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Kinderkrankheit Windpocken

Kinderkrankheit Windpocken

Die Windpocken, auch Wasserpocken genannt, gehören zu den typischen Kinderkrankheiten, die so gut wie jedes Kind einmal erwischen. In anderen Gebieten sind sie auch unter den Namen Spitzblattern, Wilde Blattern, Feuchtblattern oder Schafblattern bekannt. Das Tückische an dieser Krankheit ist, dass sie auch über mehrere Meter hinweg übertragen werden kann.

Wie bekommt Dein Kind Windpocken?

Die Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst und sind sehr ansteckend. Deshalb erkranken auch die meisten Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren daran, wenn sie in Kindergarten und Grundschule auf engstem Raum Kontakt mit anderen Kindern haben. Die Übertragung erfolgt durch die sogenannte Tröpfcheninfektion, dies kann zum Beispiel durch Husten oder Niesen passieren. Man kann sich auch anstecken, indem man die Flüssigkeit aus den Bläschen einatmet, die die Viren enthält. Da diese sich sehr lange in der Luft halten, ist auch der Name Windpocken entstanden. Wenn Dein Kind einmal an den Windpocken erkrankt ist, ist es in den meisten Fällen ein Leben lang immun dagegen. Deshalb zählen die Windpocken auch zu den Kinderkrankheiten. Sie treten vor allem im Winter und im Frühjahr auf. Die Windpocken sind schon zwei Tage, bevor es zu der Bläschenbildung kommt, ansteckend und bleiben es solange, bis das letzte Bläschen verkrustet ist. Solange sollte Dein Kind nicht in den Kindergarten gehen und mit anderen Kindern in Kontakt kommen. Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem und auch ältere Menschen sollten den Kontakt in dieser Zeit meiden, da die Windpocken für sie durchaus gefährlich werden können.

Junge mit Windpocken
Windpocken gehören zu den typischen Kinderkrankheiten.

Symptome von Windpocken

Bei Windpocken bilden sich Bläschen auf der Haut. Ein bis drei Wochen nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung meistens mit Fieber, Schlappheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Wenn Dein Kind unter juckendem Hautausschlag leidet, solltest Du aufmerksam werden. Die Blasen treten meist zuerst im Gesicht und am Rumpf auf und breiten sich dann an Armen und Beinen aus. Kopfhaut und Schleimhäute können ebenfalls von den Bläschen befallen sein. Die Windpocken jucken sehr stark, heilen aber im Normalfall nach ein bis zwei Wochen ohne Narben wieder ab. Zusätzlich zu den charakteristischen Pocken kann es auch noch sein, dass Dein Kind sich in dieser Zeit schlapp fühlt und ein leichtes Fieber entwickelt. Sollte sich der Zustand Deines Kindes nicht ganz drastisch verschlimmern, brauchst Du Dir deswegen keine Sorgen machen. Die Krankheit verläuft in der Regel nur drei bis fünf Tage lang akut.

Wie werden Windpocken behandelt?

Windpocken lassen sich nicht im eigentlichen Sinne behandeln. Du kannst nur versuchen, die Symptome Deines Kindes zu lindern. So solltest Du darauf achten, dass Du die Haut Deines Schatzes sorgfältig pflegst, damit sich die Bläschen nicht zusätzlich entzünden. Es ist besonders wichtig, dass sich Dein Kind nicht kratzt, damit später keine hässlichen Narben bleiben. Vor allem im Schlaf neigen kleine Kinder dazu, sich schnell blutig zu kratzen, deswegen kann es bereits hilfreich sein, Deinem Kind im Schlaf Socken oder Handschuhe über die Hände zu ziehen. Im Normalfall tritt die Krankheit nur einmal im Leben auf, wenn sie jedoch sehr leicht und sehr früh eintritt, kann es passieren, dass sich nicht genug Antikörper gegen die Windpocken gebildet haben und man als Erwachsener an einer Gürtelrose erkrankt, die durch den Virus hervorgerufen wird.

Wie kannst Du Windpocken vorbeugen?

Um Windpocken vorzubeugen, kannst du Dein Kind dagegen impfen lassen. Die Impfung wird in Deutschland seit 2004 empfohlen. Seit 2006 gibt es auch eine Mehrfachimpfung, bei der gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken zugleich geimpft wird. Säuglinge haben bis zum dritten Monat noch den sogenannten Nestschutz, das heißt wenn Du immun gegen das Virus bist, ist es Dein Baby auch. Dieser nimmt jedoch ab dem sechsten Monat ab. Mit neun Monaten kann bereits die Windpocken-Impfung durchgeführt werden. Abgesehen von der Impfung gibt es keine Möglichkeit, effektiv gegen Windpocken vorzubeugen. Da die Krankheit bereits zwei Tage vor Auftauchen der Symptome ansteckend ist und über die Luft übertragen wird, besteht keine Möglichkeit, Dein Kind vor dem Virus zu schützen. Da die Winpocken in der Regel jedoch harmlos verlaufen, ist dies auch nicht unbedingt nötig.

Windpocken in der Schwangerschaft

Für Schwangere ist eine Ansteckung mit den Windpocken sehr gefährlich. Besonders in der 8. bis 21. Schwangerschaftswoche sind die werdende Mutter und der Embryo gefährdet. Tritt die Ansteckung im Zeitraum eine Woche vor bis drei Tage nach der Geburt auf, kann sie für die Mutter sogar tödlich verlaufen. Wenn Du auch in Deiner Schwangerschaft häufiger mit kleinen Kindern zu tun hast, solltest Du entweder versuchen, den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken oder Dich wenn möglich bereits vor der Schwangerschaft impfen lassen. Solltest Du nicht mehr wissen, ob Du als Kind bereits die Winpocken hattest und somit immun bist, kann Dein Arzt dies ganz einfach nachprüfen.

So gut wie jedes Kind bekommt einmal Windpocken. Du kannst Deinem Kind helfen, indem Du die Symptome linderst und es daran hinderst die Bläschen aufzukratzen. So werden die lästigen Windpocken in Windeseile wieder vergessen sein.

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