Einschulungsuntersuchung

Bei der Einschulungsuntersuchung, auch Schuleingangsuntersuchung, S1 oder SEU genannt, werden sämtliche Kinder eines Jahrgang vor Schuleintritt durch Ärzte des Gesundheitsamtes untersucht. Diese sollen feststellen, ob die Kinder körperlich, geistig und emotional für die Einschulung bereit sind. Die Kriterien der Einschulungsuntersuchung werden jedoch auf Landesebene festgelegt und können sich somit je nach Bundesland in einigen Bereichen unterscheiden.

Wann findet die Einschulungsuntersuchung statt und was wird darin festgestellt?

Mit fünf Jahren freuen sich die meisten Kinder bereits auf die Schule. Sie sind neugierig, wissbegierig und wollen endlich auch zu den großen Kindern gehören. Doch viele Eltern fragen sich in dieser Zeit, ob ihre Kinder schon für die Schule bereit sind. Um diese Frage zu beantworten, kann die Einschulungsuntersuchung sehr hilfreich sein. In ihr soll festgestellt werden, ob die Kleinen körperlich, seelisch und sozial bereits den Anforderungen einer Schule gewachsen sind, um den Eltern anschließend eine entsprechende Empfehlung auszustellen. Die Einschulungsuntersuchung darf daher nur von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamtes durchgeführt werden und ist gesetzlich verpflichtend. Kinder werden in der Regel in dem Jahr schulpflichtig, in dem sie ihren sechsten Geburtstag feiern, sofern dieser vor dem Stichtag des 30. September liegt. Die Einschulungsuntersuchung findet deswegen meist zeitnah zum sechsten Geburtstag des Kindes statt, jedoch immer früh genug, dass bestimmte Fördermaßnahmen noch eingeleitet werden können. Eltern sollten unbedingt beachten, dass die Einschulungsuntersuchung nicht durch die U9 ersetzt werden kann. Diese findet zwar zu einem ähnlichen Zeitpunkt statt, wird jedoch von einem Kinderarzt durchgeführt und hat einen anderen Schwerpunkt.

Einschulungsuntersuchung: Das musst Du beachten

Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihre Kinder bei der Einschulungsuntersuchung schlecht abschneiden, obwohl sie den Forderungen eigentlich gewachsen sind. Diese Befürchtung ist jedoch unbegründet. Obwohl die S1 verpflichtend ist, sprechen die Ärzte lediglich eine Empfehlung aus. Das letzte Wort über die Einschulung haben nach wie vor die Eltern und die entsprechende Schulleitung. Damit Du trotzdem gut vorbereitet bist, solltest Du ein paar grundsätzliche Formalia vorab kennen. Die Einschulungsuntersuchung dauert in der Regel nicht länger als 30 bis 45 Minuten. In dieser Zeit wird Dein Kind auf seine körperlichen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten hin untersucht. Doch auch Du solltest einige Dinge dabei haben, so zum Beispiel die Einladung inklusive des ausgefüllten Fragebogens zur gesundheitlichen Vorgeschichte Deines Kindes. Hier werden nicht nur Krankheiten des Kindes abgefragt, sondern auch der Geschwister und Eltern sowie Eckdaten in der Entwicklung Deines Kindes. Außerdem solltest Du den Impfpass sowie das Vorsorgeheft und gegebenenfalls vorliegende Arzt- und Krankenhausberichte bereithalten.

Die Einschulungsuntersuchung und die körperlichen Fähigkeiten Deines Kindes

Neben der Befragung zu (chronischen) Krankheiten, Unfällen, Operationen und besuchten Förder- und Therapiemaßnahmen findet während der Einschulungsuntersuchung auch eine eigene körperliche Untersuchung statt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Faktoren, die auch für die Teilnahme am Schulunterricht von Bedeutung sind, so zum Beispiel das Seh- und Hörvermögen. Darüber hinaus wird eine oberflächliche Untersuchung durchgeführt, bei der auch Größe und Gewicht ermittelt werden. Eingreifende Maßnahmen wie etwa Blutabnahme oder Impfungen finden jedoch nicht statt. Vielmehr soll bei der Einschulungsuntersuchung den Eltern in diesem Punkt beratend zur Seite gestanden werden, indem ein Gespräch über die empfohlenen Impfungen geführt und besprochen wird, inwiefern diese sinnvoll sind.

