Wehenarten

Per Kontraktion kommt Dein Baby auf die Welt

Per Kontraktion kommt Dein Baby auf die Welt

Als Kontraktion bezeichnet man das Zusammenziehen eines Muskels. Da auch die Gebärmutter ein Muskel – beziehungsweise ein muskulöses Hohlorgan – ist, kann auch diese sich zusammenziehen. Gebärmutterkontraktionen während einer Schwangerschaft werden als Wehen bezeichnet. Doch welche Arten von Wehen gibt es eigentlich?

Zieht ein Muskel sich aktiv zusammen, spricht man von einer Kontraktion. Diese meist schmerzhaften Anspannungen können auch in der Schwangerschaft vorkommen. Als sogenannte Wehen sind Kontraktionen beispielsweise auch dafür verantwortlich, dass Dein Kind auf die Welt kommt. Durch das rhythmische Zusammenziehen der Gebärmutter wird das Baby durch den Geburtskanal nach draußen gepresst. Doch nicht jede Kontraktion in der Schwangerschaft bedeutet, dass Dein Schatz sich auf den Weg in die große, weite Welt macht. Einige Kontraktionen dienen stattdessen dazu, Deinen Körper auf die Geburt vorzubereiten. Doch woher weißt Du, ob es sich um eine sogenannte Geburtswehe oder nur um eine Übungswehe handelt?

Bei stärker werdenden Wehen solltest Du Deinen Partner verständigen
Wenn die Kontraktion von Mal zu Mal stärker wird, ist es Zeit, ins Krankenhaus zu fahren. Dein Baby macht sich nämlich auf den Weg!

Kontraktion und Wehe: Verschiedene Arten von Kontraktionen

Es ist nicht ganz klar, wann man von einer Kontraktion spricht und wann von einer Wehe. Während in einigen Nachschlagewerken bei allen Kontraktionen der Gebärmutter von Wehen die Rede ist, gehen andere davon aus, dass erst eine Kontraktion, die zur Eröffnung der oder Vorbereitung auf die Geburt dient, auch eine Wehe ist. Doch egal, wie man sie bezeichnet – das Zusammenziehen der Gebärmutter ist nie sehr angenehm. Ob Du also erst in der Mitte Deiner Schwangerschaft bist oder bereits damit rechnest, dass jeden Augenblick die Wehen einsetzen können: Wenn Du eine schmerzhafte Kontraktion im Mutterleib spürst, bist Du höchstwahrscheinlich erst einmal verunsichert. Schließlich können vorzeitige Wehen zu einer Frühgeburt führen. Doch es gibt verschiedene Arten von Kontraktionen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten während Deiner Schwangerschaft auftreten können. Ihre Aufgabe ist es, Deinen Körper auf die Geburt vorzubereiten. Solltest Du Dir jedoch unsicher sein, warum Du eine Wehe oder Kontraktion hast, ist es ratsam, Deinen Arzt aufzusuchen oder direkt ins Krankenhaus zu fahren.

Braxton-Hicks-Kontraktion

Eine Art der Kontraktionen, die schon ab der Mitte der Schwangerschaft – meist etwa ab der 25. Schwangerschaftswoche – auftreten können, sind die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen, auch Übungswehen genannt. Wie dieser Name schon verrät, dienen sie der Übung und helfen Deinem Körper, sich auf die Geburt vorzubereiten. Bei der Braxton-Hicks-Kontraktion wird der Bauch plötzlich ganz hart. Meist gehen diese Kontraktionen jedoch nicht mit Schmerzen einher. Sie entstehen durch die Reifung der Gebärmutter, die ja während der Schwangerschaft mit dem Fötus mitwächst. Dauert eine solche Kontraktion jedoch länger als eine Minute an oder verursacht sie starke Schmerzen, solltest Du umgehend Deinen Arzt oder Deine Hebamme in Kenntnis setzen.

