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BBQ-Klassiker

Pulled Pork: Die Geduldsprobe, die sich lohnt

Pulled Pork: Die Geduldsprobe, die sich lohnt

Wer jemals an einem amerikanischen BBQ teilgenommen hat, wird wissen, warum echte Feinschmecker beim Schlagwort Pulled Pork ungeduldig mit den Hufen scharren. Das zarte Schweinefleisch zerfällt einfach und bringt Aromen auf den Teller, die nur die einmalige Zubereitungsart von Pulled Pork zustande bringen kann. Der Clou: die lange Zubereitungszeit. Denn für Pulled Pork braucht es Nerven wie Stahlseile. Wir verraten Dir, wie Du den amerikanischen Klassiker zu Hause zubereitest.

In den Vereinigten Staaten gilt Pulled Pork als die Königsdisziplin unter den BBQ-Gerichten, da es den Grillmeistern so einiges abverlangt: Angefangen mit Geduld, denn damit Pulled Pork sein unvergleichliches Aroma entwickelt und das Fleisch so unübertroffen zart wird, ist nämlich nicht nur beste Qualität, sondern auch jede Menge Ausdauer und ein gewisser Hang zu Perfektionismus gefragt. So wird das Schulterfleisch zu dem Geschmackserlebnis, das mit jedem neuen Bissen verzaubert. „Pork“ ist übrigens das englische Wort für Schweinefleisch, „pulled“ bedeutet so viel wie „auseinander gezogen“ oder „gezupft“. Bei Pulled Pork handelt es sich also um Schweinefleisch, das so lange in einem Smoker (einer Art Räucherofen) gegart wurde, bis es letztlich von selbst zerfällt oder nur noch leicht auseinander gezupft werden muss. Bis das Fleisch soweit ist, können bis zu 20 Stunden ins Land gehen, doch dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

Pulled Pork Burger auf Holzplatte
Pulled Pork im weichen Bun mit saftigem Cole Slaw: So isst man den amerikanischen Leckerbissen

20 Stunden im Ofen? Wie soll das denn noch schmecken? Diese Fragen magst Du Dir jetzt wahrscheinlich stellen, denn zugegeben, nach so einer langen Zeit bei hohen Temperaturen könnte vom saftigen Fleisch tatsächlich nicht mehr viel übrig sein. Das Geheimnis ist jedoch die niedrige Gartemperatur, die konstant zwischen 100 und 110 Grad gehalten werden sollte. So bleiben die feinen Aromen des Schweinefleisches erhalten und das Pulled Pork wird wunderbar zart und saftig – genau so, wie es sein soll. Doch nicht nur die Temperatur im Smoker ist wichtig für den Geschmack, auch die Qualität des Schweinefleischs sollte allererster Güte sein. Für Pulled Pork nimmt man Schweineschulter, die mitsamt Schwarte und Knochen gut sieben Kilogramm auf die Waage bringt. Die perfekte Schweineschulter bekommst Du beim Metzger Deines Vertrauens, der Dir für dieses Vorhaben nur Fleisch von freilaufenden Tieren verkaufen sollte, die auch ausgewogenes Futter zu sich nehmen durften. Um den Smoker musst Du Dir übrigens erstmal keine Gedanken machen: Du musst nicht sofort viel Geld in dieses Ungetüm stecken, für die ersten Gehversuche reicht auch der ganz normale Backofen in der Küche.

Pulled Pork zubereiten

Die Schweineschulter liegt auf der Arbeitsplatte bereit? Dann kann es ja losgehen! Auf jeden Fall benötigst Du den sogenannten „Rub“, eine Gewürzmischung, die dem Pulled Pork zusätzliches Aroma verleiht. Jeder Pitmaster (so werden die BBQ-Profis in den Staaten genannt) hat seine ganz persönliche Gewürzmischung, die niemals verraten wird. Doch keine Bange, Du kannst für den Anfang auch fertige Rubs kaufen. Für welche Mischung Du Dich auch entscheiden magst, sie sollte grob geschrotet sein.

