Pseudokrupp

Pseudokrupp ist eine Virusinfektion, die den Kehlkopf und die obere Luftröhre angreift. Besonders Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren erkranken an Pseudokrupp. In späteren Lebensjahren erkranken nur noch wenige Menschen an Pseudokrupp. Ein typisches Merkmal der Krankheit ist ein trockener und bellender Husten, der häufig am Abend und in der Nacht in Form von Hustenanfällen auftritt.

Kinder, die unter Pseudokrupp leiden, klagen häufig über Atembeschwerden und leiden besonders im späteren Tagesverlauf und in der Nacht an krampfartigem Husten. Je nach Schwere der Hustenanfälle und der Atembeschwerden kann es tagsüber zu Erschöpfung und Niedergeschlagenheit kommen. Pseudokrupp, auch Krupp-Syndrom genannt, sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Eine Impfung gegen Pseudokrupp gibt es bisher nicht. Allerdings können Eltern einer Erkrankung bedingt vorbeugen, indem sie ihr Kind dazu anhalten, immer in ein Papiertaschentuch zu niesen und sich anschießend gründlich die Hände zu waschen.

Wie entsteht Pseudokrupp und wie äußert sich die Erkrankung?

Pseudokrupp wird von verschiedenen Formen der Parainfluenzaviren ausgelöst. Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, insbesondere durch das Einatmen von Viren in der Atemluft oder die Berührung von infektiösen Oberflächen mit der Hand. Über die Hand gelangen die Viren bei Kontakt mit dem Gesicht dann ebenfalls in die Atemwege und infizieren dort die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre. Die Infektion lässt die Schleimhaut anschwellen, sodass es zu einer Verengung der Atemwege kommt. Die Atemwege weiten sich in der kindlichen Entwicklung erst nach und nach, weshalb besonders sehr kleine Kinder häufig an Pseudokrupp erkranken. In Zeiten von Grippewellen, besonders in den Monaten Oktober bis März, stellen Kinderärzte vermehrt Pseudokrupp-Infektionen fest. In diesem Zeitraum ist das Immunsystem häufig geschwächt und daher anfälliger für eine virale Infektion. Manche Kinder erkranken mehrfach an Pseudokrupp und bekommen intervallartige Hustenanfälle. Ungefähr im Alter von vier bis fünf Jahren hören diese Intervalle aber meistens auf.

Pseudokrupp äußert sich insbesondere durch einen sehr trockenen, bellenden Husten, der krampfartig und in Anfällen auftritt. Der so genannte Krupphusten, auch „Schafhusten“ genannt, tritt vorwiegend abends und in der Nacht auf und führt nach anhaltender Erkrankung oft zu Heiserkeit. Im Laufe des Tages sind die meisten Kinder beschwerdefrei und haben keine Hustenanfälle. Häufig geben an Pseudokrupp erkrankte Kinder hörbare und teilweise rasselnde Geräusche beim Einatmen von sich. In schweren Fällen kann es bei Pseudokrupp zu Atemnot bis hin zu Erstickungsgefahr kommen. Gerät das Kind dabei in Panik, verstärkt sich die Atemnot und die Erstickungsgefahr steigt. Deshalb ist es wichtig, das Kind besonders bei starken Hustenanfällen zu beruhigen. Es ist möglich, dass der Krupphusten von Fieber begleitet wird, das sich verschlimmert, wenn es verstärkt zu Atemnot kommt.

Pseudokrupp muss behandelt werden.

Pseudokrupp ist eine häufige Kinderkrankheit.


Pseudokrupp muss behandelt werden

Wenn Du typische Symptome von Pseudokrupp bei Deinem Kind feststellst, solltest Du unbedingt einen Arzt konsultieren. Es ist dringend davon abzuraten, dem Kind selbst in den Hals zu schauen! Dabei kann es zu einer Verkrampfung der Luftröhre kommen, die die Atemnot verschlimmert und sogar Panik verursachen kann. Kommt es bei einem akuten Hustenanfall zu besonders schwerer Atemnot, sollte vorsichtshalber der Notarzt verständigt werden. Da Panik die Hustenanfälle und die Atemnot verschlimmert, ist es wichtig, das Kind bei einem Hustenanfall zu beruhigen. Frische Luft kann die Atmung erleichtern und die Atemwege abschwellen lassen, ebenso wie warme und feuchte Luft. So ist es beispielsweise hilfreich, bei einem Hustenanfall heißes Wasser in die Badewanne oder die Dusche einzulassen und das Kind den warmen Dampf einatmen zu lassen. Ausreichend Flüssigkeit ist bei einer Erkrankung an Pseudokrupp ebenfalls sehr wichtig, damit der Hals durch den Husten nicht austrocknet.

