Probleme beim Stillen
Katharina Meyeram 14.06.2018

Auf frischgebackene Mütter kommen viele neue Aufgaben und Herausforderungen zu. Und natürlich gibt es nicht immer die eine richtige Herangehensweise, sondern du musst eine klare Entscheidung treffen. Sehr zentral ist dabei erst einmal die Frage, ob du stillen willst oder nicht. Was dabei jedoch meist völlig außer Acht gelassen wird: Viele Frauen können ihr Kind gar nicht stillen. Die Erkenntnisse Dr. Amy Tuteur richten sich an genau diese Frauen.

Du würdest dein Baby gerne stillen, die besondere Bindung dabei erfahren und deinem Schatz über die Muttermilch alles geben, was er braucht – aber es will einfach nicht funktionieren? Damit bist du nicht alleine! In einem Interview mit PureWow gibt Dr. Amy Tuteur, Frauenärztin und Dozentin an der Harvard Medical School, Einblick in den heutigen Wissensstand zum Thema Stillen und macht Frauen Mut, die Probleme damit haben. Denn – das schon mal vorweg: Es ist weder deine Schuld noch ist es für dein Baby schlimm, wenn du es nicht stillen kannst.

Die Flasche ist genauso gut!

„Es gibt diese Annahme, dass Stillen perfekt ist“, gibt die selbst vierfache Mutter zu bedenken. „Und da wo es nicht perfekt ist, wird die Schuld auf die betreffende Frau geschoben.“ Dies sei eine verbreitete Fehlannahme, denn, so Tuteur, „jeder natürliche Prozess hat eine Fehlerquote“. Die Ärztin kritisiert, dass in vielen Artikeln, die sich für das Stillen aussprechen, falsche Informationen angeben werden. Man liest darin häufig, dass es mit etwa 1 bis 2 Prozent sehr selten sei, dass eine Frau nicht genug Milch für ihr Baby produziert. Dabei hätten mehrere wissenschaftliche Studien bereits gezeigt, dass bis zu 15 Prozent aller erstgebärenden Mütter dieses Problem haben. „Die Annahme ist immer, dass alle Probleme beim Stillen psychologisch sind oder daran liegen, dass Mütter es nicht ausreichend probieren – und nicht an der Genetik.“

Ist die Fähigkeit zu stillen genetisch bedingt?

„Wahrscheinlich“, meint Tuteur. „Einige Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es Biomarker für die unzureichende Menge an Muttermilch gibt. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Milch von Frauen, die nicht genug produzieren, mehr Natrium enthält.“ Eine Folge ist, dass viele Babys, die gestillt werden, wieder ins Krankenhaus kommen, weil sie unterernährt oder dehydriert sind – und den Müttern wird dennoch geraten, es einfach weiter mit dem Stillen zu probieren. „Das Problem ist, dass der Fokus auf dem Prozess liegt, nicht am Ergebnis“, gibt Tuteur zu bedenken. „Es geht den Menschen mehr darum, wie viele Frauen ausschließlich stillen, als darum, ob wirklich jemand davon profitiert oder nicht.“

Dabei schade es Babys nicht, wenn sie zusätzlich mit der Flasche ernährt werden. So wird sichergestellt, dass sie alle Nährstoffe und genug Nahrung bekommen, den Müttern wird der Druck genommen und Studien zeigen sogar, dass zusätzliche Babynahrung das Stillen begünstigen.

Müttern wird häufig völlig unbegründet Druck gemacht – auch mit Sätzen wie diesen hier. Hast du sie auch schon mal gehört und warst tierisch genervt?

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Lass dir also keinen Stress machen, wenn du nicht genug Milch produzierst. Die Hauptsache ist doch, dass es dir und deinem Baby gut geht. Hattest du denn selbst Probleme beim Stillen? Hast du dich vielleicht generell dagegen entschieden? Oder lief bei dir alles rund? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!

Bildquelle:

Getty Images/tatyana_tomsickova

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