Tollpatsch loben

Spezialisten verschiedener Fachgesellschaften beobachteten verhaltensauffällige Kinder und haben eine wissenschaftliche Leitlinie für kleine Tollpatsche entwickelt.

Experten aus Deutschland und der Schweiz haben sich eingehend mit tollpatschigen Kindern befasst, die die Nerven ihrer Eltern häufig überstrapazieren. Die Spezialisten sprechen dabei von einer „umschriebenen Entwicklungsstörung motorischer Funktionen (UEMF). Professor Rainer Blank, Kinderneurologe vom Kinderzentrum Maulbronn ist Koordinator der neuen Leitlinie zu UEMF. Er bemängelt, dass die Störung im Gesundheitswesen noch nicht ernstgenommen würde und die Behandlung bisher ineffizient sei.

„Tollpatsch“-Symptome

Kinder, die an UEMF leiden, haben Probleme mit ihren motorischen Fähigkeiten wie dem Gleichgewichtssinn. Dies äußert sich durch das Fallenlassen von Gegenständen, Schwierigkeiten beim Springen und Werfen oder Zusammenstoßen mit anderen Personen. Auch wenn viele der Symptome lustig klingen, können sich die Kinder ernsthaft verletzen, da sie auch schon einmal vom Stuhl herunterfallen oder die Treppe hinunterstürzen.

Die UEMF kann bereits im Babyalter oder erst in der Grundschule auftreten. Experten schätzen die Zahl der Tollpatsche in Deutschland auf fünf bis sechs Prozent, Jungen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen. Professor Blank vom Fachjournal „Kinderärztliche Praxis“ berichtet von Begleiterscheinungen wie Sprachauffälligkeiten, Legasthenie, ADHS oder auch Fettsucht.

Tollpatsch-Kinder leben gefährlich

Ein Tollpatsch sollte gezielt von Eltern und Lehrern gefördert werden


Tollpatsche behandeln

Die Experten der verschiedenen Fachgesellschaften sind sich darin einig, dass die Kinder therapiert werden müssen und auch die Eltern Hilfe benötigen. Lehrer und Eltern werden dazu angehalten, den Tollpatsch nicht zu tadeln, sondern stattdessen Erfolge durch Lob und Zuwendung hervorzuheben. Die Experten raten aber auch, dass Eltern ihr Kind nicht überbehüten, sondern es so normal wie möglich behandeln sollen. Ein Tollpatsch sollte sich außerdem viel bewegen, um die Motorik zu schulen. Die Eltern können mit kleinen Kindern auf dem Spielplatz gehen, ältere Kinder sollten Sport wie Schwimmen, Radfahren oder auch Yoga treiben.

Der Kinder- und Jugendarzt kann besorgten Eltern helfen, herauszufinden, ob eine spezielle Förderung nötig ist oder nicht. Diese kann aus krankengymnastischen Übungen, Beschäftigungstherapien oder logopädischen Behandlungen bestehen. Auch psychologische und therapeutische Hilfe kann für einen Tollpatsch sinnvoll sein.


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Was denkst du?

  • Extrapower am 22.02.2012 um 17:48 Uhr

    Ich hab vorher noch nie, gehört, dass das jetzt wie eine richtige Krankheit behandelt wird...die armen Kleinen!

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  • Mandrinchen am 21.02.2012 um 13:10 Uhr

    Tollpatsch klingt ja immer so niedlich, aber dass die Eltern damit solche Probleme haben können, war mir vorher nicht bewusst!

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  • sarahlena am 21.02.2012 um 11:05 Uhr

    Ich wusste nicht, dass es ein Tollpatsch Syndrom gibt. Das hab ich auf jeden Fall auch!

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  • BriannaBabe am 21.02.2012 um 10:45 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass das als Krankheit anerkannt ist

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  • VanessaVanilla am 21.02.2012 um 09:46 Uhr

    Ich glaube ich leide bis heute daran =D ... ich bin so ein Tollpatsch! Aber bei mir ist es glaub ich auch oft, weil ich so verträumt und machmal mit den Gedanken ganz woanders bin ...

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