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Leonardo DiCaprio – Vom Babyface zum gefeierten Charakterdarsteller

Wenn man beliebige Passanten in einer Fußgängerzone nach den größten und bekanntesten Hollywood-Stars fragen würde, würde ein Name ganz sicher fallen: Leonardo DiCaprio. Das verwundert nicht: Schließlich legte der Schauspieler in der Traumfabrik geradezu eine Bilderbuchkarriere hin. Nicht umsonst liest sich seine Filmografie wie eine Zusammenstellung der ganz großen Blockbuster der letzten zwei Jahrzehnte. Doch eines fehlt Leonardo DiCaprio erstaunlicherweise noch zu seinem Glück – der Oscar im Trophäenschrank…

Dass der amerikanische Traum trotz aller Fehlschläge kein fernes Wunschdenken bleiben muss, hat Leonardo DiCaprio im Laufe seines Lebens schon häufig erfahren. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich der schmächtige Sohn einer deutschen Einwanderin und eines amerikanischen Comicbuchhändlers bereits in jungen Jahren mit einer perfekten Mischung aus Talent und Fleiß in die Topriege der internationalen Schauspielerzunft hocharbeiten konnte? Dabei waren die Voraussetzungen, mit denen Leonardo DiCaprio in seiner Kindheit zu kämpfen hatte, nicht gerade die besten: Seine Eltern trennten sich, als der kleine Leo gerade einmal ein Jahr alt war. Und auch wenn Leonardo DiCaprio bis heute ein gutes Verhältnis zu beiden Elternteilen pflegt – die Jugend, die der Frauenschwarm in Echo Park, einem Problemstadtteil seiner Heimatstadt Los Angeles, durchleben musste, lud nicht gerade zu hochtrabenden Lebensentwürfen ein. „Ich musste nur um die Ecke laufen, um einen Typen zu sehen, der Heroinspritzen und 20 Crack-Flaschen unterm Trenchcoat trug“, berichtete Leonardo DiCaprio einmal in einem Interview über die damalige Zeit. Doch auch im eher finsteren Echo Park lebt man schließlich im Schatten des Hollywood-Schriftzugs, sodass es beinahe wie Schicksal erscheint, dass der am 11. November 1974 geborene Schauspieler dennoch seinen Weg in die Traumfabrik fand.

Leonardo DiCaprio: Sein Aufstieg zum umworbenen Teenieschwarm

So spielte Leonardo DiCaprio bereits im Alter von 14 in ersten Werbespots mit und bewarb sich auf diesem Weg für höhere Aufgaben im Fernsehen und auf der Kinoleinwand. Schon bald wurden die großen Produzenten und Regisseure Hollywoods auf den talentierten und gut aussehenden Nachwuchsschauspieler aufmerksam und besetzten ihn für erste kleinere Filmrollen. Dabei sorgte Leonardo DiCaprio bereits mit einem seiner ersten Engagements für einen echten Paukenschlag. Für die Tragikomödie „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“, in der er den geistig behinderten Bruder des von Johnny Depp gespielten Hauptcharakters spielt, erhielt er bereits im Alter von 19 Jahren seine erste Oscar-Nominierung. Damit spielte er sich als Shooting Star im Handumdrehen in die A-Liga Hollywoods und wurde fortan auch für weitere anspruchsvolle Rollen besetzt. So schlüpfte Leonardo DiCaprio in dem – übrigens nach einer realen Biographie gedrehten – Streifen „Jim Carroll – In den Straßen von New York“ äußerst authentisch in den Charakter eines gefeierten Basketballtalents, das sich zunehmend in seiner Drogensucht verliert – eine Rolle, die dem Schauspieler aufgrund seiner Herkunft wohl besonders vor Augen stand.

