Kinderschutz: Gesetze zur Sicherung des Kindeswohls

In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Fällen von Totschlag, Misshandlung oder Vernachlässigung von Schutzbefohlenen. Da wird Kinderschutz ein wichtiges Thema.

Momentan wird vor dem Hamburger Landgericht der Fall einer 21jährigen Mutter, die ihr Kind hat verhungern lassen, verhandelt. Fälle wie diese sind leider keine Seltenheit. Erst vor wenigen Wochen machte ein junges Paar auf sich aufmerksam, da es sein Baby an einem heißen Tag im Wagen zurückließ, um ungestört ein Konzert besuchen zu können.

Experte erklärt Gesetze zum Kinderschutz

Der Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind und Sprecher der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention Deutschland, Dr. Jörg Maywals, erklärt auf der Internetseite des Bündnis für Kinderschutz die geltende Rechtslage. Er beschreibt die starke rechtliche Stellung der Eltern, laut Grundgesetz stehen Ehe und Familie unter besonderem Schutz von Seiten des Staates. Nach der Zeit des Nationalsozialismus, war es den Gesetzesmachen ein Anliegen, sich verstärkt für die Rechte der Eltern einzusetzen und einem willkürlichen Eingreifen durch den Staat vorzubeugen.

Kinderschutz: Kinder nicht als Besitz verstehen

Das Elternrecht wird als Pflichtrecht verstanden, was bedeutet, dass es ausschließlich zu Gunsten des Kindes ausgeübt werden darf. Das Wohl des Kindes steht an erster Stelle und muss gewahrt werden. Die Eltern haben das Recht über den Aufenthaltsort, die Art der Erziehung, den Umgang mit anderen Personen, die Wahl der Ausbildung und Gesundheitsfragen zu entscheiden. Sie übernehmen die Verantwortung und sind angewiesen, dies nach ihrem besten Wissen und Gewissen zu tun.

Kinderschutz muss ebenso in die Verfassung mit aufgenommen werden, wie die Elternrechte.

Kinderschutz ist ein wichtiges Thema, daher ist die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung ein politisches Ziel.


Kinderschutz: Das Elternrecht hat Grenzen

Eltern, die ihre Rechte missbrauchen und das Kind gefährden oder vernachlässigen, verstoßen gegen das Gesetz. In solchen Fällen greift das so genannte „staatliche Wächteramt“. Dabei sieht sich der Staat gezwungen, einzugreifen und familieninterne Probleme zu verhandeln. Wenn der Verdacht besteht, ein Kind würde misshandelt werden, kann eine Pflichtuntersuchung durch einen Arzt angesetzt werden. Das gleiche gilt für Besuche und Beratung eines sozialen Dienstes. Diese Maßnahmen werden dem Verhältnis des jeweiligen Falles und der Schwere der Schuld entsprechend getroffen, in besonders kritischen Fällen werden die Kinder aus den Familien genommen.

Was die rechtliche Lage von Kindern in Deutschland angeht, sieht der Experte Handlungsbedarf. „Zwar sind auch Kinder Träger aller Grundrechte, aber trotz mehrfacher Versuche bis heute nicht ausdrücklich im Grundgesetz als solche genannt. Die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung bleibt daher eine Aufgabe der Politik. (Rechte der Kinder)“ so Maywals.


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Was denkst du?

  • sarahlena am 07.10.2011 um 18:12 Uhr

    Ich finde es auch sehr schlimm, wenn Kinder schlecht behandelt werden!

    Antworten