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Tabuthema

„Ich liebe mein Kind nicht“: Was tun, wenn du genau das fühlst?

Es sind Worte, die sich die wenigsten trauen, laut auszusprechen, dennoch kommen diese Gefühle vor und sollten auch unbedingt ernstgenommen werden. Entsteht Mutterliebe wirklich automatisch, sobald das Neugeborene zum ersten Mal auf der eigenen Brust liegt? Wir zeigen dir, wie du herausfinden kannst, woran es liegt, dass du dein Kind nicht liebst und welche Auswege es gibt, damit es sowohl dir als auch deinem Kind in Zukunft besser geht.

Ich liebe mein Kind nicht: Ist das normal?

Eine Mutter, die ihr eigenes Kind nicht liebt – das darf und kann es nicht geben, zumindest wenn man gängigen Klischees von Mutterliebe glaubt. Ja, es gibt sie, die Frauen, die schon immer Mütter sein wollten und erst seit der Geburt ihres Kindes wussten, was Liebe überhaupt bedeutet. Aber immer mehr Mütter äußern sich auf Social Media auch ganz offen darüber, dass sie eben diese überwältigenden Gefühle bei der Geburt nicht gleich gespürt haben. Oft herrscht in den ersten Wochen nach der Entbindung sogar eher ein Gefühl der Leere und Überforderung vor. Der Druck, dass man dieses Wesen aus dem eigenen Fleisch und Blut jetzt doch lieben müsste, macht es nicht besser, denn Gefühle lassen sich nicht erzwingen.

Besonders in der ersten Zeit alleine mit deinem Baby kann es daher durchaus normal sein, dass du es anschaust, und nicht mit Liebe erfüllt bist. Auch das ist aber völlig normal und macht dich nicht automatisch zu einer schlechten Mutter. Wichtig ist aber, jetzt herauszufinden, warum du mit deinem Kind keine emotionale Verbindung herstellen kannst und ob es sich dabei nur um eine vorübergehende Phase oder einen Dauerzustand handelt.

Tausche dich so oft es geht mit anderen Eltern aus. Du wirst merken: Es ist völlig normal, sich nach einer Auszeit von seinen Kindern zu sehnen.

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Warum liebe ich mein Kind nicht?

Für die fehlende Mutterliebe kann es zahlreiche Gründe geben, die entweder etwas mit deiner aktuellen Situation, deiner Psyche, deinem Hormonspiegel oder deiner eigenen Familiengeschichte zu tun haben können. Die folgenden Ursachen kommen häufig vor:

  • Postpartale Depression: Durch die hormonellen Veränderungen nach der Schwangerschaft fallen viele Frauen in ein tiefes Loch, anstatt im Mutterglück zu schwelgen. Bei weniger ausgeprägten Depressionsgefühlen spricht man auch von Baby Blues. Die gute Nachricht: Es gibt nicht nur biologische Erklärungen für ausbleibende Liebesgefühle in dieser Verfassung, sondern auch zahlreiche Hilfsangebote. Wende dich am besten an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.
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  • Problematisches Verhältnis zum Vater: Mütter, die den Vater bzw. Erzeuger ihres Kindes hassen, können diese Gefühle auf ihre Kinder projizieren, schließlich tragen sie einen Teil seiner DNA. Auch an dieser Projektion lässt sich mithilfe einer Therapie arbeiten, indem du lernst, dein Kind als Individuum losgelöst vom Vater wahrzunehmen.
  • Druck von anderen Müttern: Mom Shaming passiert manchmal ganz bewusst durch gehässige Kommentare, aber auch indirekt über Social Media, wo andere Mütter eine perfekte heile Welt vorleben. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass du dein Kind nur dann liebst, wenn du dich aufopferst, deine Karriere hinten anstellst und jede Strapaze mit einem Lächeln erträgst. So muss Mutterliebe aber nicht aussehen. Reflektiere, ob du vielleicht nur unrealistische Vorstellungen von einer Mutter-Kind-Beziehung hast. Vielleicht zeigst du deine Liebe nur anders als andere Mütter.
  • Fehlende Mutterliebe in der eigenen Kindheit: Wer nie vorgelebt bekommen hat, wie es ist, bedingungslos geliebt zu werden, kann bei seinen eigenen Kindern Schwierigkeiten haben, Gefühle zu zeigen. Auch hier kann dir eine Psychotherapie und insbesondere eine psychoanalytische Behandlung helfen, deiner Vergangenheit nicht hilflos ausgeliefert zu sein.
  • Überforderung mit einem Schreibaby oder anspruchsvollem Kind: Vielleicht hast du dir das Muttersein anders vorgestellt. Anstatt mit deinem Baby zu spielen und zu kuscheln, schreit es ständig und lässt sich von dir nicht füttern oder zeigt sich selbst nur abweisend. Hier gilt es, schnell Rat von Hebammen, Therapeut*innen oder Erzieher*innen zu suchen, damit du auf Dauer keine Hassgefühle deinem Kind gegenüber entwickelst.

