Taylor Swift: 1989

Mit ihrem fünften Studioalbum „1989“ hat sich Taylor Swift vorgenommen, das weite Feld der Popmusikerinnen von hinten aufzuräumen. Obwohl „hinten“ eigentlich ein Fremdwort für die süße Chartstürmerin sein dürfte, schließlich ist sie seit der Erscheinung ihres ersten Albums „Taylor Swift“ im Jahr 2006 ziemlich erfolgsverwöhnt. Dennoch ist gibt es eine klitzekleine Kleinigkeit, die an „1989“ neu ist: Taylor Swift macht jetzt Popmusik! Und dafür wurde es allerhöchste Zeit, denn der neue Sound steht ihr besser denn je.

Taylor Swift posiert vor der NY Skyline

Taylor Swift ist die „Frau des Jahres“ 2014

Sie wurde vom „Billboard“-Magazin zur „Frau des Jahres“ gewählt, hat mehrere Country Music Awards, American Music Awards, Teen Choice Awards und People’s Choice Awards, den Billboard Music Award, zwei MTV Video Music Awards und sieben Grammys gewonnen – diese Preisliste liest sich wie das musikalische Zeugnis einer jahrzehntelangen Karriere und nicht wie das von jemandem, der am 13. Dezember 2014 gerade einmal seinen 25. Geburtstag feiern wird. Fehlt eigentlich nur noch der Preis fürs Lebenswerk – aber der kann ruhig noch ein bisschen auf sich warten lassen, schließlich ist Taylor Swift erst süße 24 und in Sachen Karriere gibt es für die Sängerin noch immer Luft nach oben. Das dachte sich auch die smarte Blondine selbst, als sie für ihr neues Studioalbum „1989“ mal eben von Country auf Pop umsattelte.

Taylor Swift erklimmt den Popthron

Zwar war der Popeinschlag schon in den ersten vier Studioalben von Taylor Swift unüberhörbar, auf „1989“ verzichtet die Melodien-Königin jetzt aber gänzlich auf softe Gitarrenklänge. Lieber tänzelt Taylor Swift zu fetzigen Popbeats im Schnelltempo durch das Video zu ihrer ersten Singleauskopplung „Shake It Off“, die einem einfach nicht mehr aus dem Kopf geht und eine coole Message hat: „Wenn Dich etwas nervt, schüttele es einfach ab!“ Während Taylor Swift dieses Mantra voller glaubwürdiger Überzeugung in die Kamera singt, macht sie eine nicht minder gute Figur als in den Clips zu ihren letzten Hitsingles. Doch Tutu, Collegejacke und Lady Gaga-Gedächtnisfrisur kleiden die Sängerin im Stil ihres neuen Sounds. Ist Taylor Swift etwa die neue Gaga? Nein, sie probiert sich nur in einem neuen Terrain aus, in das sie mit ihrer niedlichen Mädchenstimme, der superschlanken Figur und den geglätteten, perfekt frisierten Haaren 1A hineinpasst. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Der 1989er Sound katapultierte die poppige Taylor Swift geradewegs an die Chartspitze.

1989 ist ein guter Jahrgang

In stolzen 95 Ländern der Welt steht Taylor Swift mit dem Hitgaranten „1989“ auf Platz eins der iTunes Charts. Mit weltweit über 30 Millionen verkauften Alben zählt die süße Sängerin zu den erfolgreichsten Musikerinnen aller Zeiten. Beyonce, Lady Gaga, Jennifer Lopez und Co. müssen sich warm anziehen, denn mit „1989“ macht Taylor Swift ihren Kolleginnen aus dem Popbiz eine Kampfansage. Schon mit ihren vier Vorgängeralben „Taylor Swift“ (2006), „Fearless“ (2008), „Speak Now“ (2010) und „Red“ (2012) schaffte es die Sängerin aus Pennsylvania auf Anhieb auf Platz eins. Mit „1989“ legte Taylor Swift nun den erfolgreichsten Verkaufsstart des Jahres hin. Ihre erste Singleauskopplung „Shake It Off“ ist nicht nur ein echter Ohrwurm, der Song wurde in den USA sogar mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Der zwei-Jahres-Rhythmus, in dem Taylor Swift regelmäßig ihre jeweils neue Platte veröffentlicht, zahlt sich offenbar aus. Wenn die Sängerin in diesem Tempo weitermacht, fragen wir uns, wohin der Weg noch gehen soll? Schließlich ist Taylor Swift längst im Musikolymp angelangt.

Taylor Swift mit „1989“

Taylor Swift entsagt dem Country

Taylor Swift auf einem ihrer Polaroids

Taylor Swift macht jetzt Pop

Macchiato statt Männer – Aus dem Tagebuch von Taylor Swift

Neues Album, neue Frisur, neuer Sound, neue Heimatstadt – mit dem Synthie-Partyhit „Welcome To New York“ leitet Taylor Swift nicht nur ihr fulminantes Album „1989“ ein, sondern auch einen neuen Lebensabschnitt. Taylor ist jetzt ein waschechtes Citygirl, das den Big Apple sein Zuhause nennt und mit Businesskostümchen und ausgeprägtem Geschäftssinn perfekt in die Metropole an Amerikas Ostküste passt. Anstatt Männer gibt’s jetzt Macchiato im nächsten Straßencafé im Stadtteil Manhattan, wo Taylor Swift seit 2014 wohnt. Die Männerwelt hingegen kann dem süßen Twen erstmal gestohlen bleiben. Dabei gehören die „Lach- und Sachgeschichten“ rund um das männliche Geschlecht mittlerweile zum musikalischen Repertoire von Taylor Swift, wie das York zum New. Kein Wunder also, dass ihre 13 Songs auch von Ex-Gespielen wie Harry Styles oder Wem-auch-immer handeln. Taylor Swift hat die Akte Männer eben doch noch nicht ganz geschlossen. „Du siehst wie mein nächster Fehler aus“, singt Taylor Swift in ihrer zweiten Singleauskopplung „Blank Space“ und legt ihre verführerische Stimmfarbe auf, wenn sie ihre Boyfriends in spe warnt: „Ich bin ein Albtraum, angezogen wie ein Tagtraum!“ Auch Songs wie „I Know Places“, „I Wish You Would“ und „Wildest Dreams“ kommen temporeich und linkisch daher. „How You Get The Girl“ und „All You Had To Do Was Stay“ erinnern an alte Nashville-Zeiten, während mit dem starken Song „Clean“, „This Love“ und dem Bonustrack „You Are In Love“ auch ein paar obligatorische, gefühlvolle 4/4-Takt-Balladen vertreten sind. Was alle Songs eint, ist die Swift’sche männliche Anrede. Trotz neuem Popsound ist Taylor Swift der tagebuchähnlichen Art ihrer Texte treu geblieben.

„1989“ lockt Fans von Taylor Swift mit Gimmicks

Dass Taylor Swift ihre eigenen Songs schreibt, ist keine Besonderheit mehr, dennoch ist es im Popbusiness alles andere als selbstverständlich. Auch das im Retrostyle gestaltete Album-Booklet zeugt von der Liebe zur Musik, für die die Sängerin jetzt erstmals nicht nur Landes-, sondern sogar Genregrenzen überschritten hat. „1989“ ist in einer Standard- und einer Deluxe-Version mit drei Bonussongs und drei zusätzlichen Voice-Memos erschienen. Beiden Platten liegt eine liebevoll gestaltete Polaroid-Sammlung von Taylor Swift bei, die die Sängerin während verschiedener Stationen der Albumentstehung abbildet und mit einzelnen Zitaten aus den neuen Hits gespickt ist: Taylor Swift vor der Halbinsel Manhattan, Taylor Swift lehnt lässig an einem Ohrensessel, Taylor Swift fläzt sich auf einem Perserteppich. Darunter prangen englische Phrasen wie „I can make the bad guys good for a weekend“ oder „People like me are gone forever when you say goodbye“, die den Ton von „1989“ angeben und aus den 13 Songs des Albums stammen. Taylor Swift hat Liebeskummer. Aber wozu gibt es die Musik? Egal, was One Direction-Beau Harry Styles oder Erzfeindin Katy Perry der Sängerin angetan haben – es gibt nichts, das Taylor Swift nicht in einen Song verpacken könnte. Ob mit einer starken Ballade wie „Out Of The Woods“ oder einem powervollen Rachesong wie „Bad Blood“. Taylor Swift ist eben nicht nur eine Verwandlungs-, sondern auch eine Verpackungskünstlerin, die die Geschichten aus ihrem Tagebuch in gefühlvolle Songs verwandelt. Hier lohnt sich der Albumkauf. Auch die Polaroid-Strecke, die mit ihren Retrostil sehnsüchtig daher kommt und mit diesem Feeling auch die Lyrics ihrer Hits widerspiegelt, zeigt eine wandelbare Taylor Swift, die verletzlich und sehnsüchtig auf den Hudson River oder vertrauensvoll in die Kameralinse blickt. Mit „1989“ ist die Verwandlung von Taylor Swift in die Grand Dame der neuen Popära perfekt!

Bei aller Begeisterung für „1989“ bleibt zu hoffen, dass Taylor Swift ihren musikalischen Wurzeln im Country treu bleibt, schließlich machen gerade die sanften Gitarrenklänge und der Westerngitarrensound die Einzigartigkeit der Sängerin aus. Doch bei aller Nostalgie, die uns beim Anblick der Polaroids von Taylor Swift überfällt, müssen wir uns dem Hype um „1989“ geschlagen geben. Unser Fazit: „1989“ ist definitiv der Anwärter auf unser Popalbum des Jahres! Was soll nach dem Superohrwurm „Shake It Off“ noch kommen?

„1989“ von Taylor Swift ist am 27. Oktober 2014 bei Universal Music erschienen.

Bildquellen: Universal Music

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