Scharlach

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die von verschiedenen Arten von Streptokokken ausgelöst wird. Diese Bakterien können leicht durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Sprechen. Scharlach ist deshalb äußerst ansteckend und gehört zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Wenn Dein Kind daran erkrankt ist, solltet Ihr dringend einen Arzt aufsuchen.

Scharlach ist ansteckend

Scharlach ist äußerst ansteckend. Eine Infektion hinterlässt zwar einen lebenslangen Immunschutz, dies gilt allerdings nur für die auslösende Streptokokkengruppe. Da es verschiedene Erreger für Scharlach gibt, besteht die Möglichkeit einer erneuten Infektion durch eine andere Bakterienart aus dem Bereich der Streptokokken. In den meisten Bundesländern ist Scharlach nicht meldepflichtig. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bilden hier die Ausnahme. Trotzdem dürfen sich in allen Bundesländern nach dem Infektionsschutzgesetz Menschen, die an Scharlach erkrankt sind, nicht in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten aufhalten. Daher sollte Dein Kind, wenn es an Scharlach erkrankt ist, strikte Bettruhe halten.

Scharlach sollte nicht unterschätzt werden

Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit.


Wie entsteht Scharlach und wie äußert sich eine Infektion?

Scharlach ist eine bakterielle Infektion. Verantwortlich sind verschiedene Bakterien aus dem Bereich der Streptokokken. Die Erreger sind sehr leicht über die Luft übertragbar, weshalb Scharlach zu den häufigsten Kinderkrankheiten zählt. Eine Infektion erfolgt durch Tröpfchenübertragung, in seltenen Fällen auch durch eine Schmierinfektion. Die Inkubationszeit bei Scharlach beträgt ungefähr zwei bis vier Tage. Wenn Du die Infektion Deines Kindes nach dem Ausbruch fachgerecht mit einem Antibiotikum behandeln lässt, ist die Krankheit bereits nach zwei Tagen nicht mehr ansteckend. Erhält Dein Kind kein Antibiotikum, kann die Infektion unbehandelt jedoch bis zu vier Wochen lang weitergegeben werden. Dabei ist besonders zu beachten, dass die für den Scharlach verantwortlichen Streptokokken auch von einer Person übertragen werden können, die selbst nicht an Scharlach erkrankt ist. Typische Symptome für Scharlach sind starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und hohes Fieber. Wenn Dein Kind erkrankt ist, ist sein Hals stark gerötet und seine Lymphknoten sind geschwollen. In einigen Fällen zeigen sich auch milchig-weiße Bläschen auf den Gaumenmandeln. Die Zunge Deines Kindes ist zu Beginn der Infektion weiß belegt und verfärbt sich im weiteren Krankheitsverlauf himbeerfarben, ein besonders typisches Symptom für den Scharlach. Auf die ersten Krankheitsanzeichen folgt ungefähr nach zwei bis drei Tagen ein rötlicher Hautausschlag, der sich über den gesamten Körper ausbreitet und auf den Wangen, im Leistenbereich und unter den Achseln häufig besonders stark auftritt. In den meisten Fällen klingt der Ausschlag aber nach wenigen Tagen wieder ab. Bis zu drei Wochen später schält sich die Haut am Körper Deines Kindes, insbesondere an den Handflächen und Fußsohlen. Diese Begleiterscheinung kann auch bei ausreichender Behandlung mit einem Antibiotikum bis zu acht Wochen anhalten.

Wie wird Scharlach diagnostiziert?

Da andere Krankheiten ähnliche Symptome wie Scharlach aufweisen, ist ein Rachenabstrich nötig, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. Allerdings lässt sich auch mit diesem Abstrich zunächst nur feststellen, dass eine Streptokokken-Infektion vorliegt. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lassen sich im Winter bei mehr als 20 Prozent der Menschen Streptokokken im Rachen nachweisen, ohne dass diese Krankheitsanzeichen aufweisen. Erst wenn die im Rachenabstrich festgestellte Streptokokken-Infektion mit den typischen Symptomen einhergeht, lässt sich eindeutig sagen, dass Dein Kind Scharlach hat.

Was hilft gegen Scharlach?

Hat der Arzt eindeutig festgestellt, dass Dein Kind an Scharlach erkrankt ist, ist eine Antibiotika-Therapie notwendig. In der Regel wird er Deinem Kind Penizillin verordnen. Es muss das Antibiotikum zehn Tage lang durchgehend einnehmen, auch wenn die Symptome bereits nach wenigen Tagen abklingen und eine deutliche Verbesserung in seiner Verfassung eintritt. Dein Kind sollte mindestens eine Woche nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen und sich schonen. In den ersten Tagen der Infektion ist Bettruhe zu empfehlen. Zur Linderung der Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kann Dein Kind mit einem Salbei-Kamillen-Tee gurgeln. Der Tee darf beim Gurgeln jedoch nur noch lauwarm sein. Auch ein Halswickel mit warmem Schmalz kann die Schmerzen lindern. Steigt das Fieber mehrere Tage lang über 39 Grad Celsius, kannst Du die Temperatur mithilfe von Wadenwickeln senken. Fieberzäpfchen solltest Du Deinem Kind nur nach Rücksprache mit dem Arzt verabreichen. Um eine Neuansteckung zu vermeiden, ist es ratsam, die Zahnbürste und die Handtücher Deines Kindes vollständig auszutauschen. So hältst Du den Kontakt mit eingenisteten Bakterien so gering wie möglich.

Komplikationen bei Scharlach

Wenn Du die Scharlach-Erkrankung Deines Kindes rechtzeitig erkennst und sie mit einem Antibiotikum fachgerecht behandelst, entstehen in der Regel keinerlei Komplikationen. Wird die Behandlung allerdings nicht ordnungsgemäß zu Ende geführt, beispielsweise durch frühzeitiges Absetzen des Antibiotikums, kann es noch bis zu vier bis sechs Wochen nach der Erkrankung zu Komplikationen kommen, die ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko für Dein Kind bedeuten. So können die Scharlach-Erreger eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung oder eine Infektion des gesamten Körpers hervorrufen und Nieren, Gelenke und sogar das Gehirn schädigen. Daher ist es ratsam, einige Wochen nach der Scharlach-Erkrankung noch einmal den Arzt zu konsultieren, damit dieser die Herztöne und das Urin Deines Kindes untersuchen kann, um mögliche Spätfolgen zu erkennen beziehungsweise auszuschließen.

Scharlach entsteht durch eine Streptokokken-Infektion und ist äußerst ansteckend. Deshalb ist eine sofortige Behandlung mit einem Antibiotikum unbedingt notwendig. Wenn Dein Kind an Scharlach erkrankt ist, sollte es sich schonen und darf mehrere Wochen nicht mit anderen Kindern in Kontakt kommen. Obwohl eine Streptokokken-Infektion einen lebenslangen Immunschutz hinterlässt, ist eine erneute Erkrankung an Scharlach möglich, da die Infektion durch verschiedene Bakteriengruppen ausgelöst werden kann.

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