Zitronensaftkur
Katja Nauckam 12.07.2018

Saftkuren und Fasten liegen voll im Trend. Einer davon ist die Zitronensaftkur, bei der du laut Naturheilmedizin abnehmen und den Körper reinigen sollst. Aber wie kann das funktionieren und ist das wirklich eine gesunde Methode, um abzunehmen?

Wie funktioniert die Zitronensaftkur?

Die Zitronensaftkur ist auch unter dem Begriff Master-Cleanse-Diät oder Lemon Detox bekannt. Dabei handelt es sich nicht direkt um eine Diät, bei der man weniger isst. Eine Saftkur ist eine Form des Fastens. Das heißt, du trinkst in einer bestimmten Zeit lediglich Saft, Tee oder Wasser und nimmst keine weiteren Lebensmittel zu dir. Bei der Zitronensaftkur trinkst du ausschließlich Zitronensaft mit einigen Gewürzen.

Zitronensaftkur Erfahrungen

Bei einer Saftkur trinkst du ausschließlich Zitronensaft, ohne etwas anderes zu essen.

Diese Form des Heilfastens mit Zitronen, gibt es schon seit den 1940er Jahren. Da wurde sie durch den amerikanischen Heilpraktiker Stanley Burroughs bekannt und diente ursprünglich nicht dem Zweck, Gewicht zu reduzieren. Natürlich ist jedoch klar, dass man beim Fasten aufgrund der fehlenden Nahrungsaufnahme automatisch abnimmt. In den 2000er Jahren wurde die Kur daher in einem Diätratgeber als Form des schnellen Abnehmens angepriesen: Stars wie Beyoncé und Gwyneth Paltrow sollen mit ihr angeblich in kurzer Zeit viele Kilos verloren haben und lösten einen Zitronendiättrend aus.

Die Idee des Heilfastens basiert auf der naturheilkundlichen Annahme, der Körper müsste von Schadstoffen gereinigt werden und entgiften. Dies geschehe, wenn man einige Zeit auf Nahrungsmittel verzichtet und lediglich Wasser trinkt. Zusätzlich profitiert diese spezielle Form des Fastens von den zahlreichen positiven Eigenschaften der Zitrone.

Diese Auswirkungen soll die Zitronensaftkur haben:

  • Vitamin C: Der hohe Gehalt an Vitamin C stärkt das Immunsystem, verbessert die Haut, fördert die Fettverbrennung und animiert die Enzyme in der Leber zur Entgiftung.
  • Kalium: Durch das enthaltene Kalium wird die Funktion von Herz und Muskeln gestärkt.
  • Zitronensäure: Die Säure der Zitrone soll Entzündungen hemmen, antibakteriell und verdauungsfördernd wirken.
  • Insgesamt sollen der Stoffwechsel und die Darmtätigkeit angekurbelt werden, so dass der Körper sicher gesünder fühlt und die Fette besser verbrennen kann.
Zitronensaftkur Vorteile Nachteile

Das Vitamin C der Zitrone soll die Fettverbrennung anregen.

So soll die Kur durchgeführt werden

Vor der Kur

  1. Die Kur ist für 10 Tage angesetzt. Bereite dich darauf vor, dass du 10 Tage keine Lebensmittel zu dir nehmen wirst, sondern lediglich trinkst.
  2. Es ist am besten, du machst diese Kur in einer ruhigen Zeit. Du solltest körperlichen und psychischen Stress vermeiden. Vor allem, wenn du das erste Mal fastest, ist es besser, wenn du das außerhalb der Arbeit machst und es vielleicht in deinen Urlaub legst. Denn die Umstellung auf die fehlende Nahrung zehrt an deinen Kräften und du musst dich daran gewöhnen.
  3. Wenn du unerfahren bist, solltest du den Übergang zwischen normaler Ernährung und Fastenkur abmildern. Iss also 2 Tage vor dem ersten Fastentag nur leichte pürierte Suppen mit wenigen Kohlenhydraten und verzichte auf Snacks sowie fettige und zuckerhaltige Leckereien. Alkohol ist sowieso Tabu.

Die Fastenzeit

  1. Beim Fasten beginnt man zunächst mit einer Entleerung des Darms. Um dies zu erreichen, nimmt man einige Löffel Passage- oder Bittersalz* zu sich, das die Darmtätigkeit anregt.
  2. Dein Zitronensaft besteht für eine Portion aus folgenden Zutaten: 2 EL frisch gepresster Zitronensaft, 2 EL Ahornsirup, 1/4 TL Cayennepfeffer und 300 ml warmes Wasser. Fülle alle Zutaten in einen Mixer und mische sie gut durch oder rühre sie von Hand in einer Karaffe durch.
  3. Du trinkst über den gesamten Tag verteilt 6-8 Gläser dieser Mischung. Immer wenn du Hunger verspürst, nimmst du einen Schluck zu dir.
  4. Idealerweise zieht man diese Kur 10 Tage durch. Doch als Anfänger empfehle ich dir, erst mit 3 Tagen zu beginnen, um zu sehen, wie du dich fühlst und ob du es gut verträgst.

