Gut oder schlecht?

Parabene in Kosmetikprodukten: Fluch oder Segen?

Parabene in Kosmetikprodukten: Fluch oder Segen?

Immer häufiger werben Kosmetikhersteller damit, dass ihre Produkte keine Parabene enthalten und dadurch verträglicher seien. Doch was sind Parabene eigentlich und wie wirken sie im menschlichen Körper? Wir liefern Dir die wichtigsten Fakten zu diesem umstrittenen Inhaltsstoff Deiner Kosmetikartikel.

Für Kosmetikprodukte geben Frauen jeden Monat viel Geld aus, natürlich sollen da auch die Qualität und die Haltbarkeit stimmen. Häufig werden Kosmetika daher durch den Einsatz so genannter Parabene haltbar gemacht. Parabene haben eine antimikrobielle und eine fungizide Wirkung– das heißt, sie töten Mikroorganismen, also Krankheitserreger, und Pilze ab und sorgen dadurch für eine längere Haltbarkeit der kosmetischen Produkte. Auch in einigen Lebensmitteln werden Parabene als Konservierungsstoff eingesetzt. Auf den ersten Blick scheint die Wirkung der Parabene durchaus positiv zu sein, bei näherem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass die positive, antibakterielle Wirkung der Parabene von einer Menge unerwünschter Nebenwirkungen begleitet wird. Immer wieder stehen Parabene beispielsweise im Verdacht, Allergien auszulösen– auch wenn dies in wissenschaftlichen Untersuchungen bislang nicht bestätigt werden konnte. Das größte Problem der Parabene ist allerdings die Tatsache, dass sie zusammen mit den kosmetischen Wirkstoffen über die Haut aufgenommen werden und somit in unser Blut gelangen. Über den Blutkreislauf erreichen die Parabene dann auch die Organe und lagern sich dort ab. Dort angekommen können die Parabene erhebliche Auswirkungen auf Deinen Körper und Deine Gesundheit haben.

Parabene: Gesundheitsrisiko aus der Tube?

So ist beispielsweise immer wieder die Rede davon, dass Parabene sich negativ auf die Fruchtbarkeit des Mannes auswirken, da sie eine hormonähnliche Wirkung besitzen. Parabene ähneln demnach dem weiblichen Hormon Östrogen und können bei Männern die Produktion der Spermien beeinflussen. Auch eine krebserregende Wirkung wird Parabenen immer wieder angelastet. Eine Studie britischer Wissenschaftler hat Parabene beispielsweise in Brusttumoren nachgewiesen und kommt daher zu dem Schluss, dass Deostifte, die diesen Inhaltsstoff enthalten, möglicherweise das Entstehen bösartiger Tumore in der weiblichen Brust fördern und somit Brustkrebs hervorrufen können.

schlichter Cremetiegel
Parabene sind in vielen Kosmetikprodukten zu finden

Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) hat jedoch nach der Prüfung dieser Untersuchung keinen Zusammenhang zwischen der Parabene und Brustkrebs feststellen können, sodass die entsprechenden Deodorants als unbedenklich eingestuft werden konnten. Einige Parabene sollten jedoch nach den Informationen des Bundesinstituts für Risikoforschung gemieden werden, da zu ihnen kaum wissenschaftliche Daten und Untersuchungen vorliegen. Dazu gehören die Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparabene. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Deine Lieblignskosmetika diese Parabene enthalten, solltest Du die Inhaltsstoffe auf der Verpackung in Augenschein nehmen und bei Bedarf einen Apotheker fragen. Andere Formen der Parabene gelten als unbedenklich, wenn ihre vorgeschriebene Höchstkonzentration eingehalten wird, die Du ebenfalls beim BfR oder in der Apotheke erfragen kannst. Bei Kindern unter sechs Monaten rät die Europäische Kommission jedoch, auf Pflegeprodukte, die Parabene enthalten, zu verzichten, vor allem im Windelbereich. Die Haut ist in diesem Bereich oft gereizt, sodass die Parabene leichter in den Körper gelangen.

Parabene müssen nicht sein

Parabene kommen in vielen kosmetischen Produkten vor, vor allem in Shampoos, Cremes und Lotions, Make-up, Sonnencremes, Lippenstiften, Enthaarungsmitteln und Seifen. Es scheint daher fast unmöglich zu sein, gänzlich auf sie zu verzichten. Durch den Boom der Naturkosmetik bieten zwar immer mehr Herrsteller parabenfreie Produkte an, ganz aus dem Badezimmer kann man Parabene jedoch kaum verbannen. Es gibt allerdings Alternativen zu Parabenen, die die Hersteller hoffentlich schon bald noch stärker einsetzen werden. Anstatt Parabene als Konservierungsstoffe zu nutzen, kann beispielsweise Phenoxyethanol verwendet werden. Der Stoff ist weniger allergen, wodurch das Gesundheitsrisiko weniger groß zu sein scheint. Zudem könnten die Kosmetikhersteller ihren Produkten weniger Wasser beimischen. Das würde Keimen ihre Lebensgrundlage entziehen und den Einsatz der Parabene größtenteils unnötig machen. Sterile Verschlüsse an Tuben und Tiegeln würden zudem verhindern, dass Keime in die Kosmetikprodukte gelangen, sodass weniger oder gar keine Parabene mehr zur Konservierung eingesetzt werden müssten.

Parabene haben keinen guten Ruf in der Kosmetikbranche und scheinen ein hohes Gesundheitsrisiko zu bergen. Da sich die Hersteller jedoch an die Höchstgrenzen, die die Europäische Kommission festgesetzt hat, halten müssen, musst Du nicht bei jedem Einsatz Deiner Lieblingscreme Angst haben, Deinem Körper nachhaltig zu schaden. Auf Dauer solltest Du Dir jedoch überlegen, ob Kosmetik ohne Parabene eine Alternative für Dich und Deinen Körper sein könnte.

Bildquelle: © Maria Gerasimenko / Dreamstime.com

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