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Chamäleon der Gynäkologie

Das steckt hinter der Erkrankung Endometriose

Regelschmerzen
© Getty Images/Jakob Wackerhausen

Höllische Schmerzen während der Periode, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen beim Sex und ein unerfüllter Kinderwunsch – all das und noch viel mehr ist Endometriose. Weil die Erkrankung so individuell und vielseitig ist, wird sie auch als Chamäleon der Gynäkologie bezeichnet. Wir erklären dir, was dahinter steckt und wie Betroffenen geholfen werden kann.

Während der Periode haben ganz viele Frauen mit nervigen Symptomen wie Unterleibsschmerzen, Problemen mit der Verdauung, schlechter Laune und Müdigkeit zu kämpfen. Verschwinden die Probleme mit Abklingen der Periode, musst du dir wahrscheinlich keine Sorgen machen. Treten die Symptome jedoch zyklusunabhängig auf oder sind so schlimm, dass du deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst und den ganzen Tag mit einer Wärmflasche im Bett liegst, solltest du einen Arzt aufsuchen. In diesem Fall könnte Endometriose der Grund für deine Beschwerden sein.

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Endometriose: Was steckt dahinter?

Endometriose ist eine gutartige, chronisch verlaufende Erkrankung. Bei Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter und siedelt sich zum Beispiel an den Eierstöcken, im Bauchraum, am Darm oder dem Bauchfell an und bildet dort sogenannte Herde. In ganz seltenen Fällen kann das Gewebe auch außerhalb des Bauchraums, zum Beispiel im Zwerchfell oder der Lunge gefunden werden. Tatsächlich ist Endometriose, auch wenn viele noch nie etwas von der Erkrankung gehört haben, keine Seltenheit. Sie ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Zwischen 8 und 15 Prozent aller Mädchen und Frauen sind schätzungsweise betroffen. Die Ursachen für Endometriose sind jedoch auch heute noch unklar.

Chamäleon der Gynäkologie

Endometriose äußert sich von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. Die einen haben überhaupt keine Beschwerden und auch keinen Behandlungsbedarf. Bei vielen Frauen sieht das jedoch ganz anders aus: Die Beschwerden sind oft so schlimm, dass der Alltag zum Problem wird, geschweige denn, dass man von echter Lebensqualität reden kann. Zu den häufig genannten Symptomen gehören außerdem Schmerzen im Rücken oder beim Sex, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit oder auch ein unerfüllter Kinderwunsch. Neben den körperlichen Beschwerden leidet natürlich auch die Psyche der betroffenen Mädchen und Frauen unter der Erkrankung. Die Angst, das Haus zu verlassen, weil man vor Schmerzen ohnmächtig werden könnte, die Angst, von anderen nicht verstanden oder ernst genommen zu werden und vor allem die Frage „Was ist eigentlich los mit mir“ sind Sorgen, die ganz viele Betroffene plagen.

Endometriose: Diese Symptome könnten darauf deuten Abonniere uns
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Diagnose: Ein langer Weg

Rund sieben Jahre – so lange dauert es im Durchschnitt vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnosestellung. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch geht es häufig etwas schneller, doch auch in diesem Fall vergehen durchschnittlich drei Jahre bis zur endgültigen Diagnose. Aber wieso wird Endometriose oft erst so spät erkannt? Das kann unterschiedliche Gründe haben. Die Symptome sind zum Beispiel so unterschiedlich, dass es ganz oft erst mal zu Fehldiagnosen kommt. Häufig nehmen Ärzt*innen die Beschwerden auch einfach nicht ernst genug und tun die Symptome der Patientinnen als „normale“ Menstruationsbeschwerden, die nun mal dazu gehören, ab. Und: Trotz ihrer großen Verbreitung wird die Erkrankung gesellschaftlich noch immer zu wenig wahrgenommen. Das möchte Influencerin und Ex-GNTM Kandidatin Anna Adamyan (ehemals Wilken) ändern! Sie selbst ist von der Erkrankung betroffen und leistet schon seit vielen Jahren Aufklärungsarbeit.

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Im Interview mit desired hat Anna ganz offen über ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Kinderwunsch und ihre Awareness-Arbeit gesprochen.

Übrigens: Mittlerweile ist Anna Mama eines kleinen Jungen und überglücklich! Auf Social Media gewährt sie ihren Follower*innen einen Einblick in ihren Alltag mit Baby und spricht über die schönen, aber auch die schweren Momente des Mama-Seins.

Selbst aktiv werden

Wenn du das Gefühl hast, eventuell selbst betroffen zu sein, kannst du bei der Diagnosestellung selbst ein klein wenig nachhelfen, indem du dich und deinen Körper ganz genau unter die Lupe nimmst.

Diese Fragen solltest du dir stellen:

  • Wann habe ich Schmerzen?
  • Wo genau tut es weh?
  • Gibt es einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Zyklus?
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Die Antworten auf diese Fragen kannst du dann zum Beispiel in ein Schmerztagebuch eintragen. So hast du beim Arztbesuch direkt alle wichtigen Infos parat und kannst den oftmals langen Weg bis zur Diagnose vielleicht ein bisschen verkürzen. Um eine Diagnose letztendlich stellen zu können, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die von der Einnahme der Pille bis zu einem kleinen operativen Eingriff in Form einer Bauchspiegelung reichen.

Wartezimmer Arzt
In einem ersten Beratungsgespräch beim Arzt erfährst du, welche Schritte du bei Verdacht auf Endometriose einleiten musst. (© Getty Images/Pacificenterprise)

Diagnose-Endometriose: Was tun?

Endometriose verläuft zwar chronisch, das bedeutet aber keinesfalls, dass Betroffenen nicht geholfen werden kann. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Therapieformen, um die Beschwerden zu lindern oder in manchen Fällen sogar ganz wegzubekommen. Die Möglichkeiten reichen von einer operativen Therapie, bei der die Endometriose-Herde entfernt werden, über eine hormonelle Therapie mit der Pille bis zu komplementären Behandlungsmöglichkeiten, bei denen zum Beispiel die Ernährung in den Fokus gerückt wird. Ein Wundermittel gegen Endometriose gibt es nicht. Jede Frau ist individuell und genauso individuell sollte auch die Behandlung der Erkrankung ausfallen.

Mut zur Selbsthilfe

Mit der Zeit finden viele Frauen auch selbst eine Möglichkeit, die Schmerzen zu lindern. Für die einen schafft eine Wärmflasche Abhilfe, die anderen gehen laufen oder machen Yoga – und auch Reden hilft! Mittlerweile gibt es einige Selbsthilfegruppen, in denen Betroffene zusammengeführt werde und die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Im Gespräch mit Gleichgesinnten gelingt es vielen Frauen, ihre Ängste und Sorgen ganz offen anzusprechen und vielleicht sogar zu lösen.

Das solltest du über Endometriose wissen

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