Bildung - Deutschland schneidet schlecht ab

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihren diesjährigen Bericht zur Bildungspolitik der Industriestaaten veröffentlicht. Deutschland schneidet dabei nicht sehr gut ab.

Obwohl in Deutschland zurzeit mehr junge Menschen als je zuvor studieren, produziere Deutschland im internationalen Vergleich nicht genügend hochqualifizierte Kräfte und müsse mehr in die Bildung investieren. Das ist das Fazit des aktuellen OECD-Berichts zur Bildungspolitik. Vorgestellt wurde der Bericht von Andreas Schleicher, der auch die PISA-Studie koordinierte und das deutsche Bildungssystem schon früher kritisiert hatte.

Ausgaben für Bildung in Deutschland zu niedrig

Die Ausgaben im Bereich der Bildung liegen in Deutschland unterhalb des Schnitts der anderen Industrieländer, so dass Deutschland Platz 30 von 36 Industrieländern belegt. Von 1995 bis 2008 verringerten sich die Ausgaben für Bildung um 0,3 Prozent. Vor allem im Primärbereich wie Grundschulen und Kindergärten sind die Ausgaben gesunken. Bei den Ausgaben für Studenten liegt Deutschland allerdings über dem OECD-Schnitt.

Bildung wächst bei Jüngeren

In der Studie wurden zwei Gruppen von Hochqualifizierten untersucht, einmal die 55-64-Jährigen, die in nächster Zeit aus dem Beruf ausscheiden werden, sowie 25-34-jährige Berufseinsteiger. Die Studie kam hierbei zu dem Ergebnis, dass die jüngere Gruppe mit 2,48 Millionen mehr Hochqualifizierte hervorbrachte als die ältere Gruppe mit 2,46 Millionen. Dies zeigt ein Wachstum im Bereich der Bildung innerhalb Deutschlands. Im Vergleich mit anderen Ländern stellt sich dieses Wachstum bei der Bildung jedoch nur als gering dar. In anderen Staaten wuchs die Zahl der Studenten und Hochschulabsolventen in größerem Maße an und die Anzahl der Geringqualifizierten wurde im Laufe der letzten zehn Jahre stärker reduziert.

Schlechte Noten für Deutschland in Punkto Bildung.

Deutschland schneidet bei der Bildung schlecht ab.


Neben Akademikern fehlen in Deutschland aber auch andere qualifizierte Fachkräfte wie Meister und Techniker. Die Nachfrage nach Hochschulabsolventen und Fachkräften mit höherer Bildung ist jedoch auf dem weltweiten Arbeitsmarkt erheblich gestiegen. In den vergangenen 50 Jahren sei in keinem anderen Industrieland das Bildungsniveau so langsam angestiegen wie in der Bundesrepublik, so Schleicher. Deutschland hat von allen Industriestaaten die geringste Zuwachsrate an Hochqualifizierten. Vor allem Korea und Japan haben ihren Zuwachs bei der Bildung erhöht und können heute mit dem OECD-Durchschnitt von 37 Prozent Hochqualifizierten mithalten. Bei den USA liegt der Durchschnitt bei 41 Prozent, in Deutschland nur bei 26 Prozent.

Bildung und Verdienst

Die Erwerbsquote für Hochschulabsolventen ist hingegen weiter angestiegen. Deutsche Arbeitgeber müssen aufgrund des begrenzten Angebots wesentlich mehr Lohn zahlen als in anderen OECD-Ländern. So verdienen Menschen mit höherer Bildung nicht nur mehr, sondern sind selbst in Krisenzeiten auch seltener von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch die Bundesrepublik hat einen höheren Nutzen von mehr Bildung, da höhere Löhne und weniger Arbeitslosigkeit höhere Einkünfte bei der Einkommenssteuer sowie den Sozialversicherungsbeiträgen bedeuten. In Deutschland liegt der Nutzen, den der Staat von der Lebensarbeitszeit eines Hochqualifizierten hat, mit 124.000 Euro sogar fast doppelt so hoch wie der OECD-Durchschnitt.

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