Leonardo DiCaprio wird zum Weltstar

Nach diesen anspruchsvollen Rollen feilte Leonardo DiCaprio auch weiterhin höchst erfolgreich an seiner Weltkarriere. Nachdem er mit seinen ersten Filmen allen Kritikern bewiesen hatte, zu welch großen schauspielerischen Leistungen er fähig ist, versuchte der Jungspund seine Popularität beim Publikum zu steigern. Dazu nutzte der Hollywood-Beau sein schon damals beneidenswertes Aussehen und setzte sich im Casting zu Baz Luhrmanns viel beachteter Theaterverfilmung „Romeo + Julia“ gegen seine Konkurrenz um die männliche Hauptrolle durch. Dadurch wurde Leonardo DiCaprio gleichsam über Nacht zum umjubelten Teenieschwarm und beliebten Postermotiv für Mädchenschlafzimmer auf dem gesamten Globus. Diese Popularität erreichte ihren Höhepunkt, als der Teenieschwarm 1997 für die Rolle des mittellosen Straßenkünstlers Jack Dawson in James Camerons Kinohit „Titanic“ besetzt wurde. Von heute auf morgen wurde Leonardo DiCaprio einem Millionenpublikum bekannt und entwickelte sich dank seiner gefühlvollen und zugleich verschmitzten Darbietung in einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten zum absoluten Superstar. Nicht umsonst schuf er gemeinsam mit seiner Filmpartnerin Kate Winslet in „Titanic“ eine Liebesgeschichte, die längst zum Klassiker avanciert ist und wohl auch noch in Jahrzehnten die Massen begeistern wird. Doch der Ruhm hatte auch seine Schattenseiten: Schnell war Leonardo DiCaprio als „Babyface“ und hochgejubelter Jungstar verschrien – ein Stigma, mit dem er teilweise bis heute zu kämpfen hat.

Leonardo DiCaprio etabliert sich unter den ganz Großen

Anstatt jedoch das Schicksal vieler talentierter Nachwuchsstars zu erleiden und langsam in der Versenkung zu verschwinden, gelang es Leonardo DiCaprio in den folgenden Jahren, den durch „Titanic“ erworbenen Bekanntheitsgrad zu nutzen und sich immer wieder viel beachtete und hoch dotierte Rollen an der Seite etablierter Hollywoodgrößen zu sichern. So zeigte der Schauspieler fünf Jahre nach „Titanic“ erneut die gesamte Bandbreite seines Könnens: Während Leonardo Di Caprio im Historienepos „Gangs of New York“ eine teils brutale Rachefehde mit Daniel Day-Lewis austrug, flüchtete er in der Gaunerkomödie „Catch Me If You Can“ als humorvoller Charmeur vor Tom Hanks und seinen Häschern durch die Weltgeschichte. Spätestens mit diesen beiden schnell aufeinander folgenden Blockbustern brachte Leonardo DiCaprio seine Kritiker, die zuvor neidvoll jedes neue Filmprojekt des Jungstars seit „Titanic“ mit schlechten Wünschen und üblen Verrissen begleitet hatten, zum Verstummen.

Leonardo DiCaprio zeigt sein ganzes Repertoire

Im Laufe seiner Karriere hat Leonardo DiCaprio sämtliche Filmgenres erfolgreich bespielt. Ob Romantikkomödie oder Thriller, ob Western oder Biopic – der Schauspieler drückt jedem Projekt seinen Stempel auf. Dabei achtet der Hollywood-Beau vor allem auf das Drehbuch anstatt auf zu bearbeitende Lücken in seiner Vita. „Ich würde niemals einen Film machen, nur um ein bestimmtes Genre zu bedienen oder weil gerade ein anderer Typ Film gefragt ist. Ich denke, das wäre ein großer Fehler. Schlussendlich lese ich ein Skript und sage: `Wow, das berührt mich auf emotionaler Ebene´“, erklärte Leonardo DiCaprio 2011 im Interview mit der „Vogue“ die Reichhaltigkeit seines Schaffens, die er auch in seinen neueren Projekten wie dem hoch gelobten Thriller „Departed – Unter Feinden“, dem politisch brisanten „Blood Diamond“, dem nachdenklichen Science-Fiction-Drama „Inception“ oder der blutigen Italowestern-Reminiszenz „Django Unchained“ unter Beweis stellte. Doch trotz beneidenswerter Gagen, internationaler Berühmtheit und der Arbeit mit den größten Schauspielern, Regisseuren und Produzenten des Filmgeschäfts fehlt Leonardo DiCaprio zumindest noch ein Baustein zum ganz großen Glück: der Oscar. Trotz seiner bislang drei Nominierungen verließ der Schauspielstar den Saal stets ohne Goldjungen. Lediglich ein Golden Globe für seine Darstellung des Flugpioniers Howard Hughes in „Aviator“ steht derzeit neben vielen anderen, aber eher unbedeutenderen Preisen in der Vitrine des Schauspielers. Die Jagd nach dem Oscar geht für Leonardo DiCaprio also weiter…

