Senkwehen, Vorwehen und Geburtswehen
Anna Groß am 24.10.2016

Senkwehen, Vorwehen, Geburtswehen – wo ist da eigentlich der Unterschied? Wann setzen welche Wehen ein, welche sind die schmerzhaftesten und wann merkst Du, dass etwas nicht stimmt? Damit Dir diese Fragen nicht zu schaffen machen, wenn Deine Kugel plötzlich ziept und zieht, solltest Du Dich schon vorher über die verschiedenen Arten von Wehen informieren.

Mit Wehen verbindet jede Frau erst einmal starke Schmerzen, die vor der Geburt einsetzen. Doch so einfach ist es nicht. Abgesehen davon, dass die Schmerzen bei jeder Frau unterschiedlich stark sind, ist außerdem zwischen den verschiedenen Arten von Wehen zu unterscheiden: Vorwehen, Senkwehen, Geburtswehen und Nachwehen. Doch was genau ist eigentlich eine Wehe?

Senkwehen oder echte Wehen

Senkwehen, Vorwehen und Geburtswehen: Wie unterscheidet man sie?

Was ist eine Wehe?

Als Wehe bezeichnet man das Zusammenziehen oder auch die Kontraktion der Gebärmutter. Dies geschieht, um Dein Baby vor der Geburt in die richtige Position zu rücken. Doch aufgepasst: Wehe ist nicht gleich Wehe. So ist zunächst einmal zwischen Schwangerschaftswehen, die schon nach der Hälfte der Schwangerschaft auftreten können, und den eigentlichen Geburtswehen zu unterscheiden. Den Unterschied zu kennen, ist vor allem wichtig, da Übungswehen bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche auftreten können. Doch nicht bei jeder Wehe, die zu diesem Zeitpunkt auftritt, solltest Du gleich Angst haben, dass es mit der Geburt sofort losgeht.

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Die Übungswehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen

Ob Du es glaubst oder nicht, doch die ersten richtigen Wehen, kannst Du bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche spüren. Bei den sogenannten Übungswehen – auch Braxton-Hicks-Kontraktionen nach ihrem Entdecker – übt Deine Gebärmutter quasi schon einmal für den Ernstfall und zieht sich für etwa eine halbe bis einer Minute zusammen. Die Übungswehen sollten jedoch für Dich relativ schmerzlos verlaufen und im Gegensatz zu richtigen Wehen nicht regelmäßig kommen oder stärker werden. Du brauchst Dir hierbei also keine Sorgen zu machen. Die Übungswehen deuten keinesfalls an, dass die Geburt kurz bevor steht.

Übungswehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen

Bei den Übungswehen probt Deine Gebärmutter quasi schon einmal den Ernstfall.

Vorwehen und Senkwehen

Irrtümlicherweise gehen Frauen oft davon aus, dass Vorwehen und Senkwehen das Gleiche seien. Schließlich sind beide Schwangerschaftswehen, die somit vor den „echten“ Wehen einsetzen. Ein verzeihlicher Irrtum, denn beide Arten von Wehen gehen nahtlos ineinander über. Gegen Ende der Schwangerschaft kommt es häufiger vor, dass der Bauch hart wird. Dann „probt“ die Gebärmutter sozusagen schon einmal die Geburt. Bei diesen sogenannten Vorwehen wird der Muttermund jedoch nicht geöffnet. Sie gelten quasi als Nachfolger der Übungswehen, die bereits ab Mitte der Schwangerschaft auftreten. Anders sieht das bei den Senkwehen aus: Diese treten etwa sechs bis vier Wochen vor der Geburt auf und schieben Dein Baby immer weiter hinein ins Becken. Aber auch hierbei wird der Muttermund kaum geöffnet. Die Senkwehen bewirken, wie der Name schon sagt, dass Dein Bauch sich etwas herabsenkt. Schließlich begibt sich Dein Kind langsam aber sicher in die richtige Startposition – und zwar mit dem Köpfchen so nah wie möglich an den Beckenboden. Meistens sind übrigens sowohl Senk- als auch Vorwehen nicht besonders schmerzhaft. Allerdings ist dies von Frau zu Frau unterschiedlich. Es kommt sogar vor, dass einige Frauen weder Vor- noch Senkwehen verspüren. Auch das ist aber völlig normal und kein Grund zur Sorge!

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Geburtswehen – jetzt geht es los!

Die eigentlichen Geburtswehen beginnen mit den Eröffnungswehen, die das Platzen der Fruchtblase einleiten. Jetzt zieht sich die Gebärmutter regelmäßig und in immer kürzer werdenden Abständen zusammen. Während die Kontraktionsintervalle anfangs noch bei zehn Minuten liegen, sind es hinterher nur noch etwa zwei Minuten. Auch die Schmerzen werden dabei stärker. Die Eröffnungswehen beginnen dabei mit einem leichten Ziehen und werden immer schmerzhafter, bis sie schließlich wieder schwächer werden. Sie dauern etwa eineinhalb Minuten und öffnen den Muttermund bereits auf etwa zehn Zentimeter für die anstehende Geburt. Anschließend setzen die Presswehen ein. Das Baby kommt! Dabei solltest Du ihm mit kräftigem Pressen helfen. Die Wehen drücken Dein Kind aus der Gebärmutter hinaus in den Geburtskanal und schließlich durch die Scheide.

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Nachgeburtswehen und Nachwehen

Die Nachgeburtswehen dauern meist zehn bis fünfzehn Minuten und sind nicht mehr so schmerzhaft wie die eigentlichen Geburtswehen. Hierbei wird die Plazenta beziehungsweise die Nachgeburt ausgeschieden. Einzelne Nachwehen können auch noch Tage nach der Geburt auftreten, wenn sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht, um weitere Blutungen zu stoppen. Auch das ist aber ganz normal, also keine Panik. Vor allem wenn Du Dein Baby stillst, wirst Du die Nachgeburtswehen besonders zu spüren bekommen. Sie sind meist schmerzhafter, da das Stillen das Zusammenziehen der Gebärmutter besonders unterstützt. Das sorgt jedoch auch dafür, dass Deine Gebärmutter bereits schneller wieder auf ihre ursprüngliche Größe schrumpft. In diesem Buch* findest Du alles wichtige über Wehen!

Wehen sind nicht gleich Wehen! Ob Vorwehen, Senkwehen, Geburtswehen oder Nachwehen – jede Art der Kontraktion hat ihren eigenen Sinn und ist wichtig für den Geburtsvorgang und die Heilung im Anschluss. Wenn Du Dich frühzeitig mit den verschiedenen Arten von Wehen auseinandersetzt und Dich darauf vorbereitest, erspart Dir das auf jeden Fall einiges an Stress. So brauchst Du Dir zum Beispiel keine Sorgen zu machen, wenn bereits nach etwa der Hälfte der Schwangerschaft die ersten Wehen auftreten. Was Du nach einem Kaiserschnitt beachten solltest, erfährst Du hier.

Bildquelle: iStock/InnerVisionPRO, iStock/comzeal, iStock/Antonio_Diaz

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