Kirche akzeptiert „Pille danach“

Nachdem die Abweisung eines Vergewaltigungsopfers an katholischen Krankenhäusern für einigen Wirbel gesorgt hatte, haben die Bischöfe angefangen umzudenken: In der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Kirche sprachen sie sich für den Einsatz der „Pille danach“ bei der Behandlung von Vergewaltigungsopfern aus.

Bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischöfe in Trier kamen die anwesenden Kirchenherren zu einer nahezu revolutionären Entscheidung: Ärzte in katholischen Krankenhäusern dürfen Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden die „Pille danach“ verschreiben. Voraussetzung ist allerdings, dass die „Pille danach“ eine Befruchtung verhindert und nicht zu einem Abbruch einer bereits entstandenen Schwangerschaft führt. Wäre dies der Fall, ist den Ärzten auch weiterhin das Handeln untersagt.

Gründe für das „Ja“ zur „Pille danach“

Der Kurswechsel der katholischen Kirche zum Thema „Pille danach“ wurde durch einigen Aufruhr eingeläutet, als bekannt wurde, dass zwei katholische Krankenhäuser in Köln einem Vergewaltigungsopfern eine Behandlung verwehrt haben. Nach diesen Vorfällen ging der Kölner Kardinal Joachim Meisner dazu über, die „Pille dachen“ in seinem Bistum zu erlauben. Außerdem ist ein neues Präparat für die nachträgliche Verhütung auf den Markt gekommen. Diese „Pille danach“ wirkt nicht wie andere Präparate, in dem sie den entstandenen Embryo tötet, sondern verhindert bereits vorher die Befruchtung der Eizelle. Auf diese Weise wird kein Leben ausgelöscht, sondern nur verhindert, dass eines entsteht. Diese „Pille danach“ mit der katholischen Ethik vereinbar, wohingegen ältere Präparate weiterhin von der Kirche abgelehnt werden. „Die deutschen Bischöfe vertrauen darauf, dass in Einrichtungen katholischer Trägerschaft die praktische Berufsentscheidung auf der Grundlage dieser moraltheologischen Vorlage erfolgt. Auf jeden Fall ist die Entscheidung der Frau zu respektieren“, so die Bischöfe.

Priester mit Abendmal am Altar

Die Kirche akzeptiert die “Pille danach”, solange diese nur Leben verhindert und nicht zerstört.


„Pille danach“ und Missbrauch

Weiteres großes Thema, neben der „Pille danach“, das auf der Frühjahrsvollversammlung besprochen wurde, war Missbrauchsskandal, der in der vergangenen Zeit die katholische Kirche erschüttert hatte. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, erklärt: „Wir wollen der Wahrheit ans Licht verhelfen, auch wenn diese noch so schmerzlich ist“. Er ist optimistisch, dass es nicht mehr lange dauert, bis ein neuer Partner für die geplante Missbrauchsstudie präsentiert werden könne.

Eine „Pille danach“, die die Entstehung von Leben verhindert, anstatt bereits entstandenes Leben zu zerstören, das ist die Voraussetzung dafür, dass die katholische Kirche der Verwendung des nachträglichen Verhütungsmittels zustimmt. Mit dieser Entscheidung weicht die Bischofskonferenz von ihrer bisher starren Haltung gegen die „Pille danach“ ab.

Bildquelle: Lightpoet | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • my_kleinerstern am 25.02.2013 um 11:59 Uhr

    Amen! Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ich hätte echt nicht daran geglaubt, dass die Kirche die Pille danach akzeptiert...

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