Spermien

Wenn Du und Dein Partner bereits seit längerem einen unerfüllten Kinderwunsch habt, kann dies viele Gründe haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Grund bei Dir zu suchen ist, ist in etwa so groß, wie die Wahrscheinlichkeit, dass etwas mit der Fruchtbarkeit Deines Partners nicht stimmt. Insbesondere die Spermien können manchmal einem Kinderwunsch im Weg stehen, wenn etwa die Qualität für eine Befruchtung nicht ausreicht. Doch keine Angst, hier erfährst Du alles, was Du zum Thema Spermien und Befruchtung wissen musst.

Spermien und Sperma

Spermien sind kleine Keimzellen, die der männliche Körper ab der Pubertät produziert und die Befruchtung der weiblichen Eizelle dienen. Zu unterscheiden ist hier zwischen den eigentlichen Spermien und dem Sperma. Als Sperma wird die milchige Flüssigkeit bezeichnet, die ein Mann bei einem Orgasmus durch den Penis ausscheidet. Hierin enthalten sind die Spermien, die in der Sekretflüssigkeit schwimmen. Produziert wird das Sperma in den Hoden, wo es dann in den Nebenhoden bis zum Orgasmus gelagert wird. Beim Höhepunkt des Geschlechtsverkehrs gelangen dann circa 300 Millionen Spermien in die Scheide, mit dem Ziel die weibliche Eizelle zu befruchten.

Spermien und das Spermiogramm

Um auszuschließen, dass eine schlechte Qualität der Spermien für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, ist ein Spermiogramm die beste Methode. Ärzte raten hierzu oft als erste Untersuchung, da sie sehr einfach durchzuführen ist und die Krankenkassen in der Regel die Kosten übernehmen, sofern ein Kinderwunsch glaubhaft vermittelt werden kann und ein Frauenarzt eine Untersuchung empfiehlt. Um die Untersuchung bestmöglich durchzuführen, sollte der Mann gut eine Woche vorher enthaltsam gewesen sein. Dies gewährleistet die maximale Anzahl an Spermien für die Untersuchung. Gewonnen werden die Spermien mittels Masturbation. Dies kann entweder in abgegrenzten Räumen der Praxis selbst geschehen oder zu Hause. Für letztere Methode ist es nur wichtig, dass das Sperma in einem sterilen Becher aufbewahrt wird und innerhalb der ersten zwei Stunden in die Praxis gebracht wird. Um die Qualität zusätzlich zu sichern, kann es hilfreich sein, den Behälter nah am Körper zu führen, damit die Temperatur nicht zu stark schwankt. Bei dem Spermiogramm werden dann in der Praxis Konzentration, Beweglichkeit, Gesamtzahl, Anzahl der lebenden Spermien sowie der pH-Wert untersucht. Ausreichend sind in der Regel gut 15 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma.

Gefroerene Spermien und künstliche Befruchtung

Stellt sich bei einem Spermiogramm heraus, dass die Qualität der Spermien nicht ausreichend ist, bietet sich eine In-vitro-Fertilisation an. Hierbei werden die gewonnenen Spermien gereinigt, vorselektiert und dann mit einer Eizelle zusammengebracht, die anschließend befruchtet in die Gebärmutter eingesetzt wird. Natürlich kann das Sperma auch eingefroren werden, um zu einem späteren Zeitpunkt verwendet zu werden. Dies kann nicht nur bei einer künstlichen Befruchtung geschehen, sondern ist vor allem vor einer Vasektomie sinnvoll, falls später doch noch ein Kinderwunsch auftritt. Das sogenannte Gefriersperma wird vor dem Einfrieren verdünnt und mit Nähr- und Zusatzstoffen versehen, die die Befruchtungsfähigkeit erhalten sollen. Anschließend wird das Sperma in einzelnen Portionen abgefüllt und auf beinahe -196°C abgekühlt. Bei dieser Temperatur sind die Spermien nahezu unbegrenzt haltbar. Die gefrorenen Spermien können auch bei Paaren weiterhelfen, bei denen das Sperma des Mannes zu einer normalen Befruchtung schlicht nicht ausreicht. Hierfür gibt es Samenbanken, die eingefrorene Spermien von Spendern an Paare weitervermitteln. Im Moment ist dies allerdings nur verheirateten, heterosexuellen Paaren möglich. Homosexuelle Paare fordern seit einiger Zeit diese Möglichkeit auch für sich ein, insbesondere da dies in einigen Ländern im europäischen Ausland bereits gang und gäbe ist.

Spermien auf dem Weg zur Eizelle.

Spermien können unter günstigen Bedingungen bis zu sieben Tage im weiblichen Körper überleben,


Bau und Funktion der Spermien

Spermien bestehen grundsätzlich aus drei Teilen: einem Kopfteil, einem Mittelstück und dem langen beweglichen Schwanzteil. Sie haben in der Regel nur eine Funktion, nämlich die Befruchtung der weiblichen Eizelle. Hierfür werden sie nach ihrer Fertigstellung im Nebenhoden gelagert, um dann bei der Ejakulation durch die Samenleiter ausgestoßen zu werden. Bis zu 300 Millionen Spermien können so auf einmal in die Scheide gelangen, doch letztlich schafft es nur ein kleiner Teil, etwa 300 bis 500 bis zum Eileiter vorzudringen, wo die Eizelle auf ihre Befruchtung wartet. Nur ein Spermium der mehreren 100 Millionen gelingt es am Ende mit dem Kopfteil in die Eizelle einzudringen und sie erfolgreich zu befruchten. Geleitet werden die Spermien auf ihrem langen Weg vermutlich von einer komplizierten Mischung aus Hormonen, Temperaturunterschieden und dem pH-Wert. Mit speziellen Rezeptoren, die unseren Geruchsrezeptoren ähneln, nehmen sie ihre Umgebung wahr.

Die Lebensdauer der Spermien

Bis die Spermien fertig gereift sind, benötigen sie circa zehn Wochen. Im Nebenhoden können sie dann in etwa einen Monat überleben, doch meist werden sie bereits früher ausgestoßen. Gelangen die Spermien bei der Ejakulation an die Luft, können sie je nach äußeren Bedingungen, wie Temperatur und Licht, bis zu 24 Stunden überleben. Sobald das Sperma jedoch eingetrocknet ist, sterben die Spermien ab und eine Befruchtung mit ihnen ist nicht mehr möglich. In der Scheide überleben die Spermien jedoch wesentlich länger. Bis zu sieben Tage können sie unter günstigen Bedingungen aktiv bleiben, weshalb auch die Tage unmittelbar vor dem Eisprung besonders gut für das Üben bei einem Kinderwunsch geeignet sind. Schließlich brauchen die Spermien auch noch eine Weile, um die Eizelle zu erreichen.

Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappen möchte, kann es sein, dass eine schlechte Qualität der Spermien dafür verantwortlich ist. Ein Spermiogramm kann in diesem Fall Klarheit bringen. Sollte die Spermienqualität nicht ausreichen, gibt es zumindest für verheiratete, heterosexuelle Paare die Möglichkeit, bei einer Samenbank, befruchtungsfähiges, eingefrorenes Sperma zu erhalten.

Bildquelle: frentusha/iStock/Thinkstock


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Was denkst du?

  • easy_peasy am 08.08.2014 um 16:51 Uhr

    Tja, als Frau muss man halt auch über Spermien Bescheid wissen, wenn man schwanger werden will.

    Antworten