Pseudokrupp kann mithilfe von Medikamenten behandelt werden. In der Regel verschreibt der Kinderarzt Inhalationen mit speziellen Inhaltsstoffen, die die Atemwege weiten und den Hustenreiz lindern. Durch Kortisonzäpfchen schwillt zusätzlich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes ab und erleichtert dem Kind das Atmen. Spezielle Zäpfchen können vom Kinderarzt verschrieben werden und sollten für Notfälle in der Hausapotheke vorhanden sein. In besonders schweren Fällen von Pseudokrupp kann auch eine intensive Behandlung im Krankenhaus erforderlich werden. Zur Linderung der Atembeschwerden und um einer akuten Erstickungsgefahr vorzubeugen, wird dort in der Regel zunächst Sauerstoff verabreicht. Eine Behandlung mit Medikamenten auf Kortisonbasis soll anschließend die Entzündung des Kehlkopfes und der Luftröhre zum Abklingen bringen.

Wie unterscheidet sich Pseudokrupp von Krupp?

Pseudokrupp wird in der medizinischen Fachsprache auch als falscher Krupp, Krupp-Syndrom oder einfaches Krupp-Syndrom bezeichnet und unterscheidet sich vom so genannten echten Krupp. Während Pseudokrupp eine Virusinfektion ist, wird der echte Krupp von bakteriellen Erregern ausgelöst und ist eine Form der Diphtherie, genauer gesagt eine Kehlkopfdiphtherie, die meist gemeinsam mit der Rachendiphtherie auftritt. Deshalb ist der echte Krupp deutlich gefährlicher als eine Erkrankung an Pseudokrupp. Die Symptome, die die Rachendiphtherie mit sich bringt, sind Müdigkeit, Bauchschmerzen und Übelkeit, Rachenschmerzen und ein fauliger Mundgeruch. Meist kommen nach einigen Tagen ansteigendes Fieber und Gliederschmerzen hinzu. Mit der Kehlkopfdiphtherie entwickelt Dein Kind außerdem einen bellenden Husten, der dem Pseudokrupp sehr ähnlich ist und zunehmend zu Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit führen kann. Auch die rasselnden oder pfeifenden Atemgeräusche des echten Krupps erinnern an die Symptomatik beim Pseudokrupp.

Es wird Dir wahrscheinlich schwer fallen, Pseudokrupp und Krupp allein anhand der Symptome voneinander zu unterscheiden. Einen kleinen Anhaltspunkt bietet die zeitliche Entwicklung der Symptome, denn Pseudokrupp entwickelt sich deutlich schneller als echter Krupp. Während Dein Kind beim Pseudokrupp schon nach wenigen Tagen zu den typischen Hustenanfällen neigt, kann es beim Krupp bis zu sechs Tage dauern, bis die Symptome voll ausgebildet sind. Trotzdem solltest Du unbedingt immer vom Kinderarzt abklären lassen, um welche Form der Erkrankung es sich handelt. Seit die Impfung gegen Diphtherie im Kindesalter empfohlen wird, tritt der echte Krupp übrigens nur noch selten auf.

Pseudokrupp ist eine durch Viren ausgelöste Entzündung der Atemwege. Die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre schwillt dann entzündungsbedingt an und führt zu Atembeschwerden und dem typischen anfallartigen Husten. Pseudokrupp muss in jedem Fall ärztlich behandelt werden, um einer Erstickungsgefahr vorzubeugen.

Bildquelle: Lorenz Timm | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • lolleBu am 12.02.2014 um 16:35 Uhr

    Hui, hoffen wir mal, dass wir von Pseudokrupp verschont bleiben. Aber interessanter Artikel!

    Antworten