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Christoph Waltz wird PiratChristoph Waltz, der in Hollywood große Erfolge feiert, soll für eine Rolle in „Fluch der Karibik 5“ im Gespräch sein.
Christoph Waltz wird Maler
Christoph Waltz wird MalerIn seinem neuen Film spielt Christoph Waltz die Hauptrolle, er verkörpert den Maler Walter Keane in „Big Eyes“.

„Christoph…who? Never heard.“ Noch vor wenigen Jahren war Christoph Waltz ein unbekanntes Gesicht in Amerika. Doch dank seines schauspielerischen Talents und der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit mit Kultregisseur Quentin Tarantino machte sich der Schauspieler im Rekordtempo einen Namen in Hollywood und gewann zwei „Oscars“ und zwei „Golden Globes“. So heißt es heute nur noch: „Christoph Waltz, yeah, I like this guy! Best actor ever!“

Viele Deutsche würden Christoph Waltz wohl als „unseren Mann in Hollywood“ bezeichnen. Dabei ist Christoph Waltz zwar deutschsprachig und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, doch er selbst versteht sich, als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin, als Österreicher. So sagte Christoph Waltz laut „wiev1.orf.at“ einmal genervt über die Debatte zu seiner Nationalität: „Ich bin in Wien geboren, ich bin in Wien aufgewachsen, ich bin in Wien zur Schule gegangen, ich habe in Wien Matura gemacht, ich habe in Wien studiert, ich habe in Wien mein Berufsleben begonnen, ich habe in Wien zum ersten Mal Theater gespielt, ich habe in Wien zum ersten Mal gedreht, es gibt noch ein paar Wiener Details. Wie österreichisch wollen Sie es denn noch haben?“ Spätestens mit diesem Statement war jedem klar: Christoph Waltz fühlt sich als Vollblut-Österreicher – ohne wenn und aber. Nun aber zu den Wiener Details: Geboren wurde der Schauspieler am 4. Oktober 1956 in Wien, wo er auch aufwuchs. Schon bei seiner Geburt schien sein Werdegang festgelegt zu sein, kam er doch als Sohn einer Theaterfamilie auf die Welt. Seine Eltern Johannes Waltz und Elisabeth Urbancic waren Bühnen- und Kostümbildner und auch seine Großeltern mütterlicherseits lebten ein Leben im Schatten des Theaters und arbeiteten als Schauspieler am Wiener Burgtheater. Sogar Christoph Waltz’ Urgroßvater mütterlicherseits, der legendäre Georg Reimers, war bereits Schauspieler.

Christoph Waltz: Früh übt sich

Nach dem erfolgreichen Ablegen seiner Reifeprüfung wollte Christoph Waltz zunächst jedoch Kameramann werden, da ihn nach eigenen Aussagen die Technik sehr faszinierte. Dennoch begann der junge Christoph Waltz Mitte der 1970er Jahre ein Schauspielstudium; zunächst am renommierten Wiener Max-Reinhardt-Seminar, später am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Dort lernte er auch seine erste Ehefrau, eine amerikanische Psychotherapeutin, kennen und lieben. Der Ehe, die inzwischen wieder geschieden ist, entstammen drei Kinder. Trotz des missglückten ersten Ehegelübdes ließ sich Christoph Waltz vom Bund des Lebens nicht abschrecken und heiratete ein zweites Mal. Mit der deutschen Kostümbilderin Judith Holste bekam Christoph Waltz noch eine Tochter.
Sein Theaterdebüt feierte Christoph Waltz mit 19 Jahren in Zürich, wo er für die Rolle des „Amadeus“ engagiert wurde. Ein Jahr später, 1977, trat er auch in seiner Heimatstadt vor das Theaterpublikum. Nach diversen Rollen in Großbritannien schaffte Christoph Waltz kurze Zeit später seinen Durchbruch beim Fernsehen. Episodenrollen in Krimiserien wie „Derrick“, „Der Alte“ oder auch „Stolberg“ offenbarten dabei einen Christoph Waltz, der für Größeres als für kurze Gastauftritte im Fernsehen bestimmt zu sein schien. Seinem Können entsprechend durfte er nur kurze Zeit später bereits in Filmen wie „Du bist nicht allein – Die Roy Black Story“ mitspielen und feierte damit riesige Erfolge. So erhielt Christoph Waltz für seine Leistung in der Roy Black-Biografie 1996 den Sonderpreis bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels und 1997 den „Bayerischen Fernsehpreis“. Ein weiterer großer Karrieresprung für Christoph Waltz war seine Rolle in dem Film „Der Tanz mit dem Teufel“, der von der Entführung des Industriellensohns Richard Oetker handelt. Zusammen mit dem Regisseur Peter Keglevic und den Schauspielkollegen Sebastian Koch und Tobias Moretti erhielt Christoph Waltz für diesen Streifen den „Adolf-Grimme-Preis“.
Neben diesen nationalen Rollen stand Christoph Waltz aber auch immer wieder für internationale Produktionen vor der Kamera und drehte unter anderem für das französische, britische oder das australische Fernsehen.