Leonardo DiCaprio: Modelizer oder Muttersöhnchen?

Auch abseits des roten Teppichs sorgt Leonardo DiCaprio immer wieder für Schlagzeilen. Dafür sorgen vor allem seine heißen Lebensabschnittsgefährtinnen, die sich der Schönling vor allem auf den Fashion Shows des Dessouslabels „Victoria’s Secret“ an Land zu ziehen scheint. So datete Leonardo DiCaprio in der Vergangenheit mit Gisele Bündchen, Bar Refaeli und Erin Heatherton das „Who is who“ der internationalen Laufstege. Doch wie auch in seinen Rollen lässt sich der Filmstar im Privatleben offenbar nur ungern festlegen. Nichtsdestotrotz genießt der Frauenschwarm nicht nur die Freuden des Jetsets, sondern zeichnet sich auch durch einen bemerkenswerten Familiensinn aus. Daher lässt sich Leonardo DiCaprio auf den großen Events der Promiwelt häufig von seiner Mutter Irmelin Indenbirken begleiten und besucht auch seine Familie in Deutschland in regelmäßigen Abständen. Besonders seine inzwischen verstorbene Großmutter Helene, die bis zu ihrem Tod in der Kleinstadt Oer-Erkenschwick lebte, konnte sich immer wieder über Besuche ihres Enkels freuen. So kam es recht häufig vor, dass in Westfalen plötzlich ein Hollywood-Star durch die Fußgängerzone schlenderte. Das eine oder andere Gespräch werden die Bewohner des Örtchens dabei mit dem Schauspieler wohl geführt haben. Schließlich verfügt Leonardo DiCaprio auch über akzeptable Deutschkenntnisse. „Es ist okay. Ich komme damit durch und kann überleben. Also Essen bestellen, nach dem Weg fragen und so. Aber ein stimulierendes, intellektuelles Gespräch – das wird nicht gelingen“, gab sich der Star im Gespräch mit der Zeitung „Die Welt“ angesichts seines Sprachtalents allerdings bescheiden. Seine deutschen Fans werden sich daran wohl nicht stören…

Angesichts seines großen schauspielerischen Talents ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Leonardo DiCaprio auch den ersehnten Oscar in Händen halten wird. Dann bleibt nur zu hoffen, dass sich der Leinwandstar nicht dazu entschließt, auf dem Höhepunkt seiner Karriere abzutreten und seine zahlreichen Anhänger in aller Welt im Regen stehen zu lassen. Derzeit ist dies allerdings nicht zu befürchten: Dafür findet Leonardo DiCaprio in der Schauspielerei noch viel zu viel Spaß. „Es ist stimulierend, all diese verschiedenen Charaktere zu verkörpern und mit Gefühlen zu experimentieren, die ich sonst nie hätte“, gab er 2013 gegenüber der „F.A.Z.“ zu Protokoll. Vielleicht möchte die Academy Leonardo DiCaprio bis zu seinem großen Moment auch einfach noch ein wenig schmoren lassen, um ihn auch weiterhin zu schauspielerischen Höchstleistungen zu treiben. Dann hätte die Wartezeit auf den längst verdienten Oscar wenigstens etwas Gutes!