NFP

Als natürliche Familienplanung (NFP) werden alle Methoden bezeichnet, die eine Empfängnis ohne chemische oder hormonelle Hilfsmittel ermöglichen. Um herauszufinden, an welchen Tagen Du am fruchtbarsten bist, untersuchst Du Deine natürlichen Körperprozesse. Der weibliche Zyklus spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Mit NFP die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen

Die natürliche Familienplanung, kurz NFP, bezeichnet die Methoden einer natürlichen Empfängnisregelung. Somit umfasst sie auch alle Möglichkeiten, die dazu dienen, ohne künstliche oder hormonelle Hilfsmittel schwanger zu werden. Denn die Methoden der NFP werden nicht nur zur Verhütung eingesetzt, sondern auch, um die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft zu erhöhen. Daher kommt die natürliche Familienplanung auch häufig bei Paaren, die sich ein Kind wünschen, zum Einsatz. Wenn Du und Dein Partner gezielt an Deinen fruchtbaren Tagen Geschlechtsverkehr habt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Nachwuchs klappt, nämlich um ein Vielfaches höher. Am erfolgreichsten ist die Empfängnis kurz vor und nach Deinem Eisprung. Vor dem Eisprung, weil die Spermien in der Regel drei bis fünf Tage im weiblichen Körper überleben können, und nach dem Eisprung, weil die Eizelle zwölf bis vierundzwanzig Stunden danach noch fruchtbar ist.

NFP: Frau hält Thermometer in die Kamera

Die Methoden der NFP können Dir dabei helfen, schwanger zu werden.

NFP mittels Temperaturmethode

Um Deine fruchtbaren Tage besser ermitteln zu können, kannst Du verschiedene Methoden der NFP einsetzen. Eine häufig angewandte Methode ist die sogenannte Temperaturmethode. Hierbei misst Du täglich Deine morgendliche Temperatur und trägst diese in einen sogenannten Zykluskalender ein. So bildet sich im Laufe der Zeit eine Temperaturkurve. Nach dem Eisprung steigt diese Temperaturkurve mehrere Tage deutlich an. Nach einigen Zyklen kannst Du bei dieser Form der NFP meist sehr sicher Deinen Eisprung bestimmen und gezielt an Deinem Kinderwunsch arbeiten. Die Temperatur sollte möglichst immer zur gleichen Zeit ermittelt werden – am besten unmittelbar nach dem Aufwachen. Außerdem solltest Du spezielle Einflüsse wie Stress, Krankheiten, Medikamente oder pflanzliche Präparate beachten, da diese auf den weiblichen Körper und den Eisprung einwirken können.

Kleine Helfer bei der NFP

Hilfreich bei der NFP sind auch kostenlose Internettools, die eine Temperaturkurve errechnen und den Eisprung genau bestimmen können. Bei diesen Programmen kannst Du den Zervixschleim, die Lage des Muttermunds, Krankheiten, Stress oder sonstige Ereignisse zusätzlich eintragen. Außerdem gibt es zahlreiche Verhütungscomputer, die den Eisprung ermitteln. Sie haben ein integriertes Thermometer, das die morgendliche Temperatur speichert und analysiert. Anschließend kannst Du am Computer oder direkt auf dem Gerät den Fruchtbarkeitsstatus ablesen. Du solltest Dich aber dennoch nicht zu 100 Prozent auf den Computer verlassen, sondern auch die zusätzlichen Umwelteinflüsse beachten.

Zervixschleim und Muttermund bei der NFP

Eine weitere Möglichkeit der NFP ist die sogenannte Billingsmethode, die auf den australischen Neurologen John Billings zurückgeht. Bei dieser Methode untersuchst Du täglich die Beschaffenheit des Zervixschleims – der Schleim, der von dem Gebärmutterhals abgesondert wird. Bei der Morgentoilette kannst Du Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und die Beschaffenheit des Muttermundes erspüren. Diese geben ebenfalls Auskunft über den Zustand der Fruchtbarkeit. Wenn Du häufiger und in unterschiedlichen Zyklusphasen Deinen Muttermund erfühlt hast, weißt Du, welche Veränderungen sich einstellen. So fühlt sich der Muttermund um die Zeit des Eisprungs herum weich an und ist weit geöffnet. Um die Billingsmethode bei der NFP anwenden zu können, solltest Du wissen, dass der Zervixschleim um die Zeit des Eisprungs herum klar und dünnflüssig ist und Fäden zieht, während er an unfruchtbaren Tagen zähflüssig und klebrig ist und als eine Art natürliche Barriere den Muttermund verschließt.

NFP mit der symptothermalen Methode (Rötzer-Methode)

Die symptothermale Methode, auch Rötzer-Methode nach dessen Erfinder, dem österreichischen Allgemeinmediziner Josef Rötzer benannt, vereint gleich mehrere Methoden der NFP. Als Mix aus der Billingsmethode und der Temperaturmethode untersuchst Du hierbei täglich den Zervixschleim und misst Deine Temperatur, um durch diese Kombination den Zeitpunkt des Eisprungs – und somit Deine fruchtbaren Tage – möglichst genau zu ermitteln. Wenn Du diese Methode der NFP konsequent anwendest, ist sie sehr zuverlässig. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Du die symptothermale Methode täglich durchführst.

NFP mit positivem Nebeneffekt

Damit es mit der NFP klappt, ist es wichtig, dass Du Deinen Körper genau beobachtest und lernst, Dich selbst gut einzuschätzen. Ein regelmäßiger Lebensrhythmus und Monatszyklus können Dir die Beobachtung und das Interpretieren der eigenen Körpersignale erleichtern, da ein regelmäßiger weiblicher Zyklus die Bestimmung des Eisprungs wesentlich einfacher macht. Durch eine so genaue Analyse kannst Du in der Regel zu jedem Zeitpunkt Deines Eisprungs schnell feststellen, ob und wann Du fruchtbar bist. Zwar ist die bei der NFP angewandte Art des „Körpertagebuchs“ etwas zeitaufwendig, doch durchaus Erfolg versprechend, wenn Du auf natürlichem Wege schwanger werden möchtest.

Die natürliche Familienplanung (NFP) fasst alle Methoden zusammen, die eine Empfängnis ohne künstliche Hilfsmittel möglich machen. Die Methoden der NFP werden nicht nur zur natürlichen Verhütung eingesetzt, sondern dienen auch dazu, die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Denn Du kannst hierbei mittels verschiedener Möglichkeiten herausfinden, wann Dein Eisprung stattfindet – und somit wann Deine fruchtbaren Tage sind. Um Hinweise auf den Zeitpunkt Deines Eisprungs zu bekommen, kannst Du zum Beispiel Deine morgendliche Temperatur messen, Deinen Zervixschleim beobachten oder einen Verhütungscomputer zur Hilfe holen.

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