Ich liebe mein Kind nicht mehr

Es kommt auch vor, dass Mütter durchaus nach der Geburt ein inniges Gefühl gegenüber ihren Babys entwickeln und erst später ihre Kinder nicht mehr lieben. Das kann zum Beispiel vorkommen, wenn sich dein Nachwuchs von einem unkomplizierten Baby zu einem aggressiven Kind oder problematischen Teenager entwickelt. Manches wird nach der Säuglingszeit zwar einfacher, jede Phase der Kindheit stellt dich aber vor andere Voraussetzungen. Entliebst du dich erst später von deinem Kind, gibt es auch hier noch Hoffnung, dass die Gefühle nur vorübergehend ausbleiben. Bei manchen Müttern mit mehreren Kindern kommt es auch vor, dass sie ihr erstes Kind nicht mehr lieben, die anderen hingegen schon. Doch ist es okay, ein Lieblingskind zu bevorzugen?

Was kann ich tun, wenn ich mein Kind nicht liebe?

Um herauszufinden, warum du dein Kind nicht liebst, solltest du dich unbedingt jemandem anvertrauen. Eine neutrale Person kann von außen oft viel besser erkennen, was die Ursache ist, ohne dich zu verurteilen. Hilfe findest du zum Beispiel bei deiner Hebamme, Psychotherapeut*innen, Mütterzentren oder dem kostenlosen und anonymen Elterntelefon (0800/111 0 550).

Du solltest auf jeden Fall keine Kurzschlussentscheidung treffen, wenn es um die Beziehung zu deinem Kind geht, denn diese könnte sowohl für dich als auch für dein Kind schwerwiegende Folgen haben. An erster Stelle sollte immer ein Gespräch mit einer anderen Person stehen, im Idealfall sowohl mit einem Profi als auch mit anderen betroffenen Müttern (zum Beispiel über Online-Foren). Erst wenn du wirklich alle Möglichkeiten der Therapie für dich selbst und dein Kind ausgeschöpft hast und auch dann noch dein Kind nicht liebst, musst du ernste Konsequenzen ziehen. Geht deine fehlende Mutterliebe etwa so weit, dass du dich nicht mehr imstande fühlst, dich um dein Kind zu kümmern oder gar Gewaltgedanken entwickelst, ist es bei dir nicht mehr gut aufgehoben. Suche in diesem Fall unbedingt Hilfe beim örtlichen Jugendamt, einem Mütterzentrum oder einem Frauenhaus.

 

Fehlende Mutterliebe: Spätfolgen für dein Kind

Im Idealfall ist ein Kind bei der eigenen Mutter am besten aufgehoben. Wenn du aber aufgrund deiner Vergangenheit oder akuter psychischer Probleme wirklich nicht in der Lage bist, dein Kind zu lieben, musst du über eine Adoption nachdenken. Auch diese wird weder leicht für dich oder dein Kind sein, langfristig schützt du es so aber vor dir selbst und gibst ihm die Chance, von klein auf geliebt zu werden. Fehlende Mutterliebe können Kinder auf jeden Fall spüren, denn sie zeigt sich nicht nur in fehlenden lieben Worten, sondern meist schon früh in mangelnder körperlicher Nähe. Dies kann zahlreiche Spätfolgen für das gesamte restliche Leben des Kindes bedeuten, wie etwa ein mangelndes Grundvertrauen, die Unfähigkeit, gesunde Beziehungen zu führen und auch eine Anfälligkeit für Depressionen, Essstörungen und Selbstverletzendes Verhalten.

An der Beziehung zu deinem Kind musst du täglich arbeiten. Diese Tipps können dabei helfen:

So stärkst du die emotionale Bindung zu deinem Kind

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Bildquelle: Getty Images/Nadezhda Nazarova

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