Mutter auf Probe

Präventionsprogramme sollen die Zahl der Teenie-Mütter weiter verringern. Eins davon ist die “Babybedenkzeit”.

Die Zahl der minderjährigen Mädchen, die schwanger werden, ging in den letzten Jahren zurück. So waren es im Jahr 2009 etwa vier von 1000, was einen Rückgang um 35 Prozent zum Jahr 2001 bedeutet. Laut Sigrid Weiser von Pro Familia sind 90 Prozent der Schwangerschaften bei Teenagern ungewollt und passieren aufgrund mangelnder oder fehlender Verhütung. Außerdem sei das Risiko bei Hauptschülerinnen wesentlich höher als bei Gymnasiastinnen.

Mutter auf Probe

Ein Grund für den Rückgang sind Aufklärungs- und Präventionsprogramme wie die der Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas in Euskirchen. Das Projekt heißt „Babybedenkzeit“. Dabei bekommen die Teenager Babypuppen, die schreien und versorgt werden müssen, wie echte Babies. So können die Jugendlichen eine simulierte Elternzeit durchleben.
An dem RealCare-Programm können Teenager zwischen 14 und 16 Jahren teilnehmen, die Interesse daran haben, einmal Mutter oder Vater auf Probe zu sein.

Eigene Identität für Mutter und Vater

Teenager-Mutter

Mutter mit 14 – für viele Teenager Realität


Die Probe-Babys sind mit Sensoren ausgestattet, anhand derer sie ihre „Eltern“ als solche erkennen können. Die Eltern tragen ein Armband, mit der jeweiligen Identität ihres Babys. Wenn sie das Baby beruhigen möchten, muss dieses Armband zuerst an Bauch oder Rücken des Babys gelegt werden, damit es sie erkennt. Jedes Baby hat eine andere Gesichtsform, sowie Haar- und Augenfarbe.

Damit die Jugendlichen nicht sofort überfordert sind, sind die RealCare Babys so programmiert, dass sie durch eine von vier Maßnahmen wieder beruhigt werden können. Entweder muss die Windel gewechselt werden, wenn das nichts hilft kann es im Arm hin und her gewiegt werden oder hochgenommen werden. Wenn es dann immer noch schreit, muss der Teenager warten, bis es ein „Bäuerchen“ gemacht hat, dann ist es wieder ruhig.

Informationen für die „Mutter“

Das Projekt bietet auch die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und interessante Informationen zum Thema Schwangerschaft zu erhalten. Auch die Perspektivplanung gehört zu dem Projekt. Dabei sollen die jungen Mütter sich Gedanken darüber machen, wie sie sich ihre Zukunft erträumen und wann sie wirklich einmal Kinder haben möchten. Die Eltern der Teenie-Mütter auf Probe empfinden das Projekt meist als sehr positiv und bringen sich ebenfalls in die Baby-Betreuung mit ein. Die Teilnehmer wollen die Babys meinst gar nicht mehr hergeben, sind sich jedoch einig darüber, dass sie sich mit dem Kinder kriegen noch Zeit lassen möchten.


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Was denkst du?

  • FlamingoBingo am 15.11.2011 um 11:14 Uhr

    Schönes Projekt!

    Antworten
  • Rinirini am 14.11.2011 um 18:01 Uhr

    Mutter auf Probe zu sein, damit man begreift, was auf einen zukommen kann, wenn man ungeschützten Sex hat und dann ein Kind bekommt, finde ich eine gute Sache

    Antworten
  • whitebambi am 14.11.2011 um 13:19 Uhr

    aber leider keine seltenheit

    Antworten
  • Kullafinchen am 14.11.2011 um 11:58 Uhr

    Das Projekt klingt super und ist bestimmt auch abschreckend!

    Antworten