Islamunterricht an Grundschulen

Neben dem christlichen Religionsunterricht steht seit diesem Schuljahr erstmals der islamische Religionsunterricht an Nordrhein-Westfalens Schulen auf dem Stundenplan. Mit der Einführung des Islamunterrichts als Schulfach ist NRW das erste Bundesland, das dieses Angebot an Grund- und Hauptschulen durchsetzt.

Ein Novum in Deutschland ist der in NRW eingeführte bekenntnisorientierte Islamunterricht. Rund 2500 Schüler an 44 Grundschulen werden ab diesem Schuljahr mehr über den Propheten Mohammed und den Islam lernen. Ziel ist es, in naher Zukunft circa 320.000 Schülern den islamischen Glauben näher zu bringen. Bis dahin bleibt das Modell vorerst unfertig, denn einen regulären Lehrplan für den Islamunterricht gibt es bisher noch nicht. Dieser soll bis 2013 fertig gestellt werden.

Der Schulstart in NRW beginnt mit einem neuen Fach: Islamunterricht

Für viele Schüler in NRW steht nun der Islamunterricht auf dem Stundenplan.


Islamunterricht: Lehrkräfte mit wenig fachlicher Qualifikation

Die Lehrkräfte, die nun den Islamunterricht übernehmen, lehrten bis vor kurzem das Fach Islamkunde. Dieses Fach gibt es an Schulen in Nordrhein-Westfalen seit zehn Jahren und ist nicht bekenntnisgebunden. Die Lehrer verfügen meist über ein Orientstudium, jedoch nicht über ein Lehramtsstudium mit abschließendem Staatsexamen. Laut Mouhanad Khorchide, Professor für islamische Pädagogik an der Universität in Münster, sollten Lehrende des religiösen Islamunterrichts eine spezielle Ausbildung haben. “Islamkundler brauchen freilich Fortbildungskurse, um sich auf die neuen Gegebenheiten des bekenntnisorientierten Unterrichts vorzubereiten“, erklärte er in einem Interview mit der “Zeit”. Die Lehrkräfte des Islamunterrichts bekamen allerdings für dieses Schuljahr nur eine „dienstliche Unterweisung“, die ein Wochenende lang dauerte. Doch es gibt bereits zahlreiche Anfragen ausgebildeter Lehramtsstudenten. Auch das Interesse am Islamunterricht scheint weiterhin vorhanden zu sein. Die Katholische Domschule in Bonn zählt weit über 100 Anmeldungen. Auch an der dortigen Andreasschule nehmen fast alle muslimischen Kinder am Islamunterricht teil, so Leiterin Dorothea Paschen.

Kritik von FDP und CDU an Islamunterricht

Weniger erfreut über die Durchsetzung des Islamunterrichts an Nordrhein-Westfalens Grundschulen ist Hessens Integrationsminister Jörg Uwe Hahn von der FDP. In einem Brief an die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, äußerte sich Hahn besorgt über das Modell des Islamunterrichts an Schulen. Er bezeichnete den Islamunterricht als verfassungswidrig. Der hessische Bildungspolitiker Hans Jürgen Irmer (CDU) bemängelt zudem, der muslimische Dachverband Ditib sei kein geeigneter Partner für einen Islamunterricht. Er kooperiere zu eng mit der türkischen Regierung.

Der Islamunterricht kommt bei vielen Schülern, Lehrern und Eltern aus NRW gut an. An dem Modell selbst und der Ausbildung der Lehrkräfte muss allerdings noch gefeilt werden. Erst ab 2013 wird der Islamunterricht ein fester Bestandteil der Stundenpläne der Kinder sein.

Bildquelle: Zurijeta/dreamstime.com

Hat dir der Artikel gefallen?
0
0

Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?