Wenn es innerhalb der Big Four der Modewochen – New York, London, Mailand, Paris – eine Rangordnung gäbe, würde die Fashion Week Paris ihre Schwestern unbestritten anführen. In Paris sind die größten Labels beheimatet, die kreativsten Designer zu Hause und Modenschauen überhaupt erst entstanden.

Die internationalen Modewochen enden stets mit der Fashion Week in Paris! Die Pariser Modewochen im März und im September sind jedoch nicht nur das Schlusslicht, sondern der modische und fulminante Höhepunkt eines wahren Fashion-Marathons. Nirgendwo ist die Mode innovativer, die Silhouette gewagter und die Show spektakulärer als auf der Fashion Week Paris! Traditionshäuser wie Chanel, Yves Saint Laurent, Dior und Louis Vuitton geben hier noch einmal alles.

Die Fashion Week Paris ist die Wiege der Modenschauen

Dass die Fashion Week in Paris etwas ganz Besonderes ist, beweist allein ihre lange Tradition: Bereits vor über 150 Jahren fand hier die erste Modenschau statt. Der englische Designer und Unternehmer Charles Worth, der auch als Begründer der Haute Couture gilt, ließ seine edlen Kreationen saisonal zweimal im Jahr von seiner Frau Marie Vernet und anderen Mannequins in seinem Modehaus „Maison Worth“ mitten in Paris vorführen. Auch wenn der Erfinder der Modenschauen kein Franzose war, trugen Worth und später auch französische Designer wie Coco Chanel, Yves Saint Laurant und Christian Dior dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt etablierte. Es muss wohl auch an dieser Tatsache liegen, dass die Fashion Week Paris im internationalen Vergleich am extravagantesten und innovativsten ist.

Fashion Week Paris: Grenzenlose Kunst

In Paris agieren die größten Visionäre und die kreativsten Köpfe. Das Modevolk freut sich daher schon lange im Voraus auf die Fashion Week Paris. Selbst eine Fashionikone wie Anna Wintour ist jedes Mal gespannt, was sich Karl Lagerfeld, Marc Jacobs und Co. wieder ausgedacht haben. Diese beiden Chefdesigner überraschen nicht nur mit ihren Kollektionen, sondern auch mit spektakulären Settings. Da in Paris Mode praktisch eine Staatsangelegenheit ist, öffnen selbst die ehrwürdigsten Institutionen wie das Grand Palais den Designern ihre Pforten. Hier installierte beispielsweise Karl Lagerfeld für die Chanel-Sommerkollektion 2012 eine weiße Unterwasserwelt mit meterhohen Muscheln und hohlen Seeigeln, aus denen die Models stiegen. Für die Chanel-Sommerkollektion 2013 ließ der deutsche Designer dagegen Solarplatten und riesige Windräder ins Grand Palais montieren. Marc Jacobs installierte zur Präsentation seiner märchenhaften Louis Vuitton-Kollektion auf der Fashion Week Paris im Oktober 2011 ein weißes Karussell in den Cour Carée du Louvre. Die Kollektionen von Alexander McQueen begeistern nicht nur durch ihre spektakulären Locations – 2011 wählte Sarah Burton beispielsweise einen alten Schlachthof –, sondern auch durch extravagante Accessoires. Meist tragen die Models futuristische Sonnenbrillen-Capes oder andere spektakuläre Kopfbedeckungen. Auch Maison Martin Margiela ist dafür bekannt, dass es seine Models immer mit einem verhangenem Gesicht auf die Runways der Fashion Week Paris schickt. Jean Paul Gaultier liebt ebenfalls spektakuläre Happenings, mit denen er gerne die Modewelt schockt.

Fashion Week Paris: Der Pariser Chic

Trotz aller Extravaganz und Innovationen wird in Paris vor allem Eleganz groß geschrieben. Während die Modeszene in London oder Berlin rebellisch und jung wirkt, scheint die Modewelt in Paris erwachsen und elegant. Der berühmte Pariser Chic und der französische Charme ist daher während der Fashion Week Paris allgegenwärtig, egal ob auf den Runways der etablierten Marken wie Dior, Gucci, Chanel, Louis Vuitton, Balenciaga oder Chloé, bei jungen Labels wie Isabel Marant oder Miu Miu oder auf den Straßen rund um den Rivoli, die Opéra und die Champs Elysées. Bei allen Experimenten liegt der Schwerpunkt trotzdem auf Eleganz, Luxus und Tradition.

Fashion Week Paris: Auf der Suche nach dem Neuen

Die extravaganten Kreationen und spektakulären Modenschauen sind der Ausdruck eines ganz bestimmten kreativen Bedürfnisses: Dem Drang nach Neuem. Da Mode und die Fashion Week in Paris erfunden wurden und die französische Hauptstadt der Nabel der Modewelt ist, haben die Designer auf der Fashion Week Paris das größte Selbstbewusstsein. Sie wissen: Was sie präsentieren, wird zum Trend. Sie sind der Maßstab. Daher wird auf der Fashion Week Paris mehr Neues gewagt, experimentiert, grenzenlos kreiert und Unmögliches auf die Bühne gebracht. Doch alles ist wiederum auch nicht erlaubt. So scheuen die französische oder internationale Presse sowie Anna Wintour nicht davor zurrück, ganze Kollektionen zu verreißen, selbst wenn sie von einem Marc Jacobs stammen. Die erste Kollektion des Amerikaners für Louis Vuitton wurde beispielsweise rücksichtslos kritisiert.

Christian Dior, Chanel, Yves Saint Laurent, Jean Paul Gaultier, Alexander McQueen, Maison Martin Margiela, Miu Miu, Kenzo, Hermès, Céline, Balenciaga, Givenchy, Isabel Marant, Stella McCartney, Chloé, Valentino, Louis Vuitton, Elie Saab – die Labels der Fashion Week Paris lesen sich wie das Who is Who der internationalen Fashion-Szene!