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WHO-Report

41 Millionen Kinder leiden an Übergewicht

Übergewicht, gerade bei Kindern und Jugendlichen, ist schon seit Jahren ein heiß umstrittenes Thema. Bislang wurde angenommen, dass gerade in westlichen Industrienationen wie den USA oder Europa die Fettleibigkeit dominiert. Ein aktueller Bericht zeigt jedoch auf: Übergewicht bei Kindern ist ein weltweites Problem und kaum etwas wird dagegen unternommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte in Genf den Bericht der Kommission „Ending Childhood Obesity“ (Fettleibigkeit bei Kindern beenden). Demnach sind weltweit mehr als 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen. Dabei sind es nicht – wie bislang angenommen – nur die Länder der Industrienationen, die eine signifikant hohe Anzahl an adipösen Kindern verzeichnen. Auch Schwellen- und Entwicklungsländer haben mit dem Problem zu kämpfen.

Closeup eines Mädchens mit Übergewicht
Derzeit gibt es weltweit 41 Millionen Kinder mit Übergewicht. Tendenz: steigend.

Allen voran Asien und Afrika: 2014 lebten 48 Prozent der adipösen Kinder in Afrika, 25 Prozent stammten aus Asien. In Afrika hat sich die Anzahl der Kinder mit Übergewicht seit 1990 fast verdoppelt und stieg somit von 5,4 Millionen auf 10,3 Millionen an. Die Ausmaße gleichen einer weltweiten Epidemie, der, so die Autoren des Reports, bislang niemand den nötigen Ernst zugesprochen habe. Tatsächlich handele es sich aber um ein besorgniserregendes Gesundheitsproblem.

Übergewicht ist Staatssache

Laut der WHO sind die Gründe für Übergewicht bei Kindern unter fünf Jahren vielfältig. Sie wachsen in einem gesellschaftlichen Umfeld auf, das Gewichtszunahme und Adipositas fördert. Industriell hergestellte, energiereiche Lebensmittel sind für die breite Bevölkerung einfach zugänglich und werden durch aggressive Marketingkampagnen bereits an die Jüngsten gebracht. Die Kalorienaufnahme steigt, während der Bedarf immer weiter sinkt. Denn: Bewegungsmangel ist ein weiteres Problem heutiger Gesellschaften. Kinder verbringen immer mehr Zeit sitzend und vor dem Bildschirm, körperliche Aktivitäten gehören dagegen seltener zur täglichen Beschäftigung. Die Vorbeugung von Übergewicht muss staatlich gewünscht und implementiert werden. Nur wenn alle Sektoren eines Staates systematisch die Gesundheit ernst nehmen, kann sich eine Bevölkerung von dieser Epidemie erholen. Die WHO hat daher Empfehlungen ausgesprochen, wie man Übergewicht bei Kindern auf Staatsebene bekämpfen kann. Dazu gehören die Förderung der Aufnahme von gesunden Lebensmitteln und die Steigerung der physischen Aktivität, Gewichtsmanagement, Empfängnis- und Schwangerschaftsberatung sowie Ernährungs-, Gesundheits- und Bewegungspläne für Klein- und Schulkinder.

Dass Übergewicht in den USA zur Tagesordnung gehören, ist lange bekannt. Auch dass die Anzahl der fettleibigen Kinder in Europa immer weiter steigt, wird seit einiger Zeit deutlich. Dass Übergewicht allerdings zu einem weltweiten Problem geworden ist, dessen Bekämpfung ebenso globale Maßnahmen erfordert, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Da wird es höchste Zeit, dass Fast Food und andere industriell gefertigte Lebensmittel die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben – anstatt sie zwecks Marketingkampagnen immer wieder zu verharmlosen.

Bildquelle: iStock/IPGGutenbergUKLtd

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