Jetzt aber zur Sache:

Schritt 1: Die Schwarte entfernen oder kreuzweise einschneiden. Wer sich für letzteres entscheidet, sollte sicherstellen, dass das darunterliegende Fleisch nicht verletzt wird. Jetzt wird die Schulter kräftig mit ein paar Esslöffeln Rub eingerieben.

Schritt 2: Ein Teil der Gewürzmischung wird mit Apfelsaft vermischt und mit Hilfe einer Marinadespritze in das Fleisch gebracht. Nach dieser Arbeit haben sich die Schulter und Du eine Mütze Schlaf verdient, also ab in den Kühlschrank mit dem guten Stück.

Schritt 3: Am nächsten Tag holst Du das Fleisch aus der Kälte, bevor Du den Smoker (wer keinen hat, kann auch den heimischen Backofen bemühen) in Betrieb nimmst, denn es sollte Raumtemperatur erreicht haben, bevor es den Gang in den Räucherofen antritt. Auf jeden Fall sollte bei der Zubereitung von Pulled Pork ein Ofen- sowie ein Fleischthermometer dabei sein, denn nur so stellst Du sicher, dass die Gartemperatur 110 Grad nicht überschreitet. Außerdem kannst Du so einfach ablesen, wann die Schulter ihre ideale Kerntemperatur von 95 Grad erreicht hat.

Schritt 4: Nach etwa zehn Stunden wird das Fleisch dann „gemoppt“ (bitte nicht mit Mobben verwechseln): Eine würzige Soße wird mit einem kleinen Mopp, den es extra für BBQ zu kaufen gibt, großzügig auf das inzwischen deutlich kleiner gewordene Fleisch aufgetragen. Dabei ist Eile angesagt, denn jede Sekunde, die der Ofen geöffnet ist, sinkt die mit viel Liebe konstant gehaltene Temperatur.

Schritt 5: Nach spätestens 20 Stunden reicht es dann aber auch mit dem Smoken, schließlich möchte man sich auch irgendwann über dieses köstlich duftende Fleisch hermachen. Also hebst Du die Schweineschulter nun auf ein großes Brett und „pullst“ es mit einer Gabel auseinander. Das zarte, zerfallene Fleisch gibst Du in eine große Schüssel oder auf eine Warmhalteplatte und vermengst es, sodass sich die oberen, mit Gewürzen bedeckten Schichten mit dem saftigen Fleisch aus dem Inneren vermischen.

Pulled Pork Rezepte zum Dahinschmelzen

Natürlich gibt es Pulled Pork Rezepte wie Pfefferkörner in der Mühle, denn mit jeder neuen Gewürzmischung, jeder neuen Sauce und unterschiedlichen Garzeiten sind neue Kreationen geschaffen. Pulled Pork ist pur schon ein reiner Genuss, doch so manche Rezepte gehen noch weit darüber hinaus. Wie könnte man das zarte Fleisch besser genießen als zwischen zwei weichen Brötchenhälften mit einem Schuss Barbeque-Soße, die den wunderbar rauchigen Geschmack des Pulled Pork perfekt unterstreicht? Und wenn etwas bei Pulled Pork nicht fehlen darf, dann ist es hausgemachter Coleslaw, der einfach perfekt mit dem zarten Fleisch harmoniert. Deswegen gibt es Pulled Pork Rezepte, die das dynamische Duo niemals trennen würden – zum Beispiel als Pulled Pork Sandwich.

Pulled Pork: Die Geduldsprobe, die sich lohnt

Pulled Pork: Die Geduldsprobe, die sich lohnt
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Es wurde allerhöchste Zeit, dass Pulled Pork den Weg über den großen Teich nach Deutschland findet, denn dieses Geschmackserlebnis sollte jeder einmal genossen haben. Klar, das butterzarte Fleisch braucht seine Zeit, doch die Investition lohnt sich – im Sommer wie im Winter! Wage Dich also an das Experiment Pulled Pork und verzaubere Deine Gäste!

Bildquelle: iStock/Louno_M

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