Pflegekinder

Ein Pflegekind bei sich aufzunehmen ist nicht einfach. Dafür müssen Paare einige rechtliche und auch psychische Voraussetzungen erfüllen. Zudem müssen sie bereit sein, ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu rücken und ihre Belastbarkeit zu kennen. Du solltest Dir also die Frage stellen, ob Du dafür geeignet bist, Pflegekinder bei Dir aufzunehmen.

Die elterliche Fürsorge ist nicht nur ein emotionaler Begriff. Das Sorgerecht für ein Pflegekind setzt sich aus vielen Einzelrechten zusammen. Das Gericht hat die Möglichkeit im Falle einer Pflegschaft den Pflegeeltern nur Teile der Rechte zuzusprechen. Die übrigen Rechte bleiben dann bei den leiblichen Eltern, sodass eine Erziehung des Pflegekindes nur in gegenseitiger Absprache erfolgen kann. Bei einer kompletten Sorgerechtsübertragung spricht das Gesetz von einer Vormundschaft. Um als Vormund in Frage zu kommen, müssen Pflegeeltern für ein Pflegekind Voraussetzungen aller Art erfüllen. Es sind zudem völlig andere Bedingungen als bei einer Adoption, da die Kinder oft aus problematischen Familienverhältnissen stammen und daher viel Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen benötigen.

Es gibt viele Voraussetzungen für die Aufnahme von Pflegekindern.

Pflegekinder benötigen ganz besondere Aufmerksamkeit, da sie oft aus instabilen Familien stammen.

Ein geeigneter Vormund für Pflegekinder

Um als geeigneter Vormund zu gelten, musst Du Dich optimal auf das Kind vorbereiten. Es geht dabei aber nicht um die perfekte Bilderbuchfamilie. Interessant ist, dass sich für eine Pflegschaft auch Alleinstehende oder gleichgeschlechtliche Paare bewerben können. Solange die notwendigen Bedürfnisse des Kindes erfüllt werden, können sich sogar Wohngemeinschaften bewerben. Die emotionale und finanzielle Stabilität des Kindes muss jedoch im neuen Zuhause immer gesichert sein, sodass die Familie für das Pflegekind die Voraussetzungen zur erfolgreichen Erziehung erfüllen kann.

Kontakt mit dem Pflegekind schon vor der Pflegschaft

Zudem ist es hilfreich, wenn schon vor dem Einzug eine Beziehung zum Pflegekind besteht. Du bist im Falle einer Vormundschaft der erste Ansprechpartner für Dein Pflegekind und übernimmst die Elternrolle. Damit das Kind aber auch von Anfang an Vertrauen zu Dir aufbaut, ist ein Kennenlernen in aller Ruhe von Vorteil. Schon vor Eurer Pflegebeziehung solltest Du Dich am Leben des Pflegekindes beteiligen. Auch wenn sich zwischen Dir und den leiblichen Eltern Probleme andeuten, musst Du Dein Pflegekind immer motivieren, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Rechtlich gesehen sind sie ja immer noch die Eltern. Sie haben also in allen Lebenslagen ein Mitspracherecht. Bestimmte Entscheidungen dürfen gar nicht ohne sie gefällt werden. Daher muss der Vormund allen möglichen Konflikten vorbeugen. Das heißt, auch wenn die leiblichen Eltern ein Leben führen, das nicht Deinen Vorstellungen entspricht, musst Du darüber hinwegsehen. Ein Konflikt zwischen Dir und den Eltern übt sich negativ auf Pflegekinder aus und bringt sie in einen klassischen Rollenkonflikt.

Pflegekind: Voraussetzungen für die Pflegschaft

Du musst Dich in jeder Lebenslage kooperationsbereit zeigen. Für das Jugendamt und das Gericht bist Du der Ansprechpartner. Du musst als Vormund ein gewisses Verständnis von Erziehung haben und mit Kindern auch in schwierigen Lebenssituationen umgehen können. Wenn Du von Dir selbst behaupten kannst, dass Du ein stabiles Leben mit konkreten Zukunftsplänen führst, bist du als Vormund für ein Pflegekind geeignet. Ein gutes Zeitmanagement gehört zu den schwierigsten Aufgaben bei einem Pflegekind. Einerseits musst Du genügend Geld verdienen, um Euch ein adäquates Leben zu bieten. Gleichzeitig darfst Du das Kind nicht vernachlässigen und den Hauptteil Deiner Zeit im Job verbringen. Während bei eigenen Kindern nicht so genau geprüft wird, ob sie in der Familie gut aufgehoben sind, schaut das Jugendamt also ganz genau hin, wenn Du Pflegekinder aufnehmen möchtest.

Pflegekinder aufnehmen: Einführungsveranstaltungen

Wenn Du eine Pflegekind bei Dir aufnehmen möchtest, gibt es einige Dinge, die zu beachten sind. Daher wir der Besuch einer Informationsveranstaltung und verschiedener Seminare dringend empfohlen. Für eine Pflegschaft musst Du Dich beim Jugendamt bewerben und schon für die Bewerbung müssen einige Formulare ausgefüllt und an einem Vorbereitungsseminar teilgenommen werden. Doch nicht nur das, wenn Du gerne die Verantwortung für Pflegekinder übernehmen möchtest, hat ein Mitarbeiter vom Jugendamt das Recht, Euch in Eurem Zuhause zu besuchen, um sich einen ersten Eindruck von der neuen Umgebung des Kindes zu verschaffen. Schließlich soll es dem Kleinen in Deinem Zuhause auch gut gehen! Solltest Du Dich über alle möglicherweise eintretenden Konflikte informiert und Deine eigenen Fähigkeiten realistisch eingeschätzt haben, steht einer glücklichen Pflegschaft mit einem Kind meist nichts mehr im Wege.

Pflegekinder benötigen besondere Aufmerksamkeit und Betreuung, da sie oftmals aus einem schwierigen Elternhaus stammen. Daher prüft das Jugendamt ganz genau, ob für das Pflegekind die Voraussetzungen erfüllt sind, bevor es bei Dir zu Hause einziehen kann. Wenn Du einem Kind so die Chance auf eine glückliche Kindheit geben möchtest, lohnt sich der Besuch einer Informationsveranstaltung, bevor Du Dich beim Jugendamt um eine Pflegschaft bewerben kannst.

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