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Sean Penn – Background
Sean Penn – Kleiner Mann ganz groß

Körperlich sticht Sean Penn mit seinen gerade einmal 1,73 Meter nicht gerade aus der Masse heraus, schauspielerisch hingegen ist der gebürtige Kalifornier alles andere als klein. Sean Penn ist wohl einer der herausragendsten Charakterdarsteller des zeitgenössischen Films, der zwei Oscars in der Tasche hat und zig Award-Nominierungen für sich verbuchen kann. Seit vielen Jahren widmet er sich neben der Schauspielerei auch seiner Arbeit als Regisseur und Drehbuchautor.

Sean Justin Penn wurde am 17. August 1960 geboren. Wie bei einem Jungen, der in Santa Monica als Sohn einer Künstlerfamilie aufwächst, nicht anders zu erwarten, interessierte er sich bereits früh für die Schauspielerei. Seine Mutter Eileen Ryan war Schauspielerin, sein Vater Leo Penn als bekannter Serienregisseur tätig und unter anderem mitverantwortlich für Meilensteine wie „Bonanza“ und „Unsere kleine Farm“. Seans älterer Bruder Michael ist Musiker, der jüngste Sohn der Familie, Chris, war ebenfalls ein international bekannter Schauspieler, verstarb jedoch 2006. 1986 wirkten die drei Penn-Schauspieler gemeinsam in einem Film mit: In „Auf kurze Distanz“ spielte Eileen Ryan die Großmutter ihrer eigenen Söhne Chris und Sean Penn.

Sean Penn spielte mit sehr berühmten Nachbarskindern

Die Kindheit von Sean Penn verlief sehr bodenständig. In seiner Jugend traf er sich zum Skateboarden mit seiner Clique, die aus seinem Bruder Chris sowie den Schauspielerin Rob Lowe, Val Kilmer, Charlie Sheen und dessen Bruder Emilio Estévez bestand. Neben Skateboard fahren gingen die Jungs auch einer anderen Leidenschaft nach: Sie drehten zahlreiche Super-8-Kurzfilme, die sie in der Schule vorführten. Nach der High School besuchte Sean Penn dieselbe Schauspielklasse wie Michelle Pfeiffer und machte beim Group Repertory Theatre in Los Angeles eine zweijährige Lehre als Bühnentechniker und Assistent. Dort stieg er schnell auf und bekam die Chance, bei einem kleinen Stück Regie zu führen.

Sean Penn zieht es an den New Yorker Broadway

Obwohl Sean Penn zu Hause einige Rollen in Fernsehfilmen und Serien ergatterte, zog es ihn nach New York. Daher kratzte er all sein Erspartes zusammen, stellte sich am Broadway vor und bekam seine allererste Schauspielrolle im Stück „Heartland“. Obwohl das Stück schnell wieder abgesetzt wurde, erntete der frisch gebackene Schauspieler viel Lob und machte Hollywood auf sich aufmerksam. 1981 stand er in seinem ersten Kinofilm „Die Kadetten von Bunker Hill“ mit dem damals ebenfalls noch völlig unbekannten Tom Cruise vor der Kamera.

Durchbruch als Dauerkiffer: Sean Penn in „Ich glaub’ ich steh’ im Wald“

Erste Erfolge erlebte Sean Penn ein Jahr später in seiner Rolle als dauerbekiffter Surfer, Jeff Spicoli, in der Highschool-Komödie „Ich glaub’, ich steh’ im Wald“. Die lustige Rolle, auf die er sich vorbereitete, indem er eine Weile in seinem Auto am Strand lebte, machte den damals 22-Jährigen zum Star und den Film zu einem Klassiker des Teen-Comedy-Genres. Weil Sean Penn jedoch das Ziel hatte, alle Facetten seines schauspielerischen Talents zu zeigen, und vermeiden wollte, in eine Genre-Schublade stecken zu bleiben, lehnte er im Anschluss konsequent alle Rollenangebote ab, die in eine ähnliche Richtung gingen.

Sean Penn zeigt sein Können in ernsten Filmen – als Schauspieler und Regisseur

In der Wahl seiner Filmrollen fällt auf, dass Sean Penn vorwiegend unsympathische, grausame Rollen mit einem versteckten moralischen Kern spielt. In dem Gefängnisdrama „Bad Boys – Klein und gefährlich“ offenbarte Sean Penn 1983 das erste Mal diese ernste Facette seines Talents und wurde dafür vielfach gelobt. Viele weitere Filme folgten, doch sein Durchbruch gelang ihm 1993 mit seiner Rolle als Anwalt von Al Pacino im Gangsterfilm „Carlitos Way“, in der er sich fast zur Unkenntlichkeit entstellen ließ. In Tim Robbins „Dead Man Walking – Sein letzter Gang“ von 1995 überzeugte Sean Penn als Todeszelleninsasse und wurde dafür mit weltweitem Lob belohnt. Weitere erwähnenswerte, für den Oscar nominierte Rollen spielte Sean Penn 1999 in „Sweet and Lowdown“ von Woody Allen und 2001 im Drama „Ich bin Sam“. Gekrönt wurde seine Karriere mit zwei Oscars als bester Hauptdarsteller – für „Mystic River“ und „Milk“. Neben der Schauspielerei ist Sean Penn seit 1991 hin und wieder aber auch erfolgreich als Regisseur tätig.

