Videospielsucht ist genetisch vorprogrammiert

Videospielsucht ist ein wachsendes Problem unter Kindern und Jugendlichen. Einer neuen Studie zufolge steigert ein hoher Testosteronspiegel vor der Geburt das Risiko einer späteren Abhängigkeit.

Etwa jeder zehnte deutsche Teenager verbringt mehr als 4,5 Stunden pro Tag am Computer, fast zwei Prozent dieser Jugendlichen gelten als videospielsüchtig. Wie „nordbayern.de“ nun berichtet, gibt eine aktuelle Studie Aufschluss über mögliche Risikofaktoren der Videospielsucht. Wissenschaftler der Friedrichs-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens in Hannover fanden heraus, dass ein hoher vorgeburtlicher Testosteronspiegel das Risiko für eine spätere Videospielsucht steigert.

Videospielsucht: Der Fingerlängen-Vergleich bringt Aufschluss

Die beiden Forschungsgruppen unter der Leitung von Johannes Kornhuber und Thomas Mößle bauten ihre Untersuchung zur Videospielsucht auf früheren Studien zum Alkoholismus auf. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass der Ringfinger alkoholkranker Patienten im Durchschnitt deutlich länger als ihr Zeigefinger ist – ein bekanntes Anzeichen für einen erhöhten Testosteronspiegel während der Schwangerschaft. Bei gesunden Studienteilnehmern wichen die beiden Fingerlängen hingegen nur wenig voneinander ab.

Junge spielt Videospiel

Das Risiko für eine Videospielsucht wird durch einen hohen vorgeburtlichen Testosteronspiegel erhöht.


Videospielsucht: 54 Spieler im Vergleich

In der aktuellen Studie der Universität Erlangen-Nürnberg und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens wurde das Fingerlängen-Verhältnis bei 27 Computerspielern, bei denen bereits eine Videospielsucht diagnostiziert wurde, mit dem Fingerlängen-Verhältnis von 27 Spielern, die als unproblematisch eingestuft wurden, verglichen. Die Hypothese der Forscher wurde bestätigt: Bei den Probanden, die als süchtig galten, war der Ringfinger deutlich länger als der Zeigefinger. Natürlich wird eine Videospielsucht aber durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Der vorgeburtliche Testosteronspiegel ist somit nur ein Puzzleteil von vielen.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Erlangen-Nürnberg und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen lassen darauf schließen, dass ein hoher Testosteronspiegel während der Schwangerschaft das Risiko einer Videospielsucht erhöht. Bei einer Risikoabschätzung ist dennoch Vorsicht geboten: Der Testosteronspiegel ist nur einer von vielen Faktoren, die eine Sucht begünstigen, und sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Bildquelle: Nicholas Burningham | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • PuffelMuff am 20.01.2014 um 17:49 Uhr

    Videospielsucht kann schon ganz schön schlimm werden, aber es stimmt schon denk ich, einige Eltern übertreiben echt etwas und sehen schon immer die Sucht, obwohl mehrere Stunden am PC noch nicht unbedingt heißen, dass man süchtig ist.

    Antworten
  • LuluYo am 03.12.2013 um 09:34 Uhr

    Wenn die Kriterien für Videospielsucht auch mal für den Fernseher gelten würden, wären mit Sicherheit ein Großteil der Erwachsenen betroffen, die ihre Kinder für videospielsüchtig halten.

    Antworten
  • Linaaahhh am 28.11.2013 um 14:06 Uhr

    Videospiele machen ja auch so viel Spaß, da kann ich mir schon denken, dass Videospielsucht ein Problem ist.

    Antworten