Einschulungsuntersuchung: Schulkinder in der Schule

In der Einschulungsuntersuchung werden die Fähigkeiten Deines Kindes überprüft.


Die Einschulungsuntersuchung und die Entwicklung Deines Kindes

Ein weiterer wichtiger Faktor, der bei der Einschulungsuntersuchung berücksichtigt wird, ist die Entwicklung Deines Kindes. Ein wichtiger Bereich ist hier die Sprachentwicklung. Hierbei wird untersucht, ob Dein Kind bereits die Grundlagen von Satzbau und Grammatik beherrscht und verständlich spricht, aber auch ob es in der Lage ist, mehrgliedrige Aufforderungen zu verstehen und zu befolgen. Darüber hinaus wird auch der Umgang mit Utensilien wie Bleistift, Schere und Papier erprobt, die in der Schule zum Alltag gehören. Außerdem werden bei der Einschulungsuntersuchung noch die Merk- und Konzentrationsfähigkeit untersucht und grundlegende Aufgaben wie das Einordnen von Bildern in Kategorien oder das Vervollständigen von Bildern abgefragt.

Die Einschulungsuntersuchung und die emotionale Reife Deines Kindes

Auch wenn Dein Kind körperlich und von der Entwicklung seiner Fähigkeiten her in der Lage ist, am Schulunterricht teilzunehmen, gilt es bei der Einschulungsuntersuchung auch herauszufinden, ob Dein Kind die nötige emotionale Reife besitzt, um dem Schulalltag standzuhalten. Hierbei geht es vor allem darum zu sehen, ob die nötige Aufmerksamkeit und Motivation vorhanden ist, um den langen Tag erfolgreich zu meistern. Doch auch die Frage, ob Dein Kind bereits emotional stabil genug ist, um die längere zeitliche Trennung von Dir zu verkraften und auch mit Rückschlägen umzugehen, die in der Schulzeit zwangsläufig auftreten, wird untersucht. Am Ende liegt es jedoch an Euch als Eltern zu entscheiden, ob Euer Kind bereits reif genug ist, um die Schule zu besuchen. Die Einschulungsuntersuchung dient hierbei lediglich als Richtlinie und kann besonders hilfreich sein, um rechtzeitig Defizite festzustellen, sodass entsprechende Fördermaßnahmen eingeleitet werden können. So kann Dein Kind letztlich die entsprechende Hilfe erhalten, um anschließend auch die bestmögliche Schulbildung zu genießen. Solltest Du übrigens der Meinung sein, dass Dein Kind vorzeitig eingeschult werden kann, solltest Du selbst rechtzeitig die zuständige Grundschule informieren, damit die Einschulungsuntersuchung bereits früher stattfinden kann.

Die Einschulungsuntersuchung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung, um festzustellen, ob Dein Kind emotional und körperlich für den Schulunterricht bereit ist. Wenn Ihr als Eltern noch unschlüssig seid, ob Euer Kind auf die Schule vorbereitet ist, kann die S1 eine wichtige Entscheidungshilfe sein. Die endgültige Entscheidung über die Einschulung trefft Ihr jedoch letztlich selbst.

Bildquelle: Digital Vision|Thinkstock


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Was denkst du?

  • Wonder_Alice am 16.10.2014 um 11:34 Uhr

    Ich erinner mich komischerweise noch an die Einschulungsuntersuchung. Weiß aber auch noch, dass ich damals nicht wusste, was da abgeht. Meine Mutter hat mich einfach machen lassen.

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  • Mircea am 18.06.2014 um 10:24 Uhr

    Ich erinner mich sogar noch an meine Einschulungsuntersuchung, obwohl das ewig lange her ist. Ich weiß noch genau in welchem Gebäude das war und das ich ganz gut abgeschnitten habe. War jetzt aber auch nicht sonderlich schwer.

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  • Behise am 25.03.2014 um 10:48 Uhr

    Die Einschulungsuntersuchung ist zwar sinnvoll, nützt aber irgendwie nicht wirklich was, wenn man so einige Eltern reden hört. Die wollen ihre Kinder dann alle ein Jahr früher dahinschicken und wehe wenn dann "Nein" gesagt wird. Schrecklich einige Leute. Das sollten teilweise echt nicht die Eltern entscheiden dürfen.

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