Sean Penn alias „Sean de Niro“

Da Sean Penn bekannt für seinen Perfektionismus und seine akribische Vorbereitung auf anstehende Filmrollen ist – für eine Rolle als Polizist machte er eine Lehre bei der Polizei und für „Sweet and Lowdown“ lernte er Gitarre zu spielen – wird er von Kollegen als „Sean de Niro“ bezeichnet. Robert de Niro ist schließlich einer der bekanntesten Vertreter des Method Acting und das wohl größte Vorbild von Sean Penn. Die beiden Schauspieler sind eng befreundet und haben auch am gleichen Tag Geburtstag.

Sean Penn – vom Bad Boy zum gezähmten Familienvater

Durch seine vierjährige Ehe mit Popqueen Madonna – auf ihrer Hochzeit war sogar Andy Warhol zu Gast – entwickelte sich ein großes öffentliches Interesse an Sean Penn, das noch mehr wuchs, als der Schauspieler sich vermehrt mit Paparazzi prügelte. 1987 musste er wegen Körperverletzung sogar für 32 Tage ins Gefängnis. Als besonderer „Meilenstein“ in der Ehe von Madonna und Sean Penn gilt ihr gemeinsamer Film „Shanghai Surprise“, der sich als riesiger Flop entpuppte und 1987 eine Goldene Himbeere gewann. Mit seiner nächsten Ehefrau Robin Wright Penn, die Sean Penn 1990 am Set von „Im Vorhof zur Hölle“ kennen und lieben lernte, blieb er hingegen 19 Jahre zusammen und 13 davon verheiratet. Zudem bekam das Paar zwei Kinder: Dylan Penn und Hopper Jack Penn. Nachdem sich das Paar 2010 scheiden ließ, folgte eine flüchtige Affäre der nächsten. Aktuell ist Sean Penn mit Charlize Theron zusammen.

Sean Penn: Pro Engagement, Contra Hollywood

Sean Penn gilt als öffentlichkeitsscheu und äußerte sich zu Hollywood und der Filmindustrie oft negativ. Damit seine Kinder abseits des Starrummels aufwachsen konnten, zog er von Los Angeles nach Marin County im Norden von San Francisco. Er interessiert sich nicht dafür, was die breite Masse von ihm hält und produziert deshalb nur Filme, hinter denen er vollkommen steht. Auch den Oscar-Verleihungen blieb er aus Protest gegen die Filmindustrie trotz vieler Nominierungen fern, bis er sich 2004 von seinem Freund Clint Eastwood zu den Feierlichkeiten überreden ließ und den Preis als bester Hauptdarsteller gewann. Sean Penn betreibt zudem großes gesellschaftliches Engagement, indem er sich gegen Krieg und Repressalien sowie gegen die Wal-, Hai-, und Robbenjagd einsetzt. Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 gründete Sean Penn die Hilfsorganisation JP/HRO, mit der er ein riesiges Flüchtlingslager unterhält. Für sein Engagement wurde er im April 2012 mit dem „Peace Summit Award“ des World Summit of Nobel Peace Laureates ausgezeichnet.

Was Du bestimmt noch nicht über Sean Penn wusstest

Sean Penn war viele Jahre einer der stärksten Raucher Hollywoods – er rauchte mindestens vier Packungen pro Tag. Aus gesundheitlichen Gründen gab er sein größtes Laster zu seinem 40. Geburtstag auf.

Sean Penn ist einer der wenigen Schauspieler, der für das Erreichen seiner Ziele so gut wie alles in seiner Macht stehende tut. Wer würde sich wohl noch seine Schneidezähne abfeilen, nur um eine Rolle als Gefängnisinsasse noch glaubhafter zu verkörpern? Aber nicht nur beruflich ist Sean Penn sehr ehrgeizig, auch was gesellschaftliches Engagement angeht, kann ihm kein anderer so schnell das Wasser reichen. Bestes Beispiel: Fast 40.000 Euro ließ er sich eine Anzeige in der „Washington Post“ kosten, in der er den amerikanischen Präsidenten George W. Bush aufforderte, doch mal einen Gang runter zu schalten.