A doctor holding a beautiful baby boy minutes after the birth.
Diana Heuschkelam 20.04.2018

In Ländern wie Großbritannien wird ein neues Verfahren bei Geburten per Kaiserschnitt immer beliebter. Beim sogenannten „Vaginal Seeding“ werden Babys direkt nach der Geburt mit den Vaginal-Bakterien der Mutter eingeschmiert. Was angeblich gut für Neugeborene sein soll, sehen einige Ärzte eher kritisch. Sie warnen vor den möglichen Folgen.

Allein im Jahr 2016 wurden in deutschen Krankenhäusern, laut einer Erhebung von Statista, rund 232.500 Kaiserschnitte durchgeführt. Während einige Mütter einen Kaiserschnitt als bequemere Maßnahme zur schmerzhafteren natürlichen Geburt sehen, ist er für andere Frauen aus medizinischen Gründen notwendig.

Doch obwohl sich die Risiken für Mutter und Kind durch den Eingriff in Grenzen halten, bringt ein Kaiserschnitt immer noch einige Nachteile mit sich. Es wird beispielsweise vermutet, dass eine natürliche Geburt das Immunsystem des Kindes stärkt, da es auf dem Weg durch den Geburtskanal mit den Bakterien der Mutter in Berührung kommt. Dadurch sollen die Abwehrkräfte schon früher gegen Infekte und mögliche Allergien gewappnet sein.

Beim „Vaginal Seeding“ werden Neugeborene mit den Vaginalbakterien der Mutter abgerieben.

So funktioniert „Vaginal Seeding“

Beim „Vaginal Seeding“ (zu Deutsch etwa: „Vaginal-Bekeimung“), wird dieser natürliche Prozess rekonstruiert, indem Ärzte Haut, Augen und Mund Babys direkt nach der Geburt mit einem Wattebausch abreiben, der zuvor mit dem Vaginalsekret der Mutter versehen wurde.

Diese Risiken birgt „Vaginal Seeding“

Das klingt nicht nur befremdlich, sondern wird von Ärzten auch eher kritisch betrachtet. Zum einen ist die Stärkung des Immunsystems durch die mütterlichen Bakterien noch nicht beweisen ist. Zum anderen bringen diese potenzielle Risken mit sich, die nicht zu unterschätzen sind.

Der britischen Tageszeitung „The Sun“ sagte der Gynäkologe Dr. Patrick O’Brien: „Wir würden das nicht empfehlen. […] Es ist wichtig, zu erwähnen, dass einige Bakterien aus der Vagina, die auf das Baby übertragen werden, zu Krankheiten führen können.“ Dazu zählen unter anderem Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, HIV oder Herpes.

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Hast du dein Baby per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht und glaubst, dass das Immunsystem deines Kindes darunter gelitten hat? Kannst du Eltern verstehen, die deshalb derartige Maßnahmen wie das „Vaginal Seeding“ an ihrem Nachwuchs durchführen lassen? Verrate uns deine Meinung zu diesem Geburts-Trend in den Kommentaren unter dem Artikel oder auf Facebook.

Bildquelle:

iStock/Reynardt/nazar_ab


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