Vorwehen und Senkwehen – Per Kontraktion in die richtige Position

Ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche beginnt der Körper damit, die letzten Vorbereitungen für die Geburt zu treffen. Zwar dauert es in der Regel noch etwa vier Wochen, bis Dein Schatz auf die Welt kommt, doch Vorwehen bereiten Dich schon auf die wesentlich schmerzhafteren Senk- und Geburtswehen vor. Neben der Kontraktion zeichnet sich eine Vorwehe durch ein starkes Ziehen im Unterleib sowie Rücken- und Leistenschmerzen aus. Auch bei dieser Art der Gebärmutterkontraktion wird Dein Bauch hart und Dein Baby drückt vor allem auf Deine Blase. Vorwehen sind unregelmäßig, treten nicht häufiger als drei Mal pro Stunde auf und werden mit der Zeit schwächer oder hören auf. Senkwehen sind im Vergleich zu einer solchen Kontraktion sehr viel schmerzhafter. Durch das Zusammenziehen der Gebärmutter wird der Kopf des Babys nach unten ins Becken gedrückt – somit liegt es dann gleich richtig für die Geburt. Da die Kontraktion bei einer Senkwehe schon mit sehr starken Schmerzen verbunden sein kann, kannst Du versuchen, sie mit den Atemtechniken wegzuatmen, die Du im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast. Doch wie bei allen Wehen gilt: Solltest Du Dir unsicher sein, was die Kontraktionen zu bedeuten haben, solltest Du einen Arzt kontaktieren.

Kontraktionen zur Geburt: Eröffnungswehen und Presswehen

Wenn starke Kontraktionen in regelmäßigem Abstand auftreten und die Intervalle zwischen ihnen immer kürzer werden, macht sich Dein Baby höchstwahrscheinlich auf den Weg zu Dir. Du erkennst die sogenannten Eröffnungswehen vor allem daran, dass sie erst leicht beginnen, dann schnell heftiger werden und an sehr starke Menstruationsschmerzen erinnern. Während Vor- und Senkwehen mit der Zeit schwächer werden, wird eine solche geburtseinleitende Kontraktion von Mal zu Mal schmerzhafter. Ist dies der Fall, heißt das, dass Du Dich langsam auf den Weg ins Krankenhaus machen solltest. Leider kann diese erste Phase der Geburt eine Weile andauern, sodass Du Dich in Geduld üben und die schmerzhaften Wehen so gut wie möglich wegatmen musst. Wenn der Arzt oder die Hebamme Dir im Kreißsaal schließlich sagt, dass es an der Zeit ist zu pressen, beginnt mit der sogenannten Austreibungsphase die zweite Phase der Geburt. Beim Pressen werden die Bauchmuskeln angespannt, um die Kontraktion zu unterstützen. Dadurch wird der Kopf Deines Babys durch den Geburtskanal gepresst. Durch die aktive Mithilfe empfinden viele Frauen die Pressphase als weniger schmerzhaft und es braucht meist auch nur wenige Wehen, bis Dein Schatz auf der Welt ist.

Was hat eine Kontraktion nach der Geburt zu bedeuten?

Auch wenn viele Frauen davon ausgehen, dass sie es endlich geschafft haben, wenn ihr Baby auf ihrem Bauch liegt, ist die Geburt damit noch nicht zu Ende. Durch die sogenannten Nachwehen wird auch die Plazenta per Kontraktion aus Deinem Körper gepresst. Die Nachgeburtswehen sind schwächer als die Geburtswehen, können aber noch immer recht schmerzhaft ausfallen. Wenn der Mutterkuchen nicht von alleine oder nicht vollständig aus Deinem Körper herausgepresst wurde, helfen die Hebamme oder der Arzt ein wenig nach. Erst nach dieser Phase beginnt das Wochenbett und damit die Rückbildung der Gebärmutter auf ihre normale Größe. Auch hierbei können noch Kontraktionen auftreten. Sie regen den Wochenfluss an und sorgen dafür, dass die Wunden in Deinem Körper schnell wieder heilen. Diese Nachwehen werden unter anderem durch das Hormon Oxytocin ausgelöst, das beim Stillen freigesetzt wird, und können auch noch einige Tage nach der Geburt vorkommen.

Als Kontraktion bezeichnet man das Zusammenziehen der Gebärmutter, das unter anderem die Geburt in Gang setzt. Doch auch vorher können schon Vor- und Senkwehen auftreten, die zwar schmerzhaft sind, aber in ihrer Intensität meist nach einer Weile abnehmen. Erst wenn die Wehen immer stärker werden und in immer kürzeren Abständen auftreten, solltest Du Dir Deinen Klinikkoffer und Deinen Partner schnappen und ins Krankenhaus fahren. Dein Baby macht sich endlich zu Euch auf den Weg!

Bildquelle: iStock/Pilin_Petunyia

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