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Gelebte Integration

Integrativer Kindergarten: Warum alle Kinder vom Modell profitieren

Integrativer Kindergarten

Es gibt viele verschiedene Arten von Behinderung: Taubheit, Blindheit, Lähmung oder geistige Behinderungen. Behinderte Menschen sind ein Teil unserer Gesellschaft, doch leider haben die viele Berührungsängste im Umgang mit ihnen. Integrative KiTas bzw. Kindergärten versuchen dem schon im Kindesalter entgegenzuwirken und mischen in ihren Gruppen behinderte und „gesunde“ Kinder. Wir zeigen dir, warum alle Kinder vom Modell profitieren können und niemand in seinen Entwicklungsfortschritten gebremst wird.

Was bedeutet „integrativer Kindergarten”?

Behinderte Menschen sind im Alltag oftmals benachteiligt: Da treffen Rollstuhlfahrer*innen auf Treppenstufen, taube Menschen treffen oft auf Unverständnis und Sehbehinderte können nicht einfach mal so ins Kino gehen. Das allergrößte Problem aber scheinen die Berührungsängste „gesunder” Menschen zu sein. Sie wissen oftmals nicht, wie man „normal“ mit Behinderten umgehen sollte – ob das nun bewusst oder unbewusst geschieht sei jetzt mal dahingestellt. Und genau dort setzen integrative KiTas bzw. Kindergärten an: In diesen Einrichtungen teilen behinderte und nicht behinderte Kinder ihren Alltag. Integrativ heißt dabei so viel wie „zusammenführen“. Die Kinder lernen, spielen und streiten zusammen und lernen ganz schnell, dass es ganz normal ist anders zu sein.

Was wird in integrativen Kindergärten vermittelt?

In einer integrativen Kindertagesstätte steht grundsätzlich das Kind, sei es nun behindert oder nicht, mit seinen Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen an erster Stelle. In einer Integrativen KiTa wird Wert auf die Entwicklung geistiger und körperlicher Individualität, Kreativität eines jeden Kindes gelegt. Selbstbewusstsein, sowie die Fähigkeit zu respektvollem und menschlichem Umgang miteinander soll vermittelt werden. Kinder lernen in einem Integrativen Kindergarten oder Kinderladen offen mit Behinderungen umzugehen und den Anderen mit seiner individuellen Persönlichkeit anzunehmen und zu akzeptieren. Das Kind soll es als Selbstverständlichkeit hinnehmen, dass Spielkameraden unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten, Tempo, Leistungsfähigkeiten oder Therapien haben. Alle Kinder profitieren von dieser Situation in eine Integrativen Kindergarten und haben somit besondere Stärken im sozialen Lernen. Kinder sollen verstehen, dass auch anders erscheinende Menschen – egal ob behindert oder nicht – im gewissen Sinne genau so sind wie man selbst.

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Wie sind integrative KiTas aufgebaut?

Für die Praxis in der integrativen KiTa bedeutet die Integration auch, einen besonderen Betreuungsschlüssel zu haben, um allen Kindern der KiTa gerecht zu werden. In einer Gruppe der integrativen KiTa findet sich immer nur eine bestimmte Anzahl behinderter Kinder, meistens zwischen zwei und fünf Kindern – je nach Schwere der Behinderung. Um allen Kindern gerecht zu werden, stehen mehr Erziehende zur Verfügung. Normalerweise gehören dazu auch Heilerzieher*innen oder Sonderpädagog*innen. Auch Zivildienstleistende oder junge Menschen, die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten, unterstützen häufig integrative KiTas. In einer Integrations-KiTa wird darauf geachtet, dass allen Kindern die Förderung zukommt, die sie brauchen und ihnen die Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird, die ihnen gerecht wird. Da die Kinder mit Beeinträchtigung mitunter ganz gezielte Unterstützung brauchen, finden nicht alle Angebote für die gesamte Gruppe statt. Zwar verbringen die Kinder einer i-KiTa die meiste Zeit gemeinsam, aber regelmäßig gibt es auch Phasen, in denen individuelle Betreuung stattfindet.

Welche Therapien bieten integrative KiTas?

In vielen Integrativen KiTas werden neben den Beschäftigungsmöglichkeiten in den gemischten Gruppen verschiedene Therapien für die Kinder mit einem Integrationsplatz angeboten.

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Da wäre zum ersten die Sprachtherapie, die von einem Logopäden durchgeführt wird. In einer Sprachtherapie werden Laute, Satzbau, Grammatik, Wortschatz, Sprachverständnis, Gebärden und die Mundmotorik in unterschiedlicher Form gefördert. Meistens dürfen auch Kinder ohne Behinderung mit zur Sprachtherapie um zu sehen,
was ihre Freunde dort spielen und üben.

Die Bewegungstherapie bzw. Motopädie („Bewegung und Seelenleben in Einklang bringen“) wird in den meisten Integrativen KiTas angeboten. In der Motopädie steht das Erleben und Bewegen durch freies, ungebundenes Handeln des Kindes im Vordergrund. Das Kind lernt eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und zu akzeptieren. Die Therapiestunden werden psychomotorisch in Phantasiegeschichten verpackt, so dass sie Kinder die Fördermaßnahmen im freien Spiel erleben ohne dass Leistungsdruck entsteht.

Die Ergotherapie (Beschäftigungstherapie) beschäftigt sich mit Anwendungen Therapie von Störungen der Motorik, der Sinnesorgane und der geistigen und psychischen Fähigkeiten. Durch Ergotherapie können Kinder lernen, möglichst gut in Dingen des lebenspraktischen Alltags zurecht zu kommen. Das bedeutet einerseits Selbständigkeit bei Verrichtungen wie Essen und Trinken oder beim An- und Auskleiden, sowie sich mit Freude und sicher zu bewegen.

Welche Vorteile bietet der integrative Kindergarten für nicht behinderte Kinder?

In integrativen Kindergärten ist es nicht so, dass das Tempo und die Angebote an das schwächste Gruppenmitglied angepasst wird, sondern großgeschrieben wird, dass sich jedes Kind nach seiner Schnelligkeit, seinen Interessen und seiner Persönlichkeit entwickelt und an Angebote teilhaben kann. Das Vorurteil, dass nicht benachteiligte Kinder in einem Integrations-Konzept in ihren Entwicklungsfortschritten gebremst werden, kann sich nicht bewahrheiten.

Immer mehr Influencer*innen sorgen mittlerweile dafür, dass Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit stärker sichtbar werden:

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Bildquelle: Getty Images/DenKuvaiev

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