Der Beruf Hebamme ist in Gefahr

Der Beruf Hebamme ist zurzeit ernstlich bedroht. Grund dafür ist die problematische Lage auf dem Versicherungsmarkt: Nach deutlicher Anhebung der Kosten für die Haftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen in den letzten Jahren, ist mittlerweile ungewiss, ob freiberufliche Hebammen ab dem nächsten Sommer überhaupt noch Versicherungsschutz bekommen werden. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat nun versprochen, gemeinsam mit den Hebammenverbänden an einer langfristigen politischen Lösung zu arbeiten.

Freiberufliche Hebammen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Geburtshilfesystems in Deutschland. Sie unterstützen werdende Mütter durch Vorsorgeuntersuchungen, bieten Haus- und Beleggeburten an und begleiten Familien intensiv nach der Geburt. Es erscheint unvorstellbar, dass der Beruf Hebamme in der Freiberuflichkeit als so wichtiger Teil der Geburtshilfe ab dem nächsten Jahr einfach wegfallen soll, doch genau dies ist zu befürchten. Die Nürnberger Versicherung hat bereits bekannt gegeben, dass sie zum Juli 2015 aus den Versicherungskonsortien für Hebammen aussteigen wird. In diesem Fall hätten freiberufliche Hebammen keine Haftpflichtversicherung mehr und könnten schlichtweg nicht mehr arbeiten. „Die Lage auf dem Versicherungsmarkt führt zum Zusammenbruch der Versorgung mit Geburtshilfe. Das ist eine absurde Situation“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV). Auch Ruth Pino, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD), warnt vor der Versicherungsmisere und ihren Konsequenzen für den Beruf Hebamme: „Der Markt für die Versicherung von Hebammen reguliert sich nicht mehr selbst. Die Folgen sind dramatisch, der Beruf ist akut von der Vernichtung bedroht.“

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Beruf Hebamme: Bundesgesundheitsminister Gröhe sichert Unterstützung zu

Am gestrigen Dienstag traf sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mit dem DHV und das Gespräch bot Anlass zur Hoffnung, dass die Politik sich dem Beruf Hebamme in der Freiberuflichkeit annehmen wird. „Ab dem Sommer 2014 soll es eine kurzfristige Lösung geben, um die Kosten für die Haftpflicht für alle betroffenen Hebammen auszugleichen. Eine langfristigere und strukturelle Lösung will der Minister zusammen mit den Hebammenverbänden erarbeiten“, berichtet Martina Klenk. Sie habe den Eindruck, dass der Minister den Beruf Hebamme sehr ernst nehme: „Herr Gröhe hat nicht nur die Haftpflichtproblematik, sondern auch die Versorgungssituation mit Hebammenleistungen im Blick“, so Klenk. In den nächsten Wochen soll der Abschlussbericht der interministeriellen Arbeitsgruppe „Versorgung mit Hebammenhilfe“ veröffentlicht werden.

Die Situation für freiberufliche Hebammen in Deutschland spitzt sich zu. Wenn keine politische Lösung gefunden werden kann, steht der Beruf Hebamme in der Freiberuflichkeit im nächsten Sommer möglicherweise vor dem Aus. Ein Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Gröhe gibt jedoch Anlass zur Hoffnung. Der CDU-Politiker versprach, gemeinsam mit den Hebammenverbänden an einer langfristigen Lösung zu arbeiten.

Bildquelle: Thinkstock/David Hughes

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