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Robin Williams war der Mann, der die ganze Welt zum Lachen brachte. In Hollywood galt er als einer der größten Komiker seiner Zeit. Auch in ernsten Rollen brillierte er durch sein Talent und wurde mehrfach ausgezeichnet. Doch sein Tod zeigt, dass das Leben von Robin Williams nicht nur aus Freude bestand. Am 11. August 2014 fand man ihn leblos in seinem Haus. Robin Williams hat sich im Alter von 63 Jahren erhängt. Wie konnte es dazu kommen, dass sich Hollywoods sanftmütiger Lebemann sein Leben nahm?

Robin Williams: Von der Bühne auf die Leinwand

Robin Williams war ein einsames Kind. Durch ständige Umzüge und vielbeschäftigte Eltern konnte er keine Freundschaften aufrecht erhalten und war oft alleine. Um seine Einsamkeit zu überwinden, flüchtete Robin Williams in die Stand-Up-Comedy – und in die Drogen. Schon in der Schule wollte er andere Kinder zum Lachen bringen und gab den Klassenclown. Später besuchte Robin Williams unter anderem die renommierte Juilliard School, in der er durch seine schauspielerischen Leistungen hervorstach. Als nach dem College die Schauspielrollen ausblieben, begann er als Stand-Up-Comedian aufzutreten. In einem Interview sagte er einst: „Ich wurde von der Comedy durch meinen Überlebensmechanismus angezogen“. In der Improvisation lag seine wahre Stärke. Hier wurde sein Talent schnell erkannt und Robin Williams bekam Auftritte in TV-Shows und in Serien, die beim Publikum gut ankamen. Den Durchbruch schaffte er mit der Rolle des Alien in der Serie „Mork vom Ork“. Beim Casting folgte Robin Williams der Anweisung, er solle sich auf den Stuhl setzten, mit einem Kopfstand und wildem Gerede. Was er scheinbar ziemlich gut machte, doch schon zu dieser Zeit nahm Robin William Kokain und wurde alkoholabhängig. Erst als sein Freund John Belushi 1982 wegen einer Überdosis starb und seine erste Frau Valerie Velardi ihr erstes Kind erwartete, entschied er sich gegen die Drogen. In einem Interview berichtete Robin Williams später, er wollte nicht, dass die Drogen sein Leben bestimmen. 20 Jahre lang blieb er clean.

Robin Williams steigt zu Hollywoods größtem Komiker auf

Es folgten die Rollen, für die wir Robin Williams bis heute lieben. Ob als inspirierender Englischlehrer in „Der Club der toten Dichter“, als erwachsener Peter Pan in „Hook“ oder schrullige „Mrs. Doubtfire“ – er spielte sich mit jedem Film in unsere Herzen. Die späten Achtziger- und Neunzigerjahre bildeten die Hochphase seiner Schauspielkarriere. Robin Williams konnte seine Charaktere mit einer unvergleichlichen Mischung aus Tragik und Komik spielen. In einem Moment ist er witzig und schlagfertig, im nächsten zeigt er uns in seinem Blick Einfühlsamkeit und Verletzlichkeit. Oft brillierte Robin Williams in väterlichen und gutmütigen Rollen wie in „Good Will Hunting“, in dem er einem aus der Bahn geratenen Jungen hilft und sein mathematisches Talent fördert. Für diese Rolle erhielt Robin Williams 1997 den Oscar als bester Nebendarsteller. Auch mit lustigen Kinderfilmen hatte er Erfolg. Im selben Jahr wurde er von der amerikanischen Zeitschrift „Entertainment Weekly“ zum „lustigsten Menschen der Welt“ gewählt. Später bemühte sich der Schauspieler, sein Image des liebevollen Gefühlsmenschen abzulegen und nahm ernstere Rollen an. In Christopher Nolans „Insomnia“ etwa spielte er 2002 einen Serienmörder – kurz darauf erlitt er einen Rückfall.

Robin Williams: Sein Rückfall in die Alkoholsucht

Während der Dreharbeiten zu „Insomnia“ in Alaska überkam Williams wieder die scheinbar ausweglose Einsamkeit und er begann wieder zu trinken. 2006 wies sich Robin Williams deswegen freiwillig in eine Entzugsklinik ein, doch die Beziehung mit seiner zweiten Frau Marsha Garces, mit der Robin Williams zwei weitere Kinder bekam, war irreparabel geschädigt. Sie ließen sich 2008 scheiden. Trotzdem verlor er seinen Humor nicht. In einem Interview witzelt der Schauspieler über seine beiden Scheidungen: „Ah ja, das Wort Scheidung kommt aus dem lateinischen und bedeutet die Genitalien eines Mannes durch seine Geldbörse herauszureißen“. Robin Williams nahm auch weiterhin unbeschwerte und lustige Rollen an, zum Beispiel in dem Kinderfilm „Die Chaoscamper“. 2011 heiratete er seine dritte Frau Susan Schneider. Auf der anderen Seite begann Robin Williams, offen in Interviews über seine Drogen- und Alkoholsucht zu reden. Er sprach über seine Traurigkeit und depressiven Phasen, aber beteuerte, dass er nicht klinisch depressiv sei. „Spiele ich manchmal den Wahnsinnigen? Ja. Bin ich die ganze Zeit wahnsinnig? Nein. Werde ich traurig? Oh ja! Trifft es mich dann hart? Oh ja!“, sagte er einmal in einem Interview.

Der tragische Tod des Robin Williams

Nur etwa zwei Monate vor seinem Tod, im Juni 2014, ließ sich Robin Williams erneut selbst in eine Entzugsklinik einweisen – um einem erneuten Rückfall in die Sucht vorzubeugen. Doch zu dieser Zeit war schon bekannt, dass der Schauspieler unter schweren Depressionen leidet. Später erklärte seine Witwe Susan Schneider, dass Robin Williams auch an Parkinson im frühen Stadium litt. Womöglich waren es die Krankheiten, die ihm das Leben unerträglich machten. Am Morgen des 11. August fand sein Assistent den leblosen Körper von Robin Williams in dessen Haus, und schon einen Tag später schloss die Polizei ein Fremdverschulden aus. Der Schock über den plötzlichen Tod saß tief, denn trotz seiner Krankheiten haben weder seine Familie noch seine Arbeitskollegen mit einem Selbstmord gerechnet. Nur einen Tag vorher soll Robin Williams noch zukünftige Projekte geplant haben, was sein Ende noch tragischer macht.

Wir wollen nicht den Robin Williams in Erinnerung behalten, der sich aufgrund schwerer Depressionen selbst das Leben nahm. Wir wollen den Robin Williams so in Erinnerung behalten, wie er unser Herz im Sturm erobert hat: Als witziger und gutherziger Mensch, der uns zutiefst bewegte und uns Tränen lachen ließ.