Christoph Waltz: Die Eroberung Hollywoods

Rückblickend scheinen all diese Rollen Christoph Waltz nur zu einem Ziel geführt zu haben – dem Olymp der Schauspieler: Hollywood. Zu verdanken hat Christoph Waltz seinen internationalen Durchbruch vor allem dem Kultregisseur und Schauspieler Quentin Tarantino. In dessen Film „Inglourious Basterds“ verkörperte Christoph Waltz 2009 den gebildeten, eitlen, gerissenen, charmanten, aber auch skrupellosen Nazischergen Hans Landa, der im Jagen der Juden seine Erfüllung findet. Seine schauspielerische Leistung war dabei so herausragend, dass er allein durch diesen Film mehr Preise abräumte als in seiner ganzen Karriere zuvor. Unter anderem wurde er auf dem 62. Filmfestival in Cannes als bester Darsteller geehrt. Zudem erhielt er einen „Oscar“ und einen „Golden Globe“ sowie sage und schreibe 27 weitere Auszeichnungen. Damit wurde Christoph Waltz auch in Hollywood zu einem gefragten Mann. Quentin Tarantino, der inzwischen ein guter Freund des Deutsch-Österreichers ist, konnte daher gar nicht anders, als das Erfolgsrezept von „Inglourious Basterds“ zu wiederholen und Christoph Waltz auch für seinen nächsten großen Film „Django Unchained“ zu engagieren. In dem Italowestern spielt er den deutschen Zahnarzt Dr. King Schultz aus Düsseldorf, der in den Vereinigten Staaten als Kopfgeldjäger tätig ist. Mithilfe des Sklaven Django, den er unter seine Fittiche nimmt, will er eine Verbrecherbande aufspüren und zur Strecke bringen. Die beiden schließen Freundschaft und beschließen, Djangos Frau Broomhilda aus den Klauen des grausamen Plantagenbesitzers Calvin Candie zu befreien.
Auch mit diesem Film konnte sich Christoph Waltz – wie könnte es anders sein – bei den „Oscars“ und den „Golden Globes“ klar gegen seine Konkurrenten durchsetzen, sodass er sich auch in Zukunft seine Rollen selbst aussuchen kann.
Neben den Glanzlichtern der Zusammenarbeit mit Tarantino war Christoph Waltz aber auch schon zuvor in anderen Hollywood-Produktionen zu sehen. So spielte er beispielsweise in „Wasser für die Elefanten“ neben Robert Pattinson und Reese Witherspoon, schlüpfte in „Die drei Musketiere“ in die Rolle des Kardinal Richelieus oder wirkte in Roman Polanskis Kammerspiel „Der Gott des Gemetzels“ neben Kate Winslet mit.

Christoph Waltz: Der Bösewicht der Nation

In all seinen verschiedenen Rollen zeigte Christoph Waltz vor allem eines: Sein Talent für abgründige, ambivalente und zutiefst böse Charaktere. Es scheint fast so, als wäre er für die Rolle des Bösewichts geboren. Dennoch vermag er es, all seinen böswilligen Charakteren einen gewissen komödiantischen Zug zu verleihen, der den Zuschauer in seinen Bann zieht. Gerade in dem Film „Inglourious Basterds“ entfaltete Christoph Waltz die Rolle des faszinierenden Fieslings in seiner ganzen Pracht. Dennoch sind Melancholie, Selbstzweifel und Schwermut die Emotionen, die Christoph Waltz in seinen Rollen wohl am meisten liegen. Als Schauspieler versteht er es, den gegebenen Charakteren einen ganz eigenen Zug zu verleihen, sie fein zu nuancieren und vollkommen realistisch für den Zuschauer darzustellen.

Christoph Waltz wurde das Talent zum Schauspielern nicht bloß in die Wiege gelegt, er hat auch alles aus seinen Anlagen herausgeholt. Er ist ein wahrer Meister seines Fachs und wird uns wohl nach lange mit seinem Können begeistern können. Bei diesem Ausnahmetalent bleibt uns nichts anderes übrig, als uns zu verneigen.