch bei der Geburt sind keine Komplikationen bekannt. Höchstenst bei Betroffenen, die bereits operiert wurden, kann die Geburt schwieriger werden, da die Wirbelsäule aufgrund der Implantate sehr versteift ist. Selbstverständlich solltest Du vor der Geburt noch einmal mit Deinem Arzt sprechen, um Dich persönlich beraten zu lassen.

Die Skoliose ist eine schwere Wirbelsäulenkrümmung, die sich während der Wachstumsphasen eines Kindes ausprägt. Da eine Skoliose mit jedem Wachstumbsschub schlimmer wird, ist eine Früherekennung die beste Vorbeugung. In den meisten Fällen ist dann nicht einmal eine Operation nötig und die Krümmung kann mit ausreichend Krankengymnastik und gegebenenfalls einem speziellen Korsett behandelt werden.

Bildquelle: MissZora/iStock/Thinkstock

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