Das Fastenbrechen

  1. Nach dem letzten Fastentag folgt das Fastenbrechen: Du musst deinen Körper wieder langsam an Nahrung gewöhnen. Fange also wieder mit einer dünnen Gemüsesuppe oder Brühe an und meide in den ersten beiden Tagen Fleisch, Fisch, Snacks und Milchprodukte.

Warum eine Zitronensaftkur nicht dauerhaft gesund ist

Fasten sollte nicht als Diät verstanden werden. Auch wenn man natürlich Gewicht verliert, weil man dem Körper keine Nahrung zuführt, mangelt es an wichtigen Nährstoffen. Zudem sollten nur gesunde Menschen solche Kuren überhaupt durchführen. Kritiker und Mediziner raten von radikalen Diäten wie Low-Carb- oder No-Carb-Programmen ab, bei denen man sehr einseitig oder gar nichts isst. Zudem ist der JoJo-Effekt vorprogrammiert. Nichtsdestotrotz hat die Aufnahme von viel Vitamin C natürlich auch Vorteile, doch dass sie wirklich den Abnehm-Prozess fördert, ist wissenschaftlich eher umstritten.

Baby mit Zitrone

Uah … Zitrone hat sehr viel Säure. Das verträgt nicht jeder.

Vorteile der Kur

  • Zitronensaft zügelt den Appetit und du hast weniger Hunger.
  • Du kannst kurzfristig einige Kilos verlieren.
  • Zitronen sind gut für dein Immunsystem und haben einen gewissen Anti-Aging-Effekt.

Nachteile der Kur

  • Die Kilos, die du verloren hast, wirst du nach der Kur wieder hinzugewinnen.
  • Der hohe Säuregehalt kann sich negativ auf deine Haut auswirken und zu verstärkten Unreinheiten führen. Auch die Mundschleimhaut wird dadurch stark gereizt und der Zahnschmelz wird angegriffen.
  • Bei einem empfindlichen Magen kann eine so ausschließliche Zufuhr von Säure zu Bauchweh führen.
  • Durch die hohe Flüssigkeitszufuhr verbringst du den halben Tag auf der Toilette.
  • Ungeübte Fastende werden anfangs Kopfschmerzen bekommen.

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Erfahrungen mit der Zitronensaftkur

Natürlich sind Zitronen an sich gesund. Doch wer sie in solchen Mengen ausschließlich zu sich nimmt, wird einige Mangelerscheinungen bemerken. Ob du eine kurze Zeit eine solche Zitronensaftkur ausprobieren willst, bleibt dir überlassen. Du solltest sie jedoch keinesfalls als dauerhafte Ernährungsweise ansehen. Gesund abnehmen wirst du eher, wenn du deine Ernährung langsam umstellst und dazu regelmäßig Sport treibst. Der kurzfristige Verlust von einigen Kilos ist es nicht wert, seinem Körper diesen Mangel auszusetzen. Fasten ist eine umstrittene Methode und sollte generell nur von gesunden Personen durchgeführt werden.

Es gibt jedoch eine Form dieser Zitronensaftkur, die man in den Alltag integrieren kann: Dabei trinkst du täglich morgens ein Glas Zitronensaft, ohne gänzlich auf Kohlenhydrate zu verzichten. Das soll ebenfalls den Stoffwechsel ankurbeln und dein Immunsystem stärken. Wer recherchiert, findet allerdings wenig glaubwürdige Berichte, ob dies wirklich belegt ist. Dennoch kannst du es einmal ausprobieren und deine gesunde Ernährung durch den Zitronensaft in Maßen ergänzen. Auf YouTube gibt es einige, die eine Zitronensaftkur als Challenge ausprobiert haben und ihre Erfahrungen teilen:

Wenn du bereits Erfahrungen mit dem Fasten hast, kannst du eine Zitronensaftkur ruhig einmal ausprobieren. Sie ist jedoch nicht geeignet als Diät oder Variante, um dauerhaft abzunehmen. Was denkst du darüber? Würdest du sie jetzt dennoch ausprobieren? Ich bin gespannt auf deine Meinung.

 

Bildquelle:

iStock/belchonock/WavebreakmediaIamthatiam/giphy

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