Rundbürstenfolter
Mareen am 29.03.2008

Ja, ich habe es wieder getan. Ich war wieder bei einem fremden Friseur. Schande über mein Haupt. Aber ich benötige nun mal regelmäßig einen Haarschnitt und mein Zeitmanagement erlaubt momentan eher selten Besuche in Berlin – geschweige denn Friseurbesuche.

Also entschied ich mich heute früh ganz spontan einen Ohne-Termin-Friseur aufzusuchen. Eine Empfehlung von Susi. Auf dem Weg dahin bekomme ich Bauchschmerzen und höre Martin’s Stimme „Ohne Termin??? Bist du irre? Das kann doch nichts vernünftiges sein!!!“. Aber ich ignoriere das Teufelchen auf meiner Schulter und betrete den Laden.

Nach 10 Minuten warten bin ich dran. Was denn gemacht werden soll. Stolz zeige ich mein Foto von Katie Holmes und ihrem aktuellen Bob. Ha, ich weiß, da stehen Friseure total drauf. Wenn man ihnen Fotos von Stars unter die Nase hält, die eine völlig andere Haarstruktur, -farbe, -länge, Gesichtsform und was weiß ich nicht noch alles haben. Meine Friseurin klärt mich auch sofort auf, dass das SO bei mir NICHT aussehen wird. Ja gut, danke für die Info. Meine Haare sind zu nichts zu gebrauchen, schon klar. Dass ich gleich nicht aussehen werde wie Katie Holmes ist mir schon klar, ich will ja nur die Frisur! Außerdem wäre das jetzt auch schlecht mit dem Foto, denn sie weiß ja gar nicht, wie das von hinten aussieht. Vorwurfsvoll guckt sie mich durch den Spiegel an. In Gedanken formuliere ich ein „WHAT???“, kann aber gerade noch an mich halten und ihr seelenruhig erklären, wie dieser Haarschnitt HÖCHSTWAHRSCHEINLICH von hinten aussieht. Das zustimmende Nicken lässt hoffen. Sie fängt an zu schneiden und ich versuche mich zu entspannen. Nach meiner letzten schmerzhaften Erfahrung mit einem fremden Friseur bin ich doch etwas skeptisch. Aber als sie fertig ist und ich meine fast trockenen Haare im Spiegel betrachte, stelle ich fest, dass ich fast so aussehe, wie ich das wollte. Doch dann begehe ich einen großen Fehler. „Föhnen?“ fragt sie. Ich höre mich „Ja klar.“ sagen und im selben Moment sehe ich auch schon den Wagen mit Föhn und Rundbürste auf mich zurollen und eine grinsende Azubine, die sich auf eine ausgedehnte Pustsession freut.

Komme ich da noch irgendwie raus? Kann ich sagen „Nee, doch nicht, ich muss weg!“? Ich will, aber ich kann nicht. Zu engagiert beginnt das Frisiertalent von morgen mir Klammern in die Kopfhaut zu jagen. Also denke ich an unser aller Lehrauftrag und opfere mich. 5 Minuten später habe ich 4 Rundbürsten auf meinem Kopf. Eingedreht. Plus eine Rundbürste, die in Bewegung ist und zum 10. Mal eine Strähne von meinem Kopf wegzieht, die schon trocken war, als die andere Dame angefangen hat, zu schneiden. Ich merke, wie ich langsam genervt werde und überlege, ob ich der jungen Frau sagen soll, dass sich meine Haare nach 10 Minuten auskühlen in einer Rundbürste nie wieder in eine andere Form bringen lassen, aber ich entscheide mich dagegen. Sie soll ja was lernen!

Nach 20 Minuten Rundbürstenfolter blicke ich in den Spiegel. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mein Kopf ist auf das Doppelte angeschwollen. Katie Holmes sieht anders aus, das erinnert eher an Caroline Reiber. Das Haarspray lehne ich dankend ab. An der Kasse lächelt mich die Dame an, die geschnitten hat. „Zufrieden?“ fragt sie. „Mmmmhhh…“ antworte ich und diesmal höre ich Mario Barth auf meiner Schulter: Duschen mit Haare, ohne Haare und nur Haare. Ich entscheide mich für „Nur Haare“ – und